09.01.2020 - 13:33 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Großes Interesse an den Planungen für die neue Bundesstraße

Das Angebot wurde rege genutzt. Und wer am ersten Termin keine Zeit hatte, der bekommt am Samstag eine zweite Chance. Bürgermeister Bernd Sommer erläuterte die Planung für die Verlegung der Bundesstraße 299 im Abschnitt Waldsassen-Kondrau.

Bürgermeister Bernd Sommer vor der Bildschirmwand mit der Visualsierung der verlegten Bundesstraße auf der früheren Bahnlinie.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Das Interesse war groß; viele Waldsassener waren ins Rathaus gekommen. Für die gut zwei Stunden dauernde Veranstaltung war das Foyer des Rathauses der ideale Ort, vor allem der modernen Präsentationstechnik wegen. Die Bilder und Zeichnungen - gespeichert auf einem Tablet-PC, den der Bürgermeister in der Hand hielt - wurden auf die große Bildschirmwand übertragen. Dort erschienen im übergroßen Format die modifizierten Visualisierungen.

Schon von früher bekannt waren die Ansichten Waldsassens mit der eingearbeiteten neuen Bundesstraße. In den jetzt vorgelegten Bildern waren die Optimierungen etwa im Hinblick auf Lärmschutz mit ergänzt worden. Dabei verwies Sommer darauf, dass auf den Aufnahmen kein begleitendes Grün mit eingezeichnet wurde. Damit hätten die Planer Vorwürfe, wonach die Ansicht bewusst geschönt sei, bereits im Vorfeld ausschließen wollen.

Verzicht auf Kanaldeckel

"Der Verkehr rollt relativ leise", verwies Sommer auf den lärmreduzierenden Asphaltbelag und auf den kompletten Verzicht auf Kanaldeckel auf der Fahrbahnoberfläche. Der Verkehr werde wohl auf 60 km/h beschränkt werden, so der Bürgermeister, der aber als Wunsch 70 km/h nannte. "Der Lärm wird relativ geringer, geringer als heute."

Bisher ein großer Kritikpunkt wie auch heiß diskutiertes Thema in der Diskussion später: Die Linksabbiegerspur im Bereich der Abzweigung zur Mitterteicher Straße. Eine derartige Lösung war in der Vergangenheit wiederholt gefordert und bisher nicht berücksichtigt worden. Bürgermeister Sommer hoffte auf eine Verwirklichung des wichtigen Details während der Bauphase. "Planerisch schwierig aber machbar", so Sommer, wäre diese Ergänzung.

Beim Thema Lärmschutz lägen Vor- und Nachteile je nach Situation eng beieinander: Manche Anwohner begrüßten die Maßnahmen, andere Betroffene empfänden diese eher als Belastung. Insgesamt werde die Lärmbelastung an der künftigen Bundesstraße vergleichsweise ein Bruchteil der Beeinträchtigung an der heutigen Bundesstraße sein.

Waldsassen

Wichtig war Bernd Sommer die Feststellung, dass es im Zuge der Verlegung der Bundesstraße 299 zu keiner Unterbrechung vorhandener Wege kommt.

Keine Teilung Waldsassens

"Bis auf die Liststraße", so ein Zuruf aus den Reihen der Besucher, den Sommer auch bestätigte - und auf die Zeiten verwies, als die Bahnlinie noch durch Waldsassen verlief und die Liststraße dort endete. "Diese wird in der Tat für den motorisierten Verkehr unterbrochen." Für Rettungseinsätze wäre die Zufahrt aber erlaubt. "Wer sagt, Waldsassen wird geteilt, der muss auch sagen, wie viele Verbindungen sind weg", so Sommer in die Richtung der Befürworter einer anderen Lösung.

Wiederholt bat Sommer auch darum, bei der Argumentation sorgfältig zu differenzieren. Zusätzliche Kosten, etwa für das Mähen der neue entstandenen Grünflächen oder für den Strom zur Beleuchtung, wären auch so nötig und seien vergleichsweise gering. "Derartige Kosten juckten den Bürger sonst auch nicht." Dies gelte auch für den Aufwand im Zusammenhang mit den durch den Straßenbau erforderlichen Kanalbaumaßnahmen in der Mitterteicher Straße und in der Münchenreuther Straße. Dieses Problem sei gelöst, so Sommer.

Auf Anfrage von Robert Hahn, der sich nach Zuschüssen für den Einbau von Rückstauklappen erkundigte, erklärte der Bürgermeister im Hinblick auf die immer öfters auftretenden Starkregenereignsse: "Das würde ich heute ohnehin jedem Bürger empfehlen." Der Einbau solcher Schutzeinrichtungen sei im Übrigen eine Pflicht. "Ansonsten gibt es Probleme mit der Versicherung."

Neue Straßen auf eigene Kosten

Außerdem verwies der Rathauschef auf eine Reihe neuer innerörtlicher Verbindungsspangen im Zuge der Bundesstraßenverlegung. Die erste dieser zusätzlichen Straßen werde im Bereich der Glashütte errichtet. Falls eine weiträumige Lösung gebaut werden sollte, so Sommer, müssten diese seit langer Zeit geplanten Straßenverbindungen von der Stadt Waldsassen auf eigene Kosten gebaut werden, "aber ohne Lärmschutz und mit normalen Kreuzungen". Falsch sei deshalb die Annahme, dass es ruhiger wäre, wenn die Bundesstraße nicht auf die geplante Trasse verlegt werden würde.

Als wenn's schon fertig wäre: Auf der Bildschirmwand im Foyer des Rathauses erschien die Visualisierung der Pläne für die Verlegung der Bundesstraße im übergroßen Format.
Viele Waldsassener nutzten das Informationsangebot und auch die Gelegenheit, um kritische Fragen zu stellen.
Viele Waldsassener nutzten das Informationsangebot und auch die Gelegenheit, um kritische Fragen zu stellen.
Hintergrund:

Moderne Präsentationstechnik

Das Interesse war groß; viele Waldsassener waren ins Rathaus gekommen. Für die gut zwei Stunden dauernde Veranstaltung war das Foyer des Rathauses der ideale Ort, vor allem der modernen Präsentationstechnik wegen. Die Bilder und Zeichnungen - gespeichert auf einem Tablet-PC, den der Bürgermeister in der Hand hielt - wurden auf die große Bildschirmwand übertragen. Dort erschienen im übergroßen Format die modifizierten Visualisierungen. Schon von früher bekannt waren die Ansichten Waldsassens mit der eingearbeiteten neuen Bundesstraße. In den jetzt vorgelegten Bildern waren die Optimierungen etwa im Hinblick auf Lärmschutz mit ergänzt worden. Dabei verwies Sommer darauf, dass auf den Aufnahmen kein begleitendes Grün mit eingezeichnet wurde. Damit hätten die Planer Vorwürfe, wonach die Ansicht bewusst geschönt sei, bereits im Vorfeld ausschließen wollen.

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