13.08.2020 - 17:41 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kondrauer: Wechsel an der Führungsspitze

Führungswechsel beim Kondrauer Mineralbrunnen: Nachdem im Mai Geschäftsführer Ralf Brodnicki die Firma verlassen musste, hat auch geschäftsführender Gesellschafter Jonas Seidl seinen Abschied angekündigt. Einen Nachfolger gibt es schon.

Bis Ende 2019 lief noch die Produktion des Kondrauer Mineralwassers in Waldsassen.
von Martin Maier Kontakt Profil

Nicht zur Ruhe kommt Kondrauer Mineralbrunnen: Im März 2019 hatte Kondrauer Mineralbrunnen angekündigt, seine komplette Produktion von der Oberpfalz nach Naila in Oberfranken zu verlagern. Dieser Schritt ist seit Anfang des Jahres vollzogen. Im Mai wurde dann bekannt, dass Ralf Brodnicki, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, „vom Hof geschickt wurde“, wie das Branchenmagazin „Inside“ schrieb.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien hatte der geschäftsführender Gesellschafter Jonas Seidl im Juni aber von einer einvernehmlichen Trennung gesprochen. Schließlich sei der Vertrag von Brodnicki ausgelaufen. Zudem kündigte er an, dass es keinen Nachfolger für den Vertriebsgeschäftsführer gibt. „Diesen Aufgabenbereich habe ich mit übernommen“, so Seidl damals. Kondrauer werde künftig nur mit ihm als alleinigem Geschäftsführer operieren.

Neuer Mann: Bernd Raebel

Diese Ankündigung ist mittlerweile aber auch schon wieder hinfällig. Wie auf der Kondrauer-Homepage zu lesen ist, gibt es mit Dr. Bernd Raebel einen neuen Geschäftsführer. Jonas Seidl steht dort noch als Geschäftsführender Gesellschafter. Dies wird sich aber bald ändern. Wie das Online-Magazin „Getränke News“ berichtet, zieht sich Seidl ab 1. Oktober in den Kondrauer-Beirat und in den Gesellschafterausschuss zurück. Raebel (60), der seit 1. Juli bei Kondrauer ist, werde dann die Gesamtgeschäftsführung übernehmen.

Der neue Mann war von 2014 bis 2017 Geschäftsführer bei der Getränkegruppe Hövelmann (Marken unter anderem Sinalco und Staatl. Fachingen). Davor war Raebel 14 Jahre lang Geschäftsführer bei Aqua Römer. Zudem bekleidete er mehrere Führungspositionen bei der Carl-Zeiss-Gruppe sowie bei Microsoft im In- und Ausland.

Der Abgang von Geschäftsführer Ralf Brodnicki sorgte für Schlagzeilen.

Waldsassen

Seidl war rund zehn Jahre bei Kondrauer, die letzten fünf Jahre als Geschäftsführer. „Ich habe seit langem den Wunsch, meinen Lebensmittelpunkt wieder zurück nach München zu meiner Familie zu verlagern. Dort erwartet mich auch eine neue berufliche Herausforderung“, sagte Seidl im Gespräch mit „Getränke News“. Und in einem Interview mit dem Fachblatt „Getränke Zeitung“ führte er mit Blick auf seinen neuen Arbeitsplatz aus, dass er der Branche treu bleibe.

"Hohe Verluste"

Mit dem neuen Geschäftsführer Raebel habe er schon seit 2015 sehr eng zusammengearbeitet. Kondrauer wolle die „vielfältige Restrukturierungerfahrung“ des neuen Mannes nutzen. „Final erwarten wir, dass sich das Unternehmen nun in Ruhe weiter nach vorne entwickeln kann.“ Angesprochen auf die wirtschaftliche Situation der Firma erläutert Seidl, dass in den vergangenen Jahren hohe Verluste gemacht wurden, „die aber kalkuliert waren“.

Im März 2019 verkündeten die Kondrauer-Geschäftsführer Jonas Seidl und Ralf Brodnicki die Produktionsverlagerung nach Naila

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Die Verlagerung nach Naila und die damit verbundene Konzentration auf eine Produktionsstätte bringe erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Die Investitionen der Restrukturierung und der Standorterweiterung in Naila beziffert Seidl auf einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag. Für 2020 rechne er noch mit einem Fehlbetrag, der aber trotz Corona und Restrukturierungsmaßnahmen niedriger ausfalle als geplant.

Im März 2019 hatten Jonas Seidl, Geschäftsführender Gesellschafter (links), und Ralf Brodnicki, damaliger Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, noch gemeinsam die Pläne für die Verlagerung der Produktion von Kondrauer Mineralbrunnen nach Naila vorgestellt. Brodnicki hat den Getränkehersteller im Mai 2020 verlassen. Und Seidl zieht sich im Oktober aus der Führungsspitze zurück.
Hintergrund:

Kondrauer Mineralbrunnen hatte im März 2019 die Verlagerung der Produktion und Innenlogistik von Waldsassen nach Naila für Anfang 2020 angekündigt. Als Gründe nannte die Firma immer wieder betriebswirtschaftliche Zwänge und zu geringe Quell-Ressourcen in Waldsassen. Der Unternehmenssitz, die Verwaltung, Werksverkauf und Teile der Logistik sind noch in der Klosterstadt. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Jonas Seidl sind bei Kondrauer 85 Leute tätig. 25 in Waldsassen und 60 in Naila.

Kondrauer ist einer der ältesten Mineralbrunnen Bayerns. Schon 1281 schöpften Zisterziensermönche bei Waldsassen Mineralwasser. Bis Ende 2019 kam das Kondrauer Mineralwasser, je nach Sorte, aus der Antonien- oder Gerwig-Quelle. Seit 2020 kommt das Kondrauer Mineralwasser aus der Kondrauer-Quelle in Naila.

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