14.09.2020 - 15:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kein Durchkommen in der Egerer Straße in Waldsassen

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Ein Teilstück der Bundesstraße 299 durch Waldsassen ist diese Woche wegen Straßenbauarbeiten komplett gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert. Die werden am ersten Tag aber noch nicht von allen Autofahrern genutzt.

Vor dem Einbau der neuen Asphaltschichten muss der alte Belag abgefräst werden.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Am Montag frühmorgens gingen die Arbeiten in der Egerer Straße im Abschnitt von der Abzweigung Münchenreuther Straße bis zum Ortsende in die sprichwörtlich "heiße Phase": Während bislang der Verkehr noch auf einer Fahrspur und mit Ampelbetrieb an der Baustelle vorbeigeleitet wurde, ist nun das Teilstück der Bundesstraße eine Woche lang für den Einbau der Asphaltschichten komplett gesperrt.

Auf Schleichwegen

Normalerweise fließt auf dieser Strecke durch die Innenstadt von Waldsassen der gesamte Verkehr in und aus Richtung Tschechien. Für den Transit sind weiträumige Umleitungen eingerichtet. Ortskundige, aus Waldsassen wie aus Tschechien, nutzen aber auch die bekannten "Schleichwege". Oder sie scheren sich gar nichts um Schilder und Absperrungen.

"Den da vorne musst' fotografieren", ruft der Mann im Führerhaus des Lastwagens aus dem geöffneten Seitenfenster und zeigt auf das entgegenkommende Auto.

Autofahrer ignorieren Sperrung

"Das geht schon den ganzen Vormittag so", erklärt der Fahrer kopfschüttelnd. Damit gemeint sind unvernünftige Autofahrer, die trotz mehrerer Hinweise in den vergangenen Tagen die Sperrung der Bundesstraße ignorieren.

"Die Tschechen haben es kapiert", wundert sich ein Passant, der die Arbeiten beobachtet und feststellt, dass vor allem Autos mit Tirschenreuther Kennzeichen die Hinweise und Absperrungen auf der Fahrbahn ignorieren und umfahren. Dabei bemerkt der Mann noch, dass über die anstehenden Behinderungen schon seit zwei Wochen in den Medien informiert werde.

Langsam stadtauswärts

Das Baustellenfahrzeug vor dem Krankenhausgebäude wartet darauf, bis die Ladefläche eines Fahrzeugs mit Asphaltgut gefüllt ist. Es wird von der Maschine dahinter von der Fahrbahn abgefräst und mit einem Förderband zum Abtransport gebracht. Die sogenannte "Wanderbaustelle" bewegt sich langsam in Richtung Ortsausgang.

Trotz der Baumaschinen, die annähernd die gesamte Fahrbahnbreite der Egerer Straße benötigen, nähert sich ein Kleinwagen unverdrossen stadteinwärts der Baustelle. Als es nicht weitergeht, fährt das Auto einfach über den Randstein. Der allerdings ist wegen der Bauarbeiten in den vergangenen Tagen deutlich höher als sonst. Das kümmert den Lenker nicht und er zwängt sich knapp vorbei an den Maschinen und Absperrbaken durch den viel zu engen Fahrweg.

Auskunft: Zufahrt trotz Sperrung

Ein anderes Auto kommt aus Richtung Innenstadt und schlängelt sich ebenfalls zwischen den Baumaschinen durch: Anwohner sei er keiner, sagt der Fahrer aus Anfrage. "Ich muss zum Orthopäden", gibt der Mann Auskunft. Dort sei ihm bei einem Anruf erklärt worden, die Zufahrt sei auch während der Totalsperre möglich.

Ein Fußgänger überquert die Fahrbahn: Vom Arzt in der Stegwiesenstraße komme er gerade, erklärt er. Der Mann wirft im Vorbeigehen ein, dass sich die Arbeiten während der Schließung der Grenze durch die Tschechische Republik im Zuge der Corona-Pandemie viel einfacher hätten bewerkstelligen lassen.

Über Münchenreuth in die Arbeit

Für die ansässigen Unternehmen ist die aktuelle Lage schwierig. Das Geschäft "Kleiderwald" hat diese Woche komplett geschlossen, die weiteren Firmen arrangieren sich mit der Situation. "Wir müssen halt über Münchenreuth in die Arbeit", so eine Mitarbeiterin über die Situation bei der Firma Kassecker. Die Zufahrt am Montag sei noch einigermaßen problemlos möglich gewesen, aber: "Zum Wochenende hin wird's krawottischer." Dann würden die Arbeiten im zweiten Abschnitt von der Klärwerkstraße bis zum Ortseingang fortgesetzt. Dann dürfte es für die Kassecker-Beschäftigten im Stammbetrieb mit dem Auto kein Durchkommen mehr geben.

Am Montag ab 7 Uhr sollte die Sperrung beginnen, die letzten Hinweistafeln des Beschilderungs- und Absperrkonzepts des Staatlichen Hochbauamts waren aber in der Innenstadt erst gegen 8 Uhr aufgestellt worden.

Die Polizei kontrollierte am Montag, wie die Umleitungen genutzt werden. „Das erste Angebot wird nicht ausschließlich angenommen“, erklärt Harald Fuchs, amtierender Leiter der Inspektion Waldsassen, nach einer Kontrollfahrt am Mittag über den Hinweis auf der Bundesstraße 299 bei Mitterteich, vor der Abzweigung nach Konnersreuth.

Insgesamt sei auf der ausgewiesenen Route über Münchenreuth aber deutlich mehr Verkehr als sonst zu verzeichnen. Patienten und Besucher der Arztpraxis, so Fuchs, könnten den Parkplatz Schwanenwiese nutzen. Von dort aus sei die Praxis gut zu Fuß erreichbar.

Die Umleitungsrouten sind frühzeitig angekündigt worden

Waldsassen
In der Mitterteicher Straße wird der Durchgangsverkehr in Richtung Konnersreuth ausgeleitet.
"Baustellenurlaub" macht das Geschäft von Andrea Pfab während der Arbeiten an der Egerer Straße.
Die Wanderbaustelle bewegte sich am Montagvormittag ganz langsam stadtauswärts.
Vor dem Einbau der Asphaltschichten muss der alte Belag abgefräst werden.
Hintergrund:

Lärmarmer Asphalt für die Deckschicht

Die Sperrung wird voraussichtlich bis Samstag, 19. September, andauern und erfolgt in zwei Teilabschnitten: Von der Einmündung Münchenreuther Straße bis Einmündung Klärwerkstraße und von dort bis zum Ortsausgang im zweiten Teil. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach empfiehlt ortskundigen Verkehrsteilnehmern, diese Strecke während der gesamten Bauzeit zu meiden und bittet wegen der Beeinträchtigungen um Verständnis. Bisher waren die Pfasterrinnen erneuert worden, diese Woche folgt das Auftragen der Binder- und Deckschicht. Diese wird den Angaben zufolge aus lärmarmem Asphalt bestehen. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf etwa 400.000 Euro.

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