16.07.2021 - 15:47 Uhr
WaldsassenOberpfalz

An der Grundschule Waldsassen: Auf der Jagd nach "Bienentalern"

Christina Trenner hat für die Schüler der ersten Klasse einen außergewöhnlichen Projekttag organisiert. Er wurde fachmännisch von ihrem Mann Benjamin Trenner und ihr selbst durchgeführt. Jetzt soll das Angebot Schule machen.

Was macht ein Imker? Das lernten die Grundschulkinder der Klassen 1a und 1b bei einem umfangreichen Projekttag. Tereza durfte dabei den Schutzanzug eines Imkers überziehen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Erste Aufgabe beim Imkertag in der Grundschule: 48 Buben und Mädchen schreiben sorgfältig ihre Namen in ihr "Bienenheft". Grundschullehrerin Christina Trenner hat es mit viel Liebe zum Detail konzipiert. Es beinhaltet Informationen und Fragen, reich bebildert, für elf Stationen rund um das Thema "Imker".

Für die Kinder gilt es, in jeder Station möglichst viele "Bienentaler" zu sammeln, für einen Wettbewerb mit Preisen. Die Projektidee stammt von Christina Trenner, die selbst Imkerin ist. Zu Hilfe bei der Ausarbeitung geholt hat sie sich ihren Mann Benjamin. Beide bringen das nötige Fachwissen mit.

In der Schulturnhalle stellt die Grundschullehrerin ihren Mann Benjamin vor, gibt Verhaltensanweisungen und schon stürmen die Schüler in kleinen Gruppen zu den ersten Stationen. Begleitet werden sie von Schülern aus der vierten Klasse als "Wegweiser" durch das Schulgebäude.

Tereza mit dem "Schleier"

Christina Trenner zeigt den Kindern in ihrer Station Gegenstände, die ein Imker braucht. Sie erklärt, wozu ein Federwisch gut ist und warum ein Imker Schutz braucht. Die kleine Tereza darf den sogenannten "Schleier" vorführen. Stolz präsentiert sie sich damit ihren Mitschülern. Danach wird staunend die Honigschleuder beäugt. In der Station von Benjamin Trenner dreht sich alles um die Aufgabe der Bienenkönigin, um die Bienenbrut und was Bienen überhaupt sammeln. Weil die Trenners nicht alle elf Stationen gleichzeitig betreuen können, helfen Eltern und Kolleginnen.

Rentnerin Monika Poss hat das Thema "Kerzen aus Bienenwachs" übernommen. Mutter Sabine Rosner schmiert Honigbrote. "Aber nicht alle mögen das essen", erzählen die Frauen lachend. Honig ist gewöhnungsbedürftig, gerade für Kinder. Ein wichtiges Thema ist der Vergleich von heimischem Honig als nachhaltiges Lebensmittel mit dem Plastikflaschen-Produkt aus dem Ausland.

Bienenfilm, -tanz und -quiz

Der siebenjährige Tim hört aufmerksam zu und beißt dabei kräftig ins Honigbrot. Er hat Hunger von der "Projektarbeit". Tim sagt, er esse auch daheim gern Honig. Sind alle Stationsthemen absolviert, darunter auch ein Bienenfilm, ein Bienentanz, ein Bienen-Quiz und eine Forscherwerkstatt, treffen sich die Kinder in der Turnhalle.

Alle 48 Schüler haben eifrig jede Menge Bienentaler gesammelt und alle wissen nun: Bienen brauchen einen Imker und die Menschen brauchen die Bienen. Diese Erkenntnis sollen weitere Interessierte gewinnen. "Ich gebe mein Konzept an den Imkerbund weiter. Dann kann es für Schul- und Kinderprojekte verwendet werden", erklärt die Lehrerin.

Die Aula der Markgraf-Diepold-Grundschule in Waldsassen ist saniert und erweitert worden

Waldsassen
Hintergrund:

Christina und Benjamin Trenner erst seit einem Jahr Imker

  • "Vor einem Jahr, als wir im Garten kaum noch Bienen sahen, entschlossen wir uns, Imker zu werden", erzählt Benjamin Trenner, selbstständiger Kfz-Mechatroniker-Meister. Zusammen mit Ehefrau Christina eignete er sich über den Imkerverein und einen Imkerpaten viel Grundwissen an und besorgte sich nach und nach fünf Bienenvölker.
  • Gemeinsam haben Christina und Benjamin Trenner in vielen Nacht- und Freizeitstunden nun das Schulprojekt mit Infomaterial und praktischen Teilbereichen konzipiert. Die Mühen waren gewiss nicht umsonst. Die Kinder lernen die Bienen als Nützlinge kennen sowie deren Wichtigkeit in der Natur und was Aufgabe eines Imkers ist.

"Aber nicht alle mögen das essen."

Mutter Sabine Rosner, die beim Imker-Projekttag mithalf, über den Honig

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