06.09.2021 - 12:12 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Jugendtreff eröffnet: "Großer Bahnhof" im ehemaligen Waldsassener Bahnhof

Im Gebäude des ehemaligen Waldsassener Bahnhofs gab es jetzt den sprichwörtlichen „großen Bahnhof“: Zahlreiche geladene Gäste feierten die Einweihung des neuen Jugendtreffs. Bald erhält auch die breite Bevölkerung Einblicke.

von hmrProfil

Die Wartehalle im alten Bahnhofsgebäude bildete die Kulisse für die Feierlichkeiten zur Einweihung des neuen Jugendtreffs der Stadt Waldsassen. Eine große Zahl an Gästen hatte der Jugendstadtrat zusammen mit Bürgermeister Bernd Sommer für die Veranstaltung eingeladen.

Mit dabei waren Landrat-Stellvertreter Dr. Alfred Scheidler, Emil Slany vom Kreisjugendamt, Andreas Malzer und Dominik Fischer vom Kreisjugendring, Vertreter des Stadtrats und der Stadtverwaltung, zahlreiche Sponsoren, Pfarrvikar John Gali und natürlich viele Jugendliche. Für die musikalische Umrahmung sorgten Stephan Sölch und Alexander Riedl von der Stiftländer Jugend- und Blaskapelle.

Schwierige Suche

Andrea Wurm, die Vorsitzende des Jugendstadtrats, begrüßte die Gäste und ging kurz auf die Entstehungsgeschichte des Jugendtreffs ein: „Schon in der Gründungssitzung des Jugendstadtrats im Jahr 2015 war unser größter Wunsch ein Jugendtreff. Eine entsprechende Örtlichkeit zu finden, gestaltete sich aber als schwierig.“ Der ehemalige Bahnhof sei wegen der zentralen Lage und der Größe der zur Verfügung gestellten Wohnung ein ideales Gebäude. Für den Jugendstadtrat sei es eine Ehre, so einem geschichtsträchtigen Gebäude nun jugendlichen Schwung zu verleihen.

„Freiraum“ das Motto

„Der Jugendtreff Waldsassen soll den Jugendlichen der Stadt Waldsassen eine vielseitige Plattform bieten. Ein breites Aktivitäts- und Angebotsspektrum soll die verschiedenen Jugendkulturen ansprechen und zusammenführen“, betonte Andrea Wurm. Es sollen Freiräume geboten werden, in denen Jugendliche und kulturell Interessierte selbstbestimmt aktiv werden können. Man denke neben der Möglichkeit, sich locker auszutauschen und zu entspannen, auch an gemeinsames Musizieren, Lernen und künstlerisches Wirken. „Er soll als Treffpunkt verschiedener Kulturen, Ansichten und Überzeugungen dienen“, so Wurm über den Jugendtreff. Man solle von voneinander lernen und mit neuen Erfahrungen und neuem Wissen wachsen können. „Freiraum“ laute das von den Jugendlichen gewählte Motto.

Der Jugendstadtrats-Sprecherin war es auch ein wichtiges Anliegen, den zahlreichen Sponsoren und Unterstützern zu danken. Hier nannte sie Hubert Heinzl, das Möbelhaus Gleißner mit Wolfgang Horn, Matthias Wolfsegger, den CSU-Ortsverband mit Junger Union und Frauen-Union, die Schott AG, die Firma BPM Technik, Barbara Ziegler von Plan B Innenarchitektur, Stadtbaumeister Hubert Siller mit dem Bauhof-Team sowie die beiden Jugendbeauftragten und deren Vorgänger. Ein Dank ging auch an die Mitglieder des Jugendstadtrats, die kräftig mit angepackt und dabei Teamgeist und Ausdauer bewiesen hätten. Ein besonderer Dank galt Bürgermeister Bernd Sommer, der immer mit Herzblut hinter dem Projekt gestanden habe.

In seiner Ansprache betonte der Bürgermeister die Notwendigkeit eines freien Jugendtreffs, obwohl die Waldsassener Vereine wertvolle und gute Jugendarbeit leisteten. „Jetzt kommt eigentlich die schwierige Zeit“, prophezeite das Stadtoberhaupt und wünschte den Jugendlichen viel Erfolg bei ihrem Projekt. „Wir müssen die Jugend Jugend sein lassen und ihr Möglichkeiten geben, sich zu entwickeln“, betonte Sommer.

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler hatte neben einem Landkreiswappen auch einen Scheck über 500 Euro mitgebracht und ermutigte die Jugendlichen, selbst etwas in der Politik und Gesellschaft zu bewirken und nicht im Zuge der Politikverdrossenheit zu lamentieren. „Ich habe großen Respekt vor eurer Leistung und ermuntere euch, die Kommunikation untereinander nicht nur über das Smartphone zu pflegen“, mahnte Scheidler.

Mut und Durchhaltevermögen

Die städtischen Jugendbeauftragten Andreas Koch und Katja Bloßfeldt überreichten ein Geschenk für die neuen Räumlichkeiten. Ausdrücklich lobten sie den Mut, die Standhaftigkeit und das Durchhaltevermögen der Jugendlichen bei der Verwirklichung des Projekts Jugendtreff. Emil Slany, Sachgebietsleiter im Kreisjugendamt, kündigte für die nächsten beiden Jahre ein Konzept des Landkreises für die Unterstützung der kommunalen Jugendarbeit vor Ort an. Er hoffte auch auf eine gute Integrationsarbeit im neuen Treffpunkt. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendrings, Andreas Malzer, zollte dem Jugendstadtrat großen Respekt für die geleistete Arbeit und überreichte ein Geldgeschenk.

Nach den Ansprachen folgte als Höhepunkt der Veranstaltung die symbolische Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Bernd Sommer an Andrea Wurm. Pfarrvikar John Gali segnete nach kurzen Gebeten die Räume des neuen Jugendtreffs im Namen beider Konfessionen und wünschte den Jugendlichen mit Andrea Wurm an der Spitze ein gutes Miteinander und eine erfolgreiche Integrationsarbeit.

Küche, Kicker und Bar

Die Wohnung im ersten Obergeschoss auf der Südseite des Gebäudes ist 93 Quadratmeter groß. Sie besteht aus einem Flur, einem Lagerraum bzw. einer Garderobe, einer Toilette, einer kompletten Küche sowie drei vielseitig nutzbaren Aufenthaltsräumen. Davon wurde ein Raum als „Gamezone“ mit einem Kicker ausgestattet. Brettspiele sollen noch ergänzt werden. Der „Chillraum“ ist mit Palettenmöbeln, einer Lichterkette und einer kleinen Bar bestückt. Der Kinoraum ist mit einer großen Couch und einer Musikanlage ausgestattet.

Vorgesehen ist neben regelmäßigen Öffnungszeiten am Abend oder Nachmittag auch die kultur- und generationsübergreifende Nutzung der Räume je nach Bedarf. Um die Beziehungen zwischen den Generationen zu stärken, sollen Aktionen wie ein Smartphone-Erklär-Tag, Spielenachmittage oder Kochprojekte umgesetzt werden. Praktische Workshops zum Bau von Palettenmöbeln oder zur Graffiti-Gestaltung sollen das Interesse am Handwerk und an Do-it-yourself-Projekten wecken, so die Hoffnung der Verantwortlichen.

Die Bevölkerung kann sich am Samstag, 18. September, bei einem Tag der offenen Tür einen Eindruck vom Jugendtreff verschaffen. Details dazu werden noch folgen. Am Freitag darauf wird der Treff von 17 bis 22 Uhr erstmals regulär geöffnet sein. Die weiteren Öffnungszeiten werden über die sozialen Medien wie Facebook und Instagram bekanntgegeben. Einigkeit besteht bei den am Projekt beteiligten Jugendlichen darüber, dass der Jugendtreff noch lange nicht fertig sei. Die schönen Räume würden erst durch die Menschen, die sich darin aufhalten, mit Leben gefüllt.

Mehr Informationen zum neuen Jugendtreff

Waldsassen

"Wir müssen die Jugend Jugend sein lassen und ihr Möglichkeiten geben, sich zu entwickeln."

Bürgermeister Bernd Sommer

 

 

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