"Das ist die sinnvollste Lösung überhaupt, die sich jetzt ergeben hat", ist Gisela Malzer überzeugt. "Jedem ist auf seine Art und Weise entsprochen worden." Und Birgit Schampera-Platzer, die wie die anderen Mitarbeiterinnen im Team seit vielen Jahren beim "Thamanigl" arbeiten, hat sich mit dem Schritt in die Selbständigkeit einen lange gehegten Wunsch erfüllt. "Sie lebt für diese Aufgabe", sagt Patricia Mickisch über ihre neue Chefin. "Sie rechnet alles durch", ergänzt Gisela Malzer. "Zahlen sind ihr Hobby."
Kein Verkauf "auf die Schnelle"
"Wir haben hier bei der Chefin gesessen und beraten, wie es weitergeht", erinnert sich die - neue - Chefin an den Herbst 2019: Gisela Malzer musste die Zukunft des Betriebs zu regeln, nach der Erkrankung und dem plötzlichen Tod von Ehemann Josef Malzer. Die Übernahme des Traditionsbetriebs durch den Sohn schied aus gesundheitlichen Gründen aus. Keinen Verkauf "auf die Schnelle" wollte Gisela Malzer, sondern eine vernünftige Übergabe. "Ich wollte unsere Lebensleistung nicht schmälern", sagt die ehemalige Inhaberin und unterstreicht die Unterstützung des Personals in all den Jahren.
"Ohne meine Leute hätte ich das alles nicht geschafft." Deshalb habe sie auch nicht lange überlegt und dem Vorschlag der Mitarbeiterinnen zugestimmt. Gisela Malzer arbeitet inzwischen wieder in ihrem alten Beruf als Erzieherin, im Haus St. Gertrud im ehemaligen Mühlenviertel des Klosters. "Wenn etwas wäre, bin ich immer da", bietet die frühere Chefin ihre Hilfe bei Bedarf an.
"Es bleibt alles so wie es war", unterstreicht die neue Inhaberin zusammen mit ihrem Team. Dazu gehören neben Patricia Mickisch Petr Dulovec, Beate Riolfi, Bobina Schnurrer, Christine Bergmann und Romana Hamáčková. Einige weitere frühere Mitarbeiter sind länger krank oder gingen in Ruhestand.
Ware von regionalen Metzgereien
Den Partyservice gibt es weiterhin, außerdem den Imbiss. Geliefert werden die Fleisch- und Wurstwaren von regionalen Metzgereien "Unseren Leberkäs haben wir weiterhin", kündigt Birgit Schampera-Platzer an: Die Spezialität wird nach dem früheren Rezept hergestellt. Außerdem soll Hausmacherwurst von regionalen Zoiglwirten mit ins Programm aufgenommen werden. Die Ware stamme nicht aus Massenproduktion. "Das ist mir wichtig", sagt die neue Inhaberin. "Die Tiere werden geschlachtet und man kann nicht alles auf Vorrat haben." Man werde versuchen Kundenwünsche zu erfüllen. "Aber es kann nicht erwartet werden, dass am Samstag noch 30 Schweinelenden in der Theke liegen."
Birgit Schampera-Platzer startet mit 45 Jahren nochmals richtig durch und weiß dabei ihre Familie hinter sich. Dies habe sich schon in den vergangenen Monaten in der Übergabephase gezeigt. Auf ihr Hobby will die Bayerische Meisterin im Breitensportkegeln aber nicht verzichten, auch als Chefin nicht: Auch hier soll alles so bleiben wie bisher. "Hier ist jeder für jeden da, das war schon die ganzen Jahre so. Das ist das Schöne hier."













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