06.12.2018 - 14:48 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Einstimmiges Votum für die Zukunft des Stiftlandes

Dieses Signal ist wichtig für die Region und auch für die Förderstellen. Einstimmig bringen die Städte und Gemeinden im Stiftland ihr Ländliches Entwicklungskonzept Stiftland auf den Weg. Auf 140 Seiten stehen viele Vorhaben.

Mit einem Fässchen Zoiglbier und Lebkuchen aus der Region dankten die Verantwortlichen der Ikom Stiftland Dr. Robert Leiner für die Ausarbeitung des Entwicklungskonzeptes. Unser Bild zeigt (von links) stellvertretenden Ikom-Vorsitzenden Klaus Meyer, ALE-Chef Thomas Gollwitzer, Ikom-Vorsitzender Roland Grillmeier, Dr. Robert Leiner, IKOM-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser, Bürgermeister Bernd Sommer, Landrat Wolfgang Lippert und Bezirksrat Toni Dutz.
von Josef RosnerProfil

Einigkeit bewiesen am Dienstagabend die Stadt- und Gemeinderäte der zehn Kommunen der Interkommunalen Zusammenarbeit im Stiftland (Ikom). Sie verabschiedeten ohne Gegenstimme das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK), mit dem die Zukunft des Stiftlandes gemeinsam angegangen werden soll. Dies war ein Erfolg für Ikom-Vorsitzenden Roland Grillmeier, der voll auf das von Dr. Robert Leiner erarbeitete Konzept setzt. Alle Redner zeigten sich überzeugt, mit diesem Werk in eine gute Zukunft aufzubrechen.

Saal voll besetzt

Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer freute sich über einen voll besetzten Saal. "Wir brauchen Fördergelder, um die Zukunft unserer Region zu sichern", unterstrich er. Sommer wünschte sich ein starkes Votum. "Viele meine Besucher sagen mir, wie toll sich der Landkreis Tirschenreuth entwickelt und welches Selbstbewusstsein die 26 Kommunen haben. Regional denken mit viel Gemeinsamkeit ist die Zukunft", erklärte Landrat Wolfgang Lippert. Regionale Identität stiften würden unter anderem das Kloster, der Zoigl und der Karpfen. "Wir haben da noch viel Potenzial. Ich bin stolz und froh, dass die Ikom Stiftland diesen Weg eingeschlagen hat", meinte Lippert.

Vorsitzender Roland Grillmeier berichtete, dass die Ikom Stiftland aktuell schon fünf Mitarbeiter beschäftige. "Ich hoffe, wir bekommen schon heute die Bescherung unserer Kommunen für das 140-seitige ILEK-Entwicklungskonzept", wünschte sich Grillmeier. "Für mich ist das heute ein emotionaler Moment, es steckt viel Herzblut drin. Wir wollen unsere Arbeit mit Leben erfüllen", wünschte sich der Mitterteicher Bürgermeister. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Zentrale der Ikom Stiftland auch künftig in Bärnau sein werde, wo Wolfgang Kaiser die Geschäftsführung inne habe. Die Zentrale des Tourismus bleibe in Waldsassen, die der Museen sei in Mitterteich angesiedelt. "Wir gehen gemeinsam den Weg der Regionalität und der Originalität, ganz nach dem Motto 'Stiftland ein Geschenk für die Seele'".

Schon viele Projekte

Grillmeier berichtete, dass schon Projekte im Wert von 2,5 Millionen Euro auf den Weg gebracht worden seien. Thomas Gollwitzer vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz nannte die interkommunalen Zusammenschlüsse einen richtigen und entscheidenden Schritt. "Die Integrierte Ländliche Entwicklung ist die Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft. Sie ist die Strategie zur eigenständigen Entwicklung unserer Region".

Viel Zeit nahm sich Robert Leiner für die Präsentation. Er stellte 18 Projekte vor, die angegangen werden sollen. Leiner wünschte sich, dass die Verantwortlichen damit viele Fördergelder in die Region holen können. Abschließend wurde Leiner fast emotional, als er feststellte: "Das Stiftland ist mein Projektgebiet Nummer eins, ich hoffe, die Leute ziehen alle mit."

Grillmeier sprach von einem Programm für die kommenden fünf bis zehn Jahre. Ausdrücklich betonte er, dass alle Kommunen trotz des gemeinsamen Konzepts ihre Zuständigkeit behalten. "Das Stiftland ist es uns wert. Wir sind eine gemeinsame Aufsteigerregion. Arbeiten wir jetzt regional und auch grenzüberschreitend zusammen. Ab jetzt geht es richtig los", meinte Grillmeier.

Die Präsentation von Leiner und die Worte von Grillmeier hinterließen sichtlich Eindruck. Aus der Versammlung heraus gab es nur eine einzige Anfrage. Stellvertretender Vorsitzender Klaus Meyer sprach in seinem Schlusswort von einem Erfolgsmodell für die Zukunft. Dank galt Grillmeier und Thomas Gollwitzer vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz. "Das ALE ist für uns alle ein Segen", so Meyer.

Hintergrund:

Nach dem Entwicklungskonzept soll ein gemeinsames multifunktionales Kernwegenetz entstehen. Kommunen werden angehalten, gemeinsame verbindliche Ziele zu entwickeln. Weiteres Ziel ist es, in allen zehn Kommunen ein Leerstands- und Baulückenkataster entstehen zu lassen. Die Innenentwicklung der Kommunen soll aktiv und systematisch angegangen werden.

Weitere Themen sind die Schaffung von Konzepten für die Siedlungsentwicklung, die Konkretisierung der städtebaulichen Planungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie deren Fördermöglichkeiten.

Ziel bei allen Projekten ist eine intensivere Zusammenarbeit. Auch das Innenstadtmarketing und dessen Vermarktung ist ein Thema. Angegangen werden sollen gemeinschaftliche Wohnprojekte. Im Bereich des Tourismus gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit der Zusammenführung der Angebote aus allen Kommunen. „Heilsames Landschaftserleben“ ist ein Projekt umschrieben, das vor allem touristisch neue Akzente setzen soll.

Weitere Ziele sind eine gemeinsame Außendarstellung, angefangen von den Homepages der jeweiligen Kommunen, bis hin zu kommunalen Mitteilungsblättern, Flyern und Broschüren. (jr)

Hintergrund:

Der Ikom gehören die Kommunen Bärnau, Mitterteich, Tirschenreuth, Waldsassen, Konnersreuth, Mähring, Neualbenreuth, Plößberg, Leonberg und Pechbrunn an. Sie alle waren zur dritten Regionalkonferenz geladen. Die Ikom Stiftland hat im Jahre 2014 die rechtlichen Voraussetzungen für die Gründung eines rechtlich anerkannten Zweckverbands geschaffen. Seit 1. Januar 2015 ist der Zweckverband als rechtliche Institution in Kraft getreten.

Im März 2015 wurde der Auftrag zur Erstellung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes für die Region Stiftland (ILEK Stiftland) an das Planungsbüro erteilt. Damals ging man davon aus, dass die Arbeiten im Herbst/Winter 2016 abgeschlossen sein würden. Letztlich hat es nun zwei Jahre länger gedauert. (jr/wb)

Voll besetzt präsentierte sich das Katholische Jugendheim bei der Versammlung der Ikom Stiftland, wo es um deren Zukunft ging.

Dr. Robert Leiner stellte das 140-seitige Konzept des Integrierten Ländliches Entwicklungskonzeptes Stiftland und deren 18 Projekte vor.

Blick von Oben in den Jugendheimsaal. Geschlossen stehen die zehn Kommunen der Ikom Stiftland hinter den erarbeiteten Ergebnissen und Projekten der Ikom Stiftland.

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