05.03.2021 - 17:43 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Erinnerungen an 50 Jahre „Sendung mit der Maus“ – und was die Maus in der Basilika Waldsassen macht

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Der Augenaufschlag der Maus, der „Aha-Effekt“ und die Antwort auf die Frage wie die Streifen in die Zahnpasta kommen. Mit der "Sendung mit der Maus" verbinden viele Oberpfälzer schöne Erinnerungen. Einige Beispiele.

Der Traum vieler Kinder - einmal die Maus umarmen. Zum 15-jährigen Jubiläum der Stiftung für krebskranke und behinderte Kinder in Bayern (KreBeKi) besuchte die Maus im Dezember 2019 das Klinikum St. Marien in Amberg.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Im Alter von 50 Jahren hat es die Maus auch in die Basilika in Waldsassen (Kreis Tirschenreuth) geschafft. Das passt. Schließlich gehört die "Sendung mit der Maus" seit Generationen zum Sonntäglichen Ritual, so wie für manche der Gottesdienstbesuch. Und die Show "Frag doch mal die Maus" ist auch Kult. Die Lach- und Sachgeschichten mit der Maus waren am Sonntag, den 7. März 1971, zum ersten Mal ausgestrahlt worden. 50 Jahre später fällt auch "Die Geburtstagssendung mit der Maus – Hallo Zukunft!" auf einen Sonntag. Diesen Sonntag, am 7. März, läuft von 9 bis 10 Uhr in der ARD die 2309 Folge. Und für Frühaufsteher gibt es ab 6.20 Uhr im Ersten nacheinander fünf Blöcke zum Thema "50 Jahre mit der Maus",

"Ich habe als Kind die „Sendung mit der Maus“ sehr gerne angeschaut", erzählt Pfarrer Thomas Vogl aus Waldsassen (Kreis Tirschenreuth). "Das war neben dem Kirchgang wie ein Sonntagsritual und gehörte fest zu diesem Tag." Vogl bedauert, dass er als Erwachsener die Sendung "leider sehr selten" sehe. Doch nun hat er die Maus zusammen mit dem Familiengottesdienstteam und den Eltern-Kind-Gruppen in die Kirche geholt. Aber mehr dazu später, wie Armin Maiwald gerne in seiner Anmoderation der Sendung mit der Maus sagt.

Eltern sehen mit Kindern "Sendung mit der Maus"

Ein Maus-Fan ist auch Lehrerin Katja Meidenbauer. "Ja, ich habe auch als Kind die „Sendung mit der Maus“ gesehen. Da sie immer sonntags kam, manchmal nicht von Anfang an, weil vorher Gottesdienst war", erzählt die Leiterin der Grundschule in Bechtsrieth (Kreis Neustadt/WN). Das Jubiläum sei in ihrer Familie ein wichtiges Thema. Auch ihre Kinder lieben die "Sendung mit der Maus". "Wir Eltern setzen uns gerne mit dazu. Wir raten gemeinsam, welche Sprache gesprochen wird. Und sind dann auf die Lach und Sachgeschichten gespannt."

Von der Maus habe sie das Neugierig-Sein und Neugierig-Bleiben, das „Genau-Nachfragen“ bis die Lösung gefunden ist gelernt. "Den Tonfall und die Redewendungen von Armin und Christoph habe ich noch immer im Ohr", sagt Meidenbauer. Dazu gehöre das Schmunzeln über die Lachgeschichten der Maus, des Elefanten und später der Ente. Ihre Lieblingsendung? "Schwer zu sagen", antwortet Meidenbauer und nennt "Wie kommen die Streifen in die Zahnpastatube“ oder "Astro-Alex". Viel gelernt habe sie auch über die Gleisschotterbettungsreinigungsmaschine, den Bau eines Feuerwehrautos und die Arbeit in der Baumschule.

Auch im Unterricht kommt die „Sendung mit der Maus“ manchmal vor, erzählt Meidenbauer, etwa mit dem Mauskalender. Die Fragen daraus seien die Morgendenkaufgabe – also ein Rätsel zum Aufwärmen für den Unterricht. Im Distanzunterricht nutzen sie diese als Tagesrätsel.

Und wie beurteilt sie als Pädagogin die Sendung mit der Maus? Ist es etwas, das jeden Sonntag eine bisschen schlauer macht? Meidenbauer findet die "Sendung mit der Maus" eine gelungene Mischung aus Sach- und Lachgeschichten. "In den Sachgeschichten stecken viele Details, die uns schlauer machen – auch wenn man als Erwachsener oft denkt, dass man die Lösung kennt, aber so ganz bis ins letzte Detail stimmt das doch nicht immer." Armin, Christoph, Ralph und Siham und die Maus würden genau nachfragen und die Dinge so anschaulich, leicht verständlich aber dennoch richtig erklären. "So wird man schlau und hat Freude dabei." Dazu kommt das Spielerische und der Spaß, durch die Maus-Zeichentrick-Filme, den kleinen Maulwurf, „Shaun das Schaf“ und „Käpt`n Blaubär“.

In den Sachgeschichten stecken viele Details, die uns schlauer machen – auch wenn man als Erwachsener oft denkt, dass man die Lösung kennt, aber so ganz bis ins letzte Detail stimmt das doch nicht immer.

Katja Meidenbauer, Rektorin der Grundschule Bechtsrieth

Katja Meidenbauer, Rektorin der Grundschule Bechtsrieth

Zu Schulbubenstreich angestiftet

"Die "Sendung mit der Maus" war fester Bestandteil des Sonntagvormittags", antwortet Uli Grötsch auf die Frage, ob er die Sendung als Kind gesehen habe. Mit seinen Kinder hat der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) es genauso gehalten. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, mit ihnen die Sendung zu sehen. Nach dem obligatorischen Besuch im Moosbacher Schwimmbad am Sonntagvormittag hätten sie immer die "Sendung mit der Maus" gesehen. Die Maus, bzw. Christoph hätten ihm "in vielen Episoden die Welt erklärt", erzählt Grötsch: "Und, dass man sich selbst nicht immer so wichtig nehmen muss, das hat mir die Maus auch erklärt." Die Lieblingssachgeschichte? "Das kann ich nicht auf eine Geschichte eingrenzen, es waren viele Dinge, die ich als Kind wahnsinnig interessant fand."

"Natürlich habe ich als Kind häufig die Sendung mit der Maus angesehen, Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre (ich bin Baujahr 1981) war diese Sendung neben Löwenzahn ja die Kindersendung schlechthin", erzählt Martina Englhardt-Kopf, Zweite Bürgermeisterin von Schwandorf. "Ich schaue mir die Sendung auch heute noch gerne mit meinen beiden Kindern an (4 und 7 Jahre alt), einfach aufgrund der schönen Erklärungen, verständlichen Sprache und wahrscheinlich auch aufgrund der positiven Kindheitserinnerungen." In der Maus mit ihrem blauen Elefanten und ihrer gelben Ente sieht sie einen sehr wertvollen und entschleunigten Beitrag, um wichtige Dinge des Alltags zu lernen. Für Engelhardt-Kopf hat die Sendung Kultstatus. Das Lied von Stefan Raab „Hier kommt die Maus“ aus den 1990ern habe sie noch immer als Ohrwurm gut abgespeichert wenn sie daran denke. "Auch der Augenaufschlag der Maus ist mir dauerhaft in sehr guter Erinnerung geblieben", erzählt die CSU-Politikerin. "Ich kann mich gut erinnern an die Sendung „Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta“". Diese sei absolut faszinierend für sie und bis heute auch für ihre beiden Kinder.

Mit der "Sendung mit der Maus" verbindet der CSU-Landtagsabgeordnete Tobias Reiß aus Brand (Kreis Tirschenreuth) "schöne Kindheitserinnerungen". Auch mit seinen Kindern hat er die Sendung gern angesehen. "Die Sendung mit der Maus ist einfach Kult", sagt er. Gut erinnern kann sich Reiß an den Beitrag zur Stinkbombe und gesteht einen Schulbubenstreich. "Natürlich habe das in der darauffolgenden Woche in der Schule gleich ausprobiert", erzählt der Abgeordnete mit einem Augenzwinkern. Wie sich jeder vorstellen könne, "hielt sich die Begeisterung meiner Lehrer darüber sehr in Grenzen".

Armin Maiwald erklärt wie die Streifen in die Zahnpasta kommen

Aha-Effekt weckt Neugier

Barbara Gerl aus Freudenberg (Kreis Amberg-Sulzbach) erzählt, sie habe die Sendung sehr gerne gesehen. Allerdings kann sie sich nicht erinnern, dass ihre Schwester und sie in den 1980ern jeden Sonntag Vormittag vor dem Fernseher verbracht hätten. "Bestimmt habe ich also damals nicht jede Folge gesehen", sagt die Vorsitzende der Oberpfälzer Frauen-Union. Gelernt habe sie nützliches Alltagswissen erzählt Gerl, etwa wie kommt die Mine in den Bleistift, an die Folge müsse sie oft denken. "Und natürlich – wie funktioniert der Reißverschluss – das braucht man bei Kinderjacken als dreifache Mama sehr häufig."

Besonders interessiert haben Gerl die Sachgeschichten, in denen Film- und Fernsehtechnik und Effekte erklärt werden. "Da kann ich mich zum Beispiel an die Folge mit der Green-Screen-Erklärung gut erinnern." Beeindruckt habe sie auch die Geschichte zum Flugzeugbau. Mit ihren Kindern sehe die Sendung eher nicht bedauert Gerl. Aber kürzlich hätten sie die Folge Bundestagswahl gestreamt.

An eine bestimmte Sache, die er gelernt habe kann sich Pfarrer Vogl nicht mehr erinnern. Aber der „Aha-Effekt“ , der mit den anschaulichen und verständlichen Erklärungen verbunden war, habe ihn "immer neugierig bleiben lassen und eben auch geholfen". Er habe nicht wirklich eine Lieblings-Sachgeschichte, "denn alle sind auf ihre je eigene Art und Weise originell und liebenswürdig".

Ich habe als Kind die „Sendung mit der Maus“ sehr gerne angeschaut. Das war neben dem Kirchgang wie ein Sonntagsritual und gehörte fest zu diesem Tag.

Thomas Vogl, Pfarrer von Waldsassen

Thomas Vogl, Pfarrer von Waldsassen

Antworten zu Ostern

Und warum ist jetzt die Maus in der Basilika Waldsassen? Sie haben in der Pfarrei das Motto „Frag doch mal die Maus…“ aufgegriffen und laden ein, Fragen zu stellen. Etwa über die Basilika, die Heilige Messe, die Sakramente, den Glauben, auch was der Pfarrer, die Mesnerin macht und vieles mehr. Die Fragen können in in eine Box neben dem derzeit leeren Weihwasserbecken geworfen werden. Auf der Box steht Maus. So ist sie in die Basilika gekommen. Die Fragen werden gesammelt, sagt Vogl. Nach Ostern wollen sie versuchen, diese zu beantworten. "Ich hoffe, dass daraus auch ein paar Lach- und Sachgeschichten werden." Vielleicht verwendet Pfarrer Vogl die Maus dann auch in einer Predigt. Das hat er bisher nämlich noch nicht. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Deutschland & Welt
In der Basilika in Waldsassen wacht die Maus über einen Briefkasten der Pfarrge- meinde. Hier können Fragen zur Thema Glaube und Kirche eingeworfen werden. Antworten gibt es nach Ostern.

Der Mausspots Folge 1

Hintergrund:

50 Jahre Sendung mit der Maus

  • Die Jubiläumssendung: Sonntag, 7. März, läuft von 9 bis 10 Uhr in der ARD die 2309. Folge der „Sendung mit der Maus“. 50 Jahre nach der ersten Ausstrahlung.
  • Der Rückblick: Für Frühaufsteher gibt es ab 6.20 Uhr in der ARD fünf Blöcke zu „50 Jahre mit der Maus“ jeweils zu den 1970er, 1980er, 1990er, 2000er und den 2010er Jahren.
  • Der Wettbewerb: Am Hörspielwettbewerb „Wie wird die Welt in 50 Jahren aussehen“, haben sich rund 1500 Kinder beteiligt. Drei Oberpfälzer sind unter die letzten 50 gekommen.

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