19.11.2020 - 14:28 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mehr Steuerkraft und weniger Schulden pro Einwohner in Waldsassen

Viel Zahlenmaterial hätte die Stadtverwaltung zur Bürgerversammlung zusammengestellt. Das Treffen musste zwar ausfallen. Nicht verzichten müssen Bürger aber auf die Informationen. In ihnen steckt manche Überraschung.

Rund 15.000 Besucher nutzen in der – durch Corona bedingt verkürzten Saison – das Egrensisbad Waldsassen.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Zu den Bürgerversammlungen in der Vergangenheit waren für die Besucher die wichtigsten Zahlen zusammengefasst und als Geheft aufgelegt. Dieses Jahr sind die Informationen auf der Internet-Seite der Stadt Waldsassen (www.waldsassen.de) veröffentlicht. Sie enthalten interessante Angaben etwa über die Steuerkraft, den Schuldenstand und wichtige statistische Zahlen.

Dazu gehört auch die Einwohnerzahl: Sie ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, von 7096 auf nunmehr 7029. Davon sind 667 (633) Ausländer in Waldsassen gemeldet. Die Anzahl der Zuzüge (267 von Januar bis Ende Oktober) hält sich in etwa die Waage mit dem Vorjahreswert (268). Die Wegzüge werden bisher auf 255 Einwohner beziffert, gegenüber 274 im ganzen Jahr 2019.

Mit bisher 48 Geburten – von Januar bis Ende Oktober 2020 – ist im Moment die Anzahl des Vorjahres erreicht. Die Anzahl der Sterbefälle beträgt (Stand Ende Oktober) dieses Jahr 97, im gesamten Vorjahr waren es 96. Am Standesamt Waldsassen wurden bis Oktober 35 Eheschließungen registriert, gegenüber 43 im Vorjahr.

Unter dem Punkt „Kultur- und Heimatpflege“ wird die Stadtbücherei abgehandelt. Der Buchbestand beträgt 11.487 Titel und ist damit etwas geringer als im Vorjahr (12.114). Dafür ist bei den Neuen Medien aufgestockt worden: Zum Verleih bereit stehen 341 (290) CD, 371 (341) DVD sowie 11.715 (11.418) E-Books. Der Kundschaft in der Bücherei stehen außerdem 54 (39) Konsolenspiele und 921 (882) E-Audios zur Verfügung. Für Neuanschaffungen sind 2020 rund 10.000 Euro ausgegeben worden.

Steuerkraft verdoppelt

In den vergangenen zehn Jahren annähernd verdoppelt hat sich die Steuerkraft der Einwohner in Waldsassen: 2010 waren es 434,45 Euro (Landesdurchschnitt 771,22 Euro), für das Jahr 2020 werden 865,87 Euro (1121,06 Euro) angegeben. Der Wert hat sich vor allem ab 2016 nach oben entwickelt und betrug im Vorjahr 878,36 Euro. Mehr als halbiert worden ist die Pro-Kopf-Verschuldung von 2068 Euro auf vorläufig 890 Euro im Jahre 2020.

Bei den städtischen Einrichtungen sind unter anderem die Kindertagesstätten und die Aufwendungen dafür aufgelistet: Im Kinderhaus Tausendfüßler der Stadt Waldsassen werden insgesamt 180 Kinder (2019: 178) betreut, im Kinderhaus St. Michael in der Trägerschaft der Kirchenstiftung 140 (141).

Mehrausgaben

Im Haushalt 2020 sind für das städtische Kinderhaus Mehrausgaben von 417.000 Euro eingeplant; das Rechnungsergebnis 2019 betrug 320.318 Euro. Der Ansatz für 2020 ergibt sich durch die geplanten Ausgaben in Höhe von 1.031.000 Euro (Ergebnis 2019: 969.305 Euro), abzüglich der Einnahmen aus staatlicher kindbezogener Förderung und den Kinderhausgebühren in Höhe von 614.000 Euro (648.987 Euro).

Für die Mehrausgaben für das katholische Kinderhaus sind im aktuellen Haushalt 345.000 Euro eingeplant; im Vorjahr waren es 354.714 Euro. Darin jeweils enthalten sind 50.000 Euro Zuschuss für das Betriebskostendefizit. Für die Schulen (Mittelschule und Grundschule) gibt die Stadt 555.200 Euro aus.

15.130 Besucher im Egrensisbad

Aufgelistet sind auch die Einnahmen und Ausgaben für das Egrenisbad. In der durch die Pandemie bedingt verkürzten Saison besuchten den Angaben zufolge 15.130 Gäste. Das ist in etwa ein Drittel der Gäste, die das Bad in der normalen Saison 2019 besuchten – 42.314.

Deutlich mehr Badegäste waren es im Jahr 2018 mit 56.312 Besuchern. Die aktuellen Zahlen hinsichtlich der Ausgaben und Einnahmen für 2020 sind noch nicht genannt; für 2019 sind Mehrausgaben von 234.572,97 Euro vermerkt, für das Jahr zuvor 212.173.01 Euro.

Das Freibad Waldsassen war im Sommer 2020 eines der wenigen geöffneten Bäder in der Region

Waldsassen
Hintergrund:

Gewerbesteueraufkommen bricht deutlich ein

Im laufenden Jahr 2020 muss die Stadt Waldsassen beim Gewerbesteueraufkommen deutliche Einbußen im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Stadtkämmerer Stephan Andörfer erklärt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien, dass der drastische Rückgang ausschließlich der Pandemie geschuldet ist. Im Jahr 2019 sind dem Bericht der Verwaltung zufolge noch Einnahmen von 4.659.374,09 Euro verzeichnet. Dieses Jahr sind es nur noch 1.587.470 Euro. Laut Andörfer war aber 2020 ohnehin schon mit einem geringeren Steueraufkommen gerechnet worden: Rund 3,0 Millionen Euro waren im Haushalt eingeplant. Die nun zu verkraftenden Einbußen würden vom Freistaat wieder erstattet, so der Kämmerer. Derzeit würden die Anträge dafür eingereicht.

 

 

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