16.04.2019 - 10:18 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Fackelzug zur Ölbergkapelle

Für die schlafenden Jünger könnte es in den nächsten Tagen etwas unruhig werden: Die biblische Darstellung an der Karolinenstraße ist in die Feiern zur Karwoche eingebunden.

Am Gründonnerstag ist die Ölbergkapelle (Bild) das Ziel eines Fackelzugs für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene.
von Autor KGGProfil

„Viele Superlative kennzeichnen die Karwoche: Sie ist die wichtigste Woche des ganzen Kirchenjahres mit den schönsten liturgischen Feiern und intensivsten Begegnungen mit Gott.“ Mit diesen Worten im Pfarrbrief ruft Stadtpfarrer Thomas Vogl die Pfarrangehörigen auf, mit ganzem Herzen diese Tage bis zur Osternacht mit zu begehen.

Mit dazu gehört auch seit dem vergangenen Jahr wieder ein nächtlicher Fackelzug zur Ölberg-Kapelle in unmittelbarer Nähe der Johannisbrücke in der Karolinenstraße. Alle Kinder, Jugendlichen und Junggebliebenen sind im Anschluss an die feierliche Messe am Gründonnerstagabend mit Fußwaschung und Abendmahlsfeier zunächst zur Agape ins Ministrantenheim eingeladen. Danach startet dann der Fackelzug zur Ölberg-Kapelle, die Willi Härtl mit einer Blumenschale geschmückt hat und zum festlichen Anlass in flackerndes Kerzenlicht tauchen wird.

Willi Härtl und Ehefrau Rosemarie fühlen sich seit fünf Jahren für die Sauberkeit in der Ölbergkapelle, die zur Pfarrei mit gehört, irgendwie verantwortlich und schwingen mindestens zwei Mal im Jahr hier Besen und Putzlappen. Die lebensgroßen Figuren allerdings können nur noch mit dem Staubwedel behandelt werden, weil die Farbe schon sehr rissig ist und abzuplatzen droht. Wie einer Broschüre der Stadt zu entnehmen ist, stand bei der Johannisbrücke um 1733 eine nach dem dort dargestellten religiösen Motiv benannte „Ölberg-Kapelle“, deren lebensgroße, aus Lindenholz geschnitzte Figuren Karl Stilp zugeschrieben werden.

Information:

1974 ist die Ölbergkapelle wegen baulicher Schäden und der zu erwartenden Brückenerweiterung abgebrochen und etwas zurückgesetzt nach altem Vorbild wieder neu errichtet worden. 1977 waren die neue Karolinenstraße und die Ölbergkapelle fertiggestellt. Die Kapelle gehört zur Pfarrei, die angrenzende Mauer mit den Rundbogen-Nischen der Stadt. Beides ist renovierungsbedürftig und soll noch in diesem Jahr mit in Angriff genommen werden. Ursprünglich wollte sich der Gerwigkreis hier mit einbringen. Nachdem sich aber herausstellt hat, dass mit dem Abbruch auch der Denkmalschutz erloschen ist und deshalb vor diesem Hintergrund keine finanzielle Förderung zu erwarten ist, war das Projekt nach Aussage von Gerwigkreis-Vorsitzendem Manfred Brunner eine Nummer zu groß.

Willi Härtl beim Schmücken der Kapelle für Gründonnerstag - die lebensgroßen Figuren werden Karl Stilp zugeschrieben.
Willi Härtl beim Schmücken der Kapelle für Gründonnerstag - die lebensgroßen Figuren werden Karl Stilp zugeschrieben.

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