10.06.2021 - 09:57 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kunstwerke kehren nach Maria Loreto zurück

Keineswegs nur Deko seien die Gemälde, sagt der akademische Maler: Jaroslav Šindelář hat zusätzlich zu den historischen Bildern neue Werke für den Kreuzgang der Wallfahrtsstätte geschaffen.

Alena Kovaříková bedankt sich bei Marcela Brabačová (rechts) für die finanzielle Hilfe.
von Autor GJBProfil

Acht Gemälde, die das Leben der Heiligen Maria darstellen, sind wieder in den Kreuzgang der Wallfahrtsstätte Maria Loreto zurückgekehrt. Der akademische Maler Jaroslav Šindelář hat mehr als ein halbes Jahr an ihrer Restaurierung gearbeitet.

Ursprünglich gab es hier sogar 26 große Ölgemälde, im Stil des niederländischen Helldunkels. Die meisten von ihnen stammten noch aus dem Jahr 1684, waren aber längst durch die Witterung zerstört. "Als wir vor Jahren den Zyklus der Gemälde aus dem Leben der Jungfrau Maria erneuern wollten, trat ein Problem auf: Niemand erinnerte sich daran, wie die Bilder aussahen. Hinweise gab nur ein kleines Buch, ein Pilgerführer", erinnert sich Alena Kovaříková, Leiterin des Egerer Loreto-Vereins. „Es standen aber nur die Themen der Originalwerke in diesem alten Handbuch über Maria Loreto.“ Nach diesen Beschreibungen wurden seit 2001 die leeren Nischen mit Gemälden aufgefüllt.

Stationen aus dem Leben Mariens

Jaroslav Šindelář, Leiter der Kunstgewerbeschule in Pilsen, übernahm die schwierige Aufgabe, die hier genannten Gemälde neu zu gestalten. Unter seinen Händen entstand ein Bilderzyklus, der Stationen aus dem Leben der Heiligen Maria darstellt. Er betont, dass die von ihm geschaffenen Gemälde nicht zur Dekoration gedacht sind, sondern dass sie meditativ sein sollen, als Fenster in eine geistige Welt. „Es ist eine Bildergeschichte, mit Momenten der Freude und der Trauer.“

Alena Kovaříková, die 94-jährige Vorsitzende des Egerer Loreto-Vereins, kümmert sich darum, dass die Wallfahrtsstätte in den Sommermonaten für Besucher geöffnet ist (täglich von 11 bis 16 Uhr, außer montags). Ihr helfen eine Gruppe von Freiwilligen, die die Pilgerstätte betreuen und sich um die Reinigung kümmern.

Restaurierung bestens gelungen

Kovaříková ist begeistert von der bestens gelungenen Restaurierung der Gemälde im Kreuzgang. „Die drei am meisten geschädigten Bilder wurden bereits letztes Jahr einer Heilbehandlung unterzogen", sagt sie und fügt hinzu, dass diese Reparaturen nur dank der großzügigen Unterstützung durch den Stiftungsfonds Historische Eger finanziert werden konnten.

Dessen Vorsitzende, Dr. Marcela Brabačová, rechnet mit Gesamtkosten von fast 500.000 Kronen. Sie erinnert daran, dass dank einer großzügigen Spende von Unternehmer Anton Hart aus Waldsassen, dem „Retter von Loreto“ und Ehrenbürger von Cheb, dieser Fonds zur Renovierung historischer und kultureller Denkmäler gegründet wurde.

Der deutsche Förderverein Maria Loreto lädt regelmäßig zu Gottesdiensten in der Wallfahrtsstätte ein

Hrozňatov (Kinsberg)
Die restaurierten Gemälde im Kreuzgang der Wallfahrtsstätte Maria Loreto.

„Es ist eine Bildergeschichte, mit Momenten der Freude und der Trauer.“

Jaroslav Šindelář

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