12.01.2021 - 16:42 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Nach illegalem Tiertransport: 19 Hundewelpen drei Wochen in Quarantäne

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Nach dem Stopp eines illegalen Tiertransports in Waldsassen befinden sich die 19 Welpen nun in Quarantäne. Das Veterinäramt Tirschenreuth gibt Tipps, wie man unseriöse Züchter erkennt.

Unter katastrophalen Bedingungen transportierten zwei Ungaren insgesamt 19 Welpen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Am Samstag hat die Polizei in Waldsassen einen illegalen Tiertransport aufgedeckt. Im Wagen der ungarischen Männer, die über die Tschechische Republik einreisten, fanden sie zehn Labrador- und neun Dackelwelpen. Die Tiere wurden über das Tirschenreuther Veterinäramt in einem Tierheim untergebracht.

Dazu, in welches Tierheim die Welpen gebracht wurden, durfte sich die Dienststelle Waldsassen nicht äußern. "Das Tierheim möchte so zahlreiche An- und Nachfragen vermeiden", teilte ein Polizeisprecher mit. Die Einrichtung werde die Öffentlichkeit informieren, sobald die Tiere vermittelt werden können. Bis das soweit ist, werden wohl noch ein paar Wochen vergehen. Denn die Welpen können aufgrund ihres Alters noch nicht geimpft werden.

Keine Tollwutimpfung

"Drei Wochen müssen die Welpen zunächst in Quarantäne", erklärt Dr. Elisabeth Prölß vom Veterinäramt Tirschenreuth. Das liegt daran, dass sie zwar aus einem EU-Land, aber ohne die nötige Tollwutimpfung nach Deutschland gebracht wurden. Erst im Alter von 12 Wochen können Hundewelpen gegen Tollwut geimpft werden. Drei Wochen später, also mit 15 Wochen, dürfen sie nach Deutschland importiert werden.

"Seriöse Züchter oder Tierschutzverbände führen zunächst Gespräche über die Lebensumstände, Wünsche und Erwartungen des baldigen Hundebesitzers."

Dr. Elisabeth Prölß vom Veterinäramt Tirschenreuth

Erfreulicher Weise geht es den Hundewelpen "den Umständen entsprechend gut". Und Prölß weiter: "Sie befanden sich in einem guten Ernährungszustand." Dennoch waren die "Transportbedingungen katastrophal, die Boxen viel zu klein", wie die Amtstierärztin erklärt. Offensichtlich wurden die Tiere während der Fahrt weder ausreichend gefüttert noch getränkt. Futtermittel fand die Polizei im Fahrzeug nicht.

Warnung vor kommerziellen Anbietern

"Der Wunsch nach einem vierbeinigen Gefährten nahm während der Corona-Pandemie zu", erklärt Dmitri Schreiber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Meist würden die deutlich günstigeren Preise oder der Wunsch, einem Hund das Leben zu retten, die Tierfreunde anlocken. "Kommerzielle Hundehalter nutzen dies aus", so Schreiber. "So lange die Menschen nur nach dem Preis gehen, wird sich an der Situation nicht viel ändern", so Schreiber.

Dabei unterscheide sich seriöser Tierschutz von kommerziellen Hundehandel in mehreren Punkten. "Seriöse Züchter oder Tierschutzverbände führen zunächst Gespräche über die Lebensumstände, Wünsche und Erwartungen des baldigen Hundebesitzers", sagt Elisabeth Prölß. Die Welpen werden erst nach mehreren Besuchsstunden vermittelt. Sie verweist auf die Checkliste der Internetseite www.wuehltischwelpen.de, auf der sich zukünftige Hundehalter über den Welpenhandel informieren können.

Anzeichen für den kommerziellen Welpenhandel können der Verkauf auf Parkplätzen, dreckigen Höfen, aus dem Kofferraum oder Pappkarton sein. Auch bei sehr günstigen Preisen sollte man vorsichtig sein, warnt die Expertin.

Die 19 Welpen waren ohne Wasser und Futter im Auto

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