06.10.2021 - 13:01 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Finanzielle Überraschungen, ein Kunstmarkt, mehr Mitglieder und sieben Meter lange Ölmalereien in Waldsassen

Nach über zwei Jahren Pause zog der Verein Kunsthaus Waldsassen eine durchwegs positive Bilanz. Kunstfreunde dürfen sich auf jede Menge tolle künstlerische Neuigkeiten freuen. Bei den Neuwahlen wurde der Vorstand bestätigt.

Mit viel Freude nahm Hans-Georg Schulze (Mitte mit Ehefrau Irene), der erste Kunstpreisträger des Vereins Kunsthaus Waldsassen, das Preisgeld in Höhe von 444 Euro entgegen. Groß war danach die Überraschung bei Vorsitzendem Wolfgang Horn (re.), als ihm der 90-jährige Künstler aus Tirschenreuth den Betrag als Spende für den Verein wieder zurückgab.
von Ulla Britta BaumerProfil

Wie alle Vereine blutete auch der Verein Kunsthaus Waldsassen während des Lockdowns schwer. Umso größer war die Freude bei der Jahreshauptversammlung über neue Planungen mit großartigen Kunstveranstaltungen. Vorsitzender Wolfgang Horn begrüßte etwa 30 Mitglieder, diesmal in der Stadthalle wegen der Abstandsregeln. Für die Bereitstellung und wohlige Wärme in der Halle während der Versammlung dankte Horn Bürgermeister Bernd Sommer, der selbst anwesend war.

Beim Rück- und Ausblick schaute Horn auf schwere Zeiten, wo sämtliche Kultur von der Bildfläche verschwunden gewesen sei. Zumindest habe man mit den immer schönen und viel beachteten „Kleinen Ausstellungen“ unterschiedlicher Künstler im Kunsthaus-Schaufenster weiterhin in der Öffentlichkeit präsent sein können, so Horn. Während die Veranstaltungsserie mit Präsentationen und Konzerten stillgelegt werden musste, ging die Arbeit hinter den Kulissen zügig weiter.

Horn berichtete mit viel Freude von zwei größeren Stiftungen im Jahr 2019, so dass der Verein finanziell gut dastehe. Unter anderem soll auf Wunsch einer der Spender, es handelt sich um Firmen in der Region, das Geld für die Jugendförderung Verwendung finden. „Wir werden zum Kunstpreis einen Jugendkunstpreis ausloben und diese Preise im zweijährigen Rhythmus vergeben“, so Horn. Angedacht ist eine weitere enge Zusammenarbeit mit den Schulen.

Keine Höflichkeitsfloskel

In Sachen Neuinvestitionen für das Kunsthaus laufen Planungen für eine Ergänzung der Aufhängvorrichtungen für die Bilder sowie eine Erweiterung der Lichttechnik. Die Abstimmung für die Neuwahlen per Handzeichen leitete Bürgermeister Bernd Sommer. Er gratulierte in seinem Grußwort dem Vorstandsgremium zur Wiederwahl und dankte für die bisherige Arbeit. Dies wollte der Bürgermeister aber keinesfalls als Höflichkeitsfloskel verstanden wissen.

Nach Corona sei es wichtig, dass es Leute gebe, die wieder anschieben - "mit Vollgas", wie Sommer sagte. Im Kunsthaus gehe es wieder los. "Die erste Ausstellung läuft, die nächsten sind schon in Planung." Sommer hoffte auch auf eine Beteiligung beim Weihnachtsmarkt. "Wir sind eine Region, die sich zeigen kann", meinte er im Hinblick auf das künstlerische Angebot. Dabei bezog er ausdrücklich auch das Kunstprojekt Badehaus Maiersreuth mit ein, ergänzte aber im Hinblick auf das Kunsthaus Waldsassen: "Dass wir die Ersten waren, ist schön."

Nach den Wahlen durfte Wolfgang Horn dem ersten Kunstpreis-Träger des Vereins, Hans-Georg Schulze aus Tirschenreuth, endlich das Preisgeld übergeben. Wegen Corona hat sich die Preisverleihung über ein Jahr hinweg hinausgezogen. Der 90-jährige Künstler aus der Kreisstadt konnte sich vor der Jury bei der Gemeinschaftsausstellung 2019 mit einer feinsinnigen Bronzeskulptur als Preisträger durchsetzen. Er bekam einen von Verein selbst designten "Kunst-Pokal" sowie das besagte Preisgeld.

Kunstpreisträger stiftet Preisgeld

Die Überraschung war groß, als Schulze das Preisgeld in Höhe von 444 Euro spontan wieder an den Verein als Spende zurückgab. Damit sei das KuWa aktuell der einzige Kunstverein in der Region bis über Weiden hinaus, der Künstler mit einer Auslobung in dieser Form ehrt und schätzt, betonte Horn nach der Verleihung. Das Schönste zum Schluss: Mit viel Freude hörten die anwesenden Mitglieder, dass es auch in Sachen Veranstaltungen im KuWa wieder rasant aufwärtsgeht.

Nach der aktuell gerade laufenden Gemeinschaftsausstellung wird ab 23. Oktober bis 21. November die Fotoausstellung „Augenblick“ von Fotograf Robert Christ beginnen. Es folgt eine Präsentation des Künstlers Hans-Jürgen Bröckl aus Flossenbürg, dessen Werke ab 27. November bis 9. Januar 2022 gezeigt werden. Horn verriet vielversprechend, dass Bröckl unter anderen Ölmalereien in einer Größenordnung von bis zu sieben Meter lang und zwei Meter breit mitbringen möchte.

Was die beliebte, monatliche Konzertreihe angeht, konnte der Vorsitzende bisher keine großen Versprechungen machen, da die Abstandsregelungen weiterhin eingeschränkt seien. Was gewiss und wieder einmalig in der Region sein wird: Im Mai 2022 wird sich das Kunsthaus zum verschobenen Jubiläum „Kunsthaus 5 plus 1“ mit einem großen Kunstmarkt in der Kunstgasse und im Kunsthaus selbst groß der Öffentlichkeit präsentieren. Geplant sind dazu schöne Aktionen sowie der Verkauf von Kunst.

Aktuell ist im Kunsthaus Waldsassen die Gemeinschaftsausstellung der Mitglieder zu sehen

Waldsassen
Der Vorstand des Vereins Kunsthaus Waldsassen ist wieder komplett neu gewählt. Gewählt wurden (von links vorne) Maria Wurm (Schriftführerin), Wolfgang Horn (Vorsitzender), Klaus Rosner (Kassier) und (hintere Reihe, von links) Stefan Voit (Dritter Vorsitzender), Hannes Franz (Kassenprüfer), Bürgermeister Bernd Sommer sowie Wolfgang Achatz (Kassenprüfer) und Markus Braun (Zweiter Vorsitzender).

"Es freut mich sehr, dass wir mit nun 128 Mitgliedern und sehr vielen Neumitgliedern, darunter zahlreiche Jugendliche, nun einer der größten Kunstvereine in der weitläufigen Region sind.

Wolfgang Horn, Vorsitzender

Wolfgang Horn, Vorsitzender

 

 

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