01.10.2019 - 11:02 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Denise Sievers die erste Frau im Stadtrat Waldsassen

Die Frauen-Union Waldsassen als Arbeitsgemeinschaft des CSU-Ortsverbandes wurde am 25. Juli 1969 ins Leben gerufen und blickt heuer auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück. Das Gründungsjubiläum wird diesen Samstag, 5. Oktober, gefeiert.

Stadträtin Denise Sievers (1914 – 1980), die von 1969 bis 1980 als Vorsitzende der Frauen-Union fungierte.
von Autor TMLProfil

Rolle und die Aufgaben der Frauen-Union haben sich in den vergangenen Jahrzehnten angesichts der sich massiv verändernden Lebensverhältnisse und der bedrohten Umwelt gewandelt. Das Engagement der Frauen-Union in Staat und Gesellschaft ist nötiger denn je. Die Anregung zur Bildung der Frauen-Union in der Klosterstadt war ursprünglich ausgegangen von Lore Freundl - der verstorbenen Gattin von Landrat und Abgeordnetem Otto Freundl - sowie von Felizitas Hart - der Gattin von Anton Hart. So lud der damalige Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes, Bürgermeister Franz Fischer die der CSU nahe stehenden Frauen am 25. Juli 1969 zur Gründungsversammlung der Frauen Union (FU) ins Jugendheim ein. Referentin war damals Elisabeth Wunsch aus München, die im FU-Büro in München tätig war.

Der Zweck der FU bestand zunächst darin, Frauen an das politische Leben heranzuführen und sie auch zur Mitarbeit in der Partei, wie auch für politische Ämter zu gewinnen. Nach kurzer Aussprache kam es anschließend zur Gründung der Ortsgruppe mit Denise Sievers als Vorsitzender und mit Regina Lux als Stellvertreterin. Bei der Kommunalwahl 1972 zog Denise Sievers als erste Stadträtin in das Gremium ein, dem sie bis 1980 angehörte. Sie zeigte sich vielfach aufgeschlossen und engagierte sich auch in der Sozialarbeit, wobei sie sich den sozial Schwächeren in unserer Gesellschaft zuwandte und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand. Als sie nach kurzer schwerer Krankheit am 9. Februar 1980 überraschend verstarb, hinterließ sie eine große Lücke. In den Jahren von 1980 bis 1983 wirkte Regina Lux als FU-Vorsitzende, nachdem sie schon von 1971 bis 1973 als Kreisvorsitzende tätig gewesen war.

Im Dezember 1983 gab Lux den Vorsitz weiter an Annemarie Michl, die dieses Amt bis 1987 inne hatte und von 1978 bis 1990 auch dem Stadtrat angehörte. Nach ihrer Erkrankung verstarb sie 1992. 1987 übernahm Brigitte Kliebhan den FU-Vorsitz und führte die FU-Arbeitsgemeinschaft 14 Jahre lang bis 2001. Bei ihrem Ausscheiden aus dem Amt wurde sie aufgrund ihrer Verdienste zur Ehrenvorsitzenden ernannt; von 1990 bis 2002 war sie auch gewählte Stadträtin. Wichtige Aufgaben in der FU verkörperten auch Elisabeth Fortelny als stellvertretende Vorsitzende bzw. als Stadträtin von 1996 bis 2008, Petra Sommer-Stark als Stadt- und Kreisrätin von 2002 bis 2014, Monika Stich als Stadträtin von 2014 bis 2014 und Annette Spreitzer-Hochberger als Stadträtin von 2008 bis 2019 ferner Monika Ernstberger, Querenbach als Kreisrätin von 1990 bis 2014.

2001 wurde Monika Stich als Vorsitzende der FU gewählt und gab 2005 das Amt weiter an Ursula Eckert. Seit März 2009 stand dann Eleonore Tippmann an der Spitze der FU, die das Amt engagiert und mit viel Herzblut bis Februar 2019 inne hatte. Seither leitet Katja Bloßfeldt als Vorsitzende die Arbeitsgemeinschaft, unterstützt von Ursula Eckert, Sabine Schiml und Eleonore Tippmann als Stellvertreterinnen.

Aufgrund der Initiative von Stadträtin Annemarie Michl wurde im Juni 1984 im ehemaligen Mickisch-Laden ein Second-Hand-Shop für Kinderkleidung eröffnet, betreut von Regina Lux und Ruth Temme. Eine weitere Initiative von Stadträtin Annemarie Michl bestand darin, 1985 ein Patengeschenk von 200 DM der Stadt Waldsassen für Neugeborene einzuführen, das später wieder eingestellt wurde. Brigitte Kliebhan organisierte über Jahre hinweg eine Kork-Sammelaktion zugunsten des Epilepsie-Zentrums Kork in der Nähe von Kehl am Rhein. Im Oktober 2009 beging die FU ihr 40-jähriges Bestehen im Jugendheim, mit einem Rückblick auf die Aktivitäten mit Bilderschau. Besondere Aktionen bilden auch heute noch die Mitarbeit beim Senioren-Fasching und die Teilnahme am Weihnachtsmarkt. Soweit Überschüsse erwirtschaftet werden, kommen diese regelmäßig einem sozialen Zweck zu Gute. Die besondere Aufmerksamkeit der FU gilt dem kommunalpolitischen Geschehen, auch im Hinblick auf die Kommunalwahlen am 15. März 2020.

Eröffnung des Second-Hand-Shops für gebrauchte Kinderkleidung im Juni 1984 im ehem. Mickisch-Laden, als Bürgermeister Franz Fischer der Vorsitzenden Annemarie Michl mit einem Blumenstrauß gratulierte.
Infobox:

Ministerin kommt zum Jubiläum

Gewürdigt wird der runde Geburtstag mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Klosterkirche. Anschließend gegen 11 Uhr wird die Feier im Kunsthaus Waldsassen fortgesetzt. Zu dem Festakt mit einem Rückblick auf die fünf Jahrzehnte währende Geschichte des Ortsverbands wird auch Staatsministerin Kerstin Schreyer erwartet. Außerdem werden treuen Mitglieder geehrt. (pz)

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