22.05.2020 - 11:51 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Glauben auch in schweren Zeiten

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Nicht viel mehr als 70 Personen gleichzeitig dürfen derzeit in die Basilika. Der Gottesdienst an Christi Himmelfahrt stand dennoch einem Millionen-Publikum offen: Das Fernsehen übertrug live aus Waldsassen.

von Konrad RosnerProfil

Ein 25-köpfiges Team des Bayerischen Rundfunks war vor Ort und verlegte etwa einen Kilometer Kabel. Vier Kameras nahmen den Festgottesdienst live aus verschiedenen Perspektiven auf. In einem ersten Resümee zeigten sich die Verantwortlichen des BR sehr zufrieden, alles habe hervorragend und wie geplant geklappt.

In seiner Predigt betonte Stadtpfarrer Thomas Vogl, dass die Corona-Krise gelehrt habe, auf Abstand zu bleiben und dennoch zusammenzustehen. „In diesem Glauben lässt es sich leben, auch in schweren Zeiten“, betonte er.

Monsignore Erwin Albrecht hieß die Gläubigen willkommen. Er erinnerte daran, dass er vor einem Jahr schon beim Waldsassener Stadtpfarrer angefragt habe, ob die ARD nicht an Christi Himmelfahrt den Gottesdienst live übertragen könne. Damals habe noch keiner geahnt, unter welchen Umständen dies stattfinden werde. „Singt alle fest mit, damit es trotz der Umstände eine froher Gottesdienst wird“, rief er die Kirchenbesucher auf, die sich extra angemeldet hatten. Gesanglich wurde der Gottesdienst von den Sopranistinnen Simone Kraus und Gisela Malzer und dem Streichquintett der Basilika unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter umrahmt.

Nach dem von acht Ministranten angeführten Einzug verwies der Stadtpfarrer darauf, dass die östlichste Ecke Bayerns ganz besonders von der Corona-Pandemie betroffen gewesen sei. Umso mehr freue er sich, mit allen gemeinsam diesen Gottesdienst zu feiern. Die beiden Lesungen wurden von Martin Rosner und von Hermann Müller vorgetragen, für den Zwischengesang zeichnete Gertrud Hankl verantwortlich.

In seiner Predigt verwies Pfarrer Vogl auf einige durch die Krise mittlerweise ganz normale Wörter wie Homeoffice und Homeschooling. Ärzte und Pflegekräfte sagten, „wir bleiben für euch da, bleibt ihr für uns zuhause“. Bleiben sei eine elementare Erfahrung, eine fordernde Aufgabe, die nicht einfach sei, aber uns alle menschlicher mache, sagte der Geistliche und zitierte Bertold Brecht: „Es gibt kein größeres Verbrechen als das Weggehen.“

Am Fest Christi Himmelfahrt gehe Jesus weg, heim zu seinem Vater im Himmel, ein Abschied, der die Jünger schmerzte. Wie hart eine Trennung sein könne, hätten viele Menschen in den vergangenen Wochen auch durch Sterbefälle erfahren. Dieser endgültige Bruch fühle sich an wie ein Verbrechen, zitierte er erneut Brecht. Christi Himmelfahrt sei jedoch keine Verabschiedung, sondern eine Verheißung. Der abwesende Jesus komme den Menschen auf andere Weise als bisher nah. Die Corona-Krise habe gelehrt, einerseits auf Abstand zu bleiben, andererseits intensiv verbunden zu sein. „Ich hoffe, dass uns dieses Wissen weiter trägt“, betonte der Stadtpfarrer. Jesus bleibe für immer nah. „In diesem Glauben lässt es sich leben, auch in schweren Zeiten und weit darüber hinaus."

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