02.08.2020 - 10:40 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein halbes Jahrhundert im Dienst des Herrn

Mit zahlreichen Gläubigen feierte der aus Netzstahl bei Waldsassen stammende Ruhestandspriester Hans Riedl 50. Priesterjubiläum. Zu Beginn des Gottesdienstes in der Basilika überraschte der Jubilar mit einer Frage an die Gläubigen.

50. Priesterjubiläum feierte der in Netzstahl bei Waldsassen geborene Pfarrer in Ruhe Hans Riedl in der Basilika.
von Redaktion ONETZProfil

„Totengedenken, Monatsrequiem und Priesterjubiläum – passt das zusammen?“ fragte Pfarrer Hans Riedl zu Beginn des Dankgottesdienstes anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums am Donnerstag. „Ich meine ja, weil ich schon für viele Verwandte, Schulkameraden und Bekannte hier Requiem gefeiert habe.“

In seiner Predigt wie auch bei der Messfeier gab sich Riedl gewohnt natürlich, locker und ungezwungen. Dabei erzählte er prägende Erlebnisse aus seiner Priesterzeit, in der er sowohl zu älteren Menschen wie auch zu Kindern und Jugendlichen immer einen guten Draht gefunden habe. Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter an der Orgel und Sopranistin Gisela Malzer gaben der Messfeier einen noch würdigeren, feierlichen Rahmen.

"Ein guter Baum trägt gute Früchte"

Stadtpfarrer Thomas Vogl, der den Gottesdienst mitfeierte, bezog sich bei seinen Dankesworten auf das verlesene Evangelium: „Ein guter Baum trägt gute Früchte. Bei dir konnte man erfahren, dass du ein guter Baum bist und gute Früchte in deiner Pfarrei hervorgebracht hast.“

Hier ein Bericht zum 75. Geburtstag von Pfarrer Hans Riedl

Neusorg

Pfarrer Riedl habe immer die Nähe zu den Menschen gesucht und durch seine Natürlichkeit überzeugt. „Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über“, so der Dekan.

Im Stiftland immer willkommen

Stadtpfarrer Thomas Vogl meinte, der Jubilar sei ein echter Stiftländer und hier immer willkommen. Dies zeigten auch die vielen Gläubigen, die zum Dankgottesdienst gekommen seien.

Vogl dankte für die vielen Jahre im Dienst des Herrn, auch über die eigentliche Altersgrenze von 70 Jahren hinaus, und wünschte Riedl vor allem Gesundheit. Dazu solle auch das überreichte Geschenk beitragen, ein Korb mit Obst und vielen gesunden Dingen. „Ad multos annos – auf viele Jahre“, schloss der Stadtpfarrer.

„Pfarrer in Reichweite“

Pfarrer Hans Riedl wird gerne auch als „Mann mit der Mütze“ bezeichnet, weil er oft eine derartige Kopfbedeckung trägt. In den vielen Jahren seiner priesterlichen Seelsorge in der Pfarrei Neusorg rief der Geistliche die Altennachmittage ins Leben, renovierte Kirche und Kirchturm, Kindergarten, Pfarrhof und Pfarrheim.

Nach 42 Jahren verließ Riedl im vergangenen Jahr die Pfarrei Neusorg in Richtung seines Alterssitzes in Kirchenlamitz. Im aktuellen Pfarrbrief interpretiert Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl die Bezeichnung „i. R.“ nicht als „in Ruhe“, sondern „in Reichweite“, weil sich der Jubilar auch weiterhin als Seelsorger zur Verfügung stelle.

Zur Person:

„Fest der Menschwerdung“ ein besonderes Zeichen

Der „Don Camillo des Fichtelgebirges“, Pfarrer Riedl wegen seiner Geradlinigkeit in einem Presseartikel anlässlich seines 70. Geburtstages genannt wurde, erblickte im Juli 1944 auf dem elterlichen Bauernhof in Netzstahl bei Waldsassen das Licht der Welt. Nach dem Abitur am Augustinus-Gymnasium in Weiden studierte er in Regensburg und Würzburg Theologie. Am 18. Juli 1970 wurde Hans Riedl im Dom zu Regensburg von Bischof Rudolf Graber zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 26. Juli 1970 in Waldsassen. Im gleichen Jahr trat er seine erste Kaplanstelle in Teisnach im Bayerischen Wald an, wo er bis 1973 wirkte. Von 1973 bis 1977 war er Kaplan in der Pfarrei St. Wolfgang in Landshut. Am 10. September 1977 übernahm der junge Priester schließlich die Pfarrei Patrona Bavariae in Neusorg. Ein Zeichen der besonderen Art setzte Pfarrer Hans Riedl 1993, als er bereits neun Monate vor seinem 50. Geburtstag das „Fest seiner Menschwerdung“ feierte. Damit wollte er ein Zeichen setzen, dass das Leben schon im Mutterleib beginnt und nicht erst mit der Geburt.

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