Die Glashütte Lamberts war am Montag und Dienstag Tagungsort für das Symposium "Historisches Glas und UV-Schutzglas" des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD). Im Fokus der Fachtagung stand der Einsatz der Gläser der Glashütte Lamberts im Bereich der Denkmalpflege, bei Instandsetzungen und für den Kunstgutschutz. "Mundgeblasenes Glas in der Vielfalt von Formen und Farben, wie es in der Glashütte Lamberts hergestellt wird, ist für die Denkmalpflege unverzichtbar", heißt es dazu in der Pressemitteilung des Landesamts für Denkmalpflege - mit dem Verweis auf die Verwendung bei der Restaurierung von historischen Fenstern oder Glasgemälden.
Ein vergleichsweise junges Produkt ist das mundgeblasene UV-Schutzglas: Es kommt dort zum Einsatz, wo hochrangige Kunstgüter vor UV-Strahlung geschützt werden müssen. "Sie waren davon sehr angetan", so Prokurist Robert Christ über das Urteil der Teilnehmer über den Schutz. Der befindet sich beim "Restauro"-Glas im Werkstoff und nicht auf Folien, die nach einiger Zeit unansehnlich werden.
Die gut 100 Besucher trafen sich zum Auftakt in der Aula des Klosters: Dort gaben den Nachmittag über Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien Einblicke in die Bedeutung von Glas für ihre denkmalpflegerische und restauratorische Arbeit. Sarah Brown, Direktorin des "York Glaziers Trust", berichtete darüber, wie die Fenster im Münster von York - mittelalterliche Meisterwerke aus Glas - vor Umwelteinflüssen geschützt werden. Die Referentin habe sich sehr lobend über das Produkt aus Waldsassen ausgesprochen, so Christ auf Anfrage über die guten Erfahrungen. In York ist Lamberts-Glas auf einer Fläche verwendet worden, die so groß wie ein Tennisplatz ist.
Diplom-Restauratorin Martha Hör erläuterte, wie in St. Lorenz in Nürnberg UV-Schutzglas zum Einsatz kommt, Ulrike Samberger aus Deggendorf informierte über den Kunstgutschutz und UV-Schutz am Beispiel der Klosterkirche von Metten, wo auch "Restauro"-Glas verwendet wurde. Katharina von Miller, Diplom-Restauratorin am Landesamt für Denkmalpflege, ging auf Licht und seine Wirkung auf historische Raumausstattungen ein. Die Fachvorträge wurden von Dr. Susanne Fischer vom Landesamt koordiniert.
Ein Höhepunkt für die Besucher war der große Hüttenabend: Dort durften die Teilnehmer der Tagung die Farbglasschmelze in der Glashütte Lamberts miterleben. Am Dienstag stand bei der Tagung die Glasherstellung im Fokus. Unter anderem informierte Geschäftsführer Hans Reiner Meindl über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des im traditionellen handwerklichen Verfahren hergestellten Produkts.
Waldsassen
10.07.2018 - 12:18 Uhr
Glas in der Denkmalpflege
von Paul Zrenner
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