15.10.2020 - 16:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mammographie-Screening in Waldsassen wird ausgesetzt

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Viele Jahrzehnte lang bedeutete das Angebot für Patientinnen eine wertvolle Spezialisierung am Haus Waldsassen der Kliniken AG. Damit ist es bald vorbei. Zum 1. November werden die Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen eingestellt.

Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen im bundesweiten Mammographie-Screening-Programm wurden seit vielen Jahren im Haus Waldsassen der Kliniken Nordoberpfalz AG durchgeführt worden. Damit ist zum 31. Oktober zuerst einmal Schluss.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Das Mammographie-Screening war die letzte verbliebene "Abteilung", die im früheren Krankenhaus Waldsassen nach dem Ende der akutstationären Abteilung und nach der Schließung der Orthopädie-Reha geblieben ist.

Doch jetzt sind offenbar auch die Tage dieses Angebots am gewohnten Ort im Landkreis Tirschenreuth innerhalb der bundesweiten Brustkrebsfrüherkennung gezählt. Sie war in Waldsassen von Patientinnen aus der ganzen Region, darunter auch aus Oberfranken, genutzt worden.

Noch im Mai hatte Dr. Ladislav Dědek von einem langfristigen Bestand des Angebots für Patienten im Gebäudekomplex an der Egerer Straße gesprochen. Allerdings hatte der Gynäkologe die Zukunft des Mammographie-Screenings davon abhängig gemacht, was die Kliniken Nordoberpfalz AG mit dem Haus Waldsassen vor hat.

Eigene Praxis in Waldsassen

Dědek hatte einige Zeit in der Praxis von Frauenarzt Dr. Wolfgang Ries gearbeitet und betreibt inzwischen eine eigene Praxis im Prinz-Ludwig-Center in Waldsassen, zusammen mit Dr. Martina Mydlářová.

Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer zeigte sich diese Woche überrascht von der Veränderung und erfuhr erst durch den Anruf von Oberpfalz-Medien davon. Dabei ließ der Rathauschef durchblicken, dass diese Entwicklung überhaupt nicht zu den Bemühungen in den vergangenen Wochen passe: "Wir arbeiten mit Volldampf zusammen mit den Kliniken Nordoberpfalz daran, im Bereich Gesundheit etwas zu organisieren."

Erst am Dienstagnachmittag war bei einem Gespräch die Nutzung der Räumlichkeiten ein Thema. "Wir setzen da viel Zeit und Engagement hinein." Sommer ließ dabei durchblicken, dass auch innovative Ideen im Gespräch sind. Dabei stehen, wie es heißt, nicht alleine medizinische Nutzungen zur Diskussion.

Im Winter nicht machbar

"Es ist meine Hoffnung, dass man dort irgendwann wieder etwas machen kann", erklärte Dědek auf Anfrage von Oberpfalz-Medien im Hinblick auf die Zukunft des ehemaligen Krankenhauses. Das Ende der Mammographie-Screenings in den Räumen an der Egerer Straße sei in beiderseitigem Einvernehmen mit der Kliniken AG erfolgt, so der Arzt in Hinblick auf die Nutzung des Röntgengeräts und der Räumlichkeiten an der Egerer Straße. Dort seien die Untersuchungen vor allem den Winter über nicht wie bisher machbar.

Für eine "gewisse Zeit", so der Gynäkologe, sei das Screening in der Region nun erst einmal komplett ausgesetzt. Die weiteren Planungen seien noch nicht konkret. Das gilt auch für die Frage, wo die Vorsorgeuntersuchungen künftig erfolgen sollen. Bis in vier Wochen etwa will der Gynäkologe eine Lösung vorlegen. "Aber bis dahin muss noch viel passieren."

Anfang Mai war noch von einem langfristigen Bestand des Angebots die Rede

Waldsassen
Stellungnahme der Kliniken Nordoberpfalz AG:

Untersuchungen weiterhin in Waldsassen möglich

In einer schriftlichen Stellungnahme hat sich Dr. Thomas Egginger, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG zum aktuellen Sachverhalt im Zusammenhang mit den Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen im Haus Waldsassen geäußert:

  • Die Verträge – sowohl mit Dr. Dědek als auch der Mietvertrag – enden zum 31. Oktober und waren bis zu diesem Termin befristet im gegenseitigen Einvernehmen geschlossen. Danach obliege es dem Frauenarzt als offiziellen Betreiber des Geräts, das Mammographie-Screening eigenständig weiterzuführen. "Seitens der Kliniken Nordoberpfalz AG ist dies auch weiterhin in Waldsassen möglich", teilt Dr. Egginger mit. "Die Kliniken Nordoberpfalz AG stellt ihm ab diesem Zeitpunkt das Gerät und die Räumlichkeiten zur Verfügung." Auf Nachfrage erklärt der Vorstand, dass Dr. Dědek aktuell für die Nutzung des Geräts, des eingesetzten Personals und die Infrastruktur Miete zahlt. Ob ein Weiterbetrieb am bisherigen Standort Waldsassen oder an einem anderen Standort stattfindet, sei aktuell nicht bekannt. Ein Umzug des Geräts sei aber nach Informationen der Kliniken AG nicht vorgesehen.
  • Der Vorstand äußert sich auch zur Zukunft des Hauses in Waldsassen. Demnach sind hinsichtlich der Liegenschaft bereits Gespräche mit der Stadt Waldsassen und möglichen Investoren erfolgt. Auch Besichtigungen haben stattgefunden.
    Das Haus soll weiterhin als Gesundheitseinrichtung fortgeführt werden. Die Kliniken Nordoberpfalz AG wird die weiteren Schritte in der Übergangsphase fachlich begleiten, jedoch in Zukunft nicht mehr als Betreiber oder Liegenschaftsverwalter der neuen Versorgungseinheiten auftreten. Außerdem werden, wie es hießt, die kommunalen Verantwortungsträger eng in die weitere Planung eingebunden.
Im früheren Krankenhaus Waldsassen wurden bislang noch die Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen im Mammographie-Screening-Programm durchgeführt. Zum 31. Oktober wird dieses Angebot im Gebäude an der Egerer Straße eingestellt.
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