05.05.2021 - 11:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Für Mountainbiker: Fünf Strecken in den Wäldern rund um Waldsassen

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Die heimischen Wälder werden mehr und mehr auch von Freizeitsportlern auf zwei Rädern genutzt. Nicht jeder findet Gefallen daran. Doch bald soll es ein Angebot geben, das allen Beteiligten gerecht wird.

Mehrere Strecken für Mountainbiker durch Waldgebiete will die Stadt Waldsassen zusammen mit dem Forstbetrieb Waldsassen ausweisen.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Rund um Waldsassen soll es künftig mehrere Strecken für Mountainbiker durch die Wälder geben – ganz offiziell und erlaubt. Die Trails, wie der Fachbegriff für die Routen lautet, werden zum Teil zwar jetzt schon genutzt. "Aber das ist absolut illegal", wie etwa Harald Hertel (CSU) in der Diskussion im Stadtrat darüber erklärte.

Bürgermeister Bernd Sommer sprach zuvor bei der Situation im Augenblick von einem gewissen "Konflikt Eigentümer-Nutzer". Mit dem Grundsatzbeschluss stimmten alle Fraktionen dem Vorhaben zu. "Das ist insgesamt eine gute Sache", befand Sommer und meinte, es wäre dann auch völlig legal, dort mit dem Mountainbike unterwegs zu sein.

Mit Firma Ghost und Staatsforsten

In Zusammenarbeit mit der Firma Ghost und den Bayerischen Staatsforsten wurden fünf Mountainbike-Trails im Wald rund um Waldsassen abgestimmt, heißt es dazu in der Vorlage der Stadtverwaltung zur jüngsten Sitzung in der Stadthalle.

Dazu war ein Vertrag mit insgesamt acht Punkten erarbeitet worden, der vor der Abstimmung in der Stadthalle in den Fraktionen intern angeregt diskutiert wurde, wie die Vertreter von CSU, SPD und Freie Wähler durchblicken ließen. In der Vereinbarung fixiert ist auch eine jährliche Kontrolle, außerdem wird ein Begehungsprotokoll verlangt. Dies, so berichtet die Verwaltung, sei kein Problem und werde von fünf Wegepaten erledigt; diese seien bereits gefunden.

"Achtung"-Schilder

Die Versicherungsfrage ist den Angaben zufolge geklärt, auch weitere Einzelheiten. So etwa kreuzten die Trails zum Teil Wanderwege: Deshalb sollen an den entsprechenden Stellen "Achtung-Schilder sowohl für die Mountainbiker als auch für die Fußgänger" angebracht werden, wie es heißt. Somit ließen sich Unfälle vermeiden.

Andreas Riedl (CSU) hielt das Vorhaben für sinnvoll, der Bedarf sei vorhanden. Deshalb könne man den Mountainbikesport an gewissen Punkten durchaus erlauben. Bedenken meldete Riedl aber im Hinblick auf die Punkte an, wo die Trails das vorhandene Wanderwegenetz kreuzten. Im Hinblick auf den Schutz der Wildtiere solle außerdem die Benützung nur zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang erlaubt werden.

Aktivitäten kanalisieren

"Ein guter Vorschlag", befand Sommer und wollte den Hinweis mit in den Entwurf einarbeiten. Monika Gerl hielt die Ausweisung der Strecken ebenfalls für eine gute Sache, zumal die Trails ohnehin schon gut genutzt werden. Deshalb sei es gut, die sportlichen Aktivitäten zu kanalisieren. An den Kreuzungen aber seien deutliche Hinweise erforderlich, "dass Wanderer auf Biker achten und umgekehrt".

"Trails, die nicht unbedingt als solche erkennbar sind, könnten auch ein komischer Wanderweg sein."

SPD-Sprecherin Monika Gerl

Eine Markierung der Strecken vor Ort ist laut Vorlage nicht vorgesehen; lediglich auf der Internet-Seite werden die Trails dargestellt sowie als GPX-Datei in der Wander- und Radkarte Waldsassen. Monika Gerl war dies zu wenig. Sie regte "einfache Markierungen" entlang der eigentlichen Strecken selbst an. "Ein Farbklecks am Baum oder ein Schild mit einem Fahrrad."

Probleme vorprogrammiert

Denn Auswärtige könnten mit den Dateien nicht zurecht kommen und somit auf wilde Trails ausweichen, argumentierte Monika Gerl. "Trails, die nicht unbedingt als solche erkennbar sind, könnten auch ein komischer Wanderweg sein." Dann seien Probleme vorprogrammiert, wenn Wanderer und Radfahrer sich begegneten. "Ich kenne das von anderen touristischen Gebieten, dass Trails markiert sind."

"Wir hoffen, dass damit das wilde Fahren abnimmt."

Freier Wähler Bernhard Lux

Sommer sicherte in der Sitzung zu, abklären zu lassen, "ob, wie und wo wir markieren und ob wir Markierungen brauchen oder nicht".

Als gute Ergänzung des bestehenden touristischen Angebots sah Bernhard Lux die Strecken. Somit könnten wilde Strecken durch den Wald legalisiert werden. "Wir hoffen, dass damit das wilde Fahren abnimmt."

Gespräch mit Land- und Forstwirten

"Das ist nicht einmal die dümmste Idee", befand Lux zum Vorschlag von Monika Gerl, die Trails auszuweisen. Außerdem regte der Sprecher ein Treffen mit den beteiligten Land- und Forstwirten an, um schon von vornherein Missverständnisse im Zusammenhang mit der Benützung auszuschließen.

Bürgermeister Sommer kündigte einen größtmöglichen Dialog zwischen allen Beteiligen an. Hoyer zeigte sich überrascht, dass der Staatsforst die Benützung des Waldes Mountainbikern überhaupt zulässt. Vor diesem Hintergrund galt den Verantwortlichen ein Dank für die Kooperation.

Dennoch verwies Hoyer auf die anderen Möglichkeiten für Biker, ihren Sport auszuüben. Dabei nannte der Sprecher das jetzt erweiterte Gelände an der Freizeitanlage Werk B. Andererseits werde das Gebiet Schneller und der Waldkapelle, wo Trails ausgewiesen werden sollen, von vielen Wanderern und Spaziergängern genutzt, ebenso der Walderlebnispfad.

Der Bike-Park beim Freizeitgelände in Waldsassen wurde jetzt erweitert

Waldsassen
Hintergrund:

Veto gegen die Strecke in der Nähe von Hundsbach

  • Die von Leuten aus der Biker-Szene in Zusammenarbeit mit den Staatsforsten erarbeiteten Trails liegen im Waldgebiet links und rechts der Straße zur Kappl und bei Hundsbach.
  • Kosten für das neue touristische Angebot entstehen den Angaben zufolge keine, abgesehen von den Ausgaben für die Deckungserweiterung in der Kommunalen Haftpflichtversicherung.
  • Gegen die Strecke bei Hundsbach hat ein Grundstücksnachbar, der auch Jäger und Schafzüchter ist, sein Veto eingelegt und Widerstand angekündigt.
  • In der Sitzung des Stadtrats hatte CSU-Fraktionsmitglied Harald Hertel auf die Beeinträchtigung von Wildtieren durch Freizeitaktivitäten im Wald verwiesen.

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