01.07.2020 - 15:21 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Millionen für Behörden-Neubau in Waldsassen

"Ich freu' mich sakrisch", sagte Bürgermeister Bernd Sommer in einer ersten Stellungnahme und rief fröhlich "Yippie-ya-yeah" ins Telefon: Der Haushaltsausschuss hat die Mittel für den Neubau der Geodatenbank Bayern in Waldsassen bewilligt.

Bürgermeister Bernd Sommer ist glücklich über die Nachricht, dass der Haushaltsausschuss 16,55 Millionen Euro für das neue Landesamt in Waldsassen locker gemacht hat. Im Hintergrund das frühere Seniorenheim St. Maria, an dessen Stelle der Behördenneubau errichtet wird.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Ein Meilenstein für Waldsassen und die Region", ist Landtagsabgeordneter Tobias Reiß begeistert von der Entscheidung: Der Freistaat investiert in Waldsassen über 16 Millionen Euro in ein neues Amtsgebäude des Landesamtes für Breitband, Digitalisierung und Vermessung (LDBV).

Der Doppelstandort der Behörde in Windischeschenbach (60 Angestellte) und Waldsassen (70 Angestellte) bietet bereits jetzt vielen gut qualifizierten und zumeist jungen Menschen eine Perspektive in der Heimat. Die ersten jungen Beamten haben ihre Ausbildung 2019 abgeschlossen und ihre Anwärterprüfung für die Beamtenlaufbahn abgelegt.

Letzte Hürde

Das Großprojekt in Waldsassen nahm jetzt die letzte Hürde. Der Haushaltsausschuss des Landtages hat in seiner jüngsten Sitzung 16,55 Millionen Euro für den Neubau an der Egerer Straße in Waldsassen freigegeben.

Bürgermeister Bernd Sommer ist froh darüber, dass der Abbruch des bestehenden Gebäudes, das frühere Seniorenheim St. Maria, und der Neubau unmittelbar hintereinander verwirklicht werden. Mitunter war auch eine zeitlich versetzte Lösung im Gespräch. "Da ist die jetzige Variante besser." Die bewilligte Summe lasse erahnen, dass das Gebäude wie geplant errichtet wird. "Das wird schon etwas Ordentliches", sagt Sommer in Anbetracht der bewilligten Summe.

Die Umsetzung der Verlagerung nach Waldsassen hatte im Juli 2017 mit einem Aufbaustab von 19 Personen in einer temporären Unterbringung in den Räumen der Sparkasse Oberpfalz Nord begonnen. Aktuell sind bereits 40 Personen am neuen Standort in Waldsassen beschäftigt.

"Es entsteht ein Kompetenzzentrum für amtliche Kartographie für ganz Bayern", betont in einer Pressemitteilung CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, der zugleich als Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion deutlich macht: "Wir halten in Bayern am Kurs der Behördenverlagerung fest und stärken den ländlichen Raum mit dieser Zukunftsinvestition."

MdL Tobias Gotthardt (Freie Wähler) aus Regensburg begrüßte als Mitglied des zuständigen Ausschusses im Bayerischen Landtag diese Investition: Sie sei eine gezielte und bewusste Stärkung des Landkreises Tirschenreuth und der Region.

Geo-Datenbank digitalisiert Karten

Zusätzlich wird am Waldsassener Standort ein landesweites Aus- und Weiterbildungszentrum für die Digital- und Vermessungsverwaltung entstehen. Ein Teilbereich der "Geo-Datenbank Bayern" wird ebenso seine Arbeit in Waldsassen aufnehmen. Zum Aufgabenfeld gehört die Aktualisierung des Digitalen Landschaftsmodells verbunden mit der Modellierung der Geodaten für den Einsatz geographischer Informationssysteme (GIS). Damit einher geht, dass in Waldsassen künftig die Anwendungsentwicklung für das Amtliche Topographisch-kartographische Informationssystem (ATKIS) angesiedelt sein wird. Hierzu werden zwei Referate der Kartographie sowie ein Referat für IT-Entwicklung in Waldsassen neu aufgebaut.

"Besonders wertvoll" sei laut Tobias Reiß auch, dass die Neueinstellungen und die Ausbildungsplätze an den beiden Behördenstandorten zu einem "ganz überwiegenden Teil" an junge Menschen aus der Region gehen. "Wir schaffen als Freistaat Perspektiven in unserer Heimat", so der Landtagsabgeordnete weiter.

Bereits jetzt bildet das Landesamt in der Region junge Leute aus

Waldsassen

Ein zentraler Geburtshelfer für die Behördenstandorte in der nördlichen Oberpfalz sei Albert Füracker, 2015 noch Finanzstaatssekretär unter Markus Söder, heute selbst als Finanz- und Heimatminister verantwortlich. Man habe sich gegenseitig die Bälle zugespielt, was letztlich zum Erfolg führte, so Tobias Reiß. Insgesamt wurden über 460 Behördenarbeitsplätze in die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und Wunsiedel verlagert.

"Mehr Heimatnähe gibt's nirgends", zeigt sich Tobias Reiß vom bayerischen Weg der Behördenverlagerung überzeugt. Die ist aber lange noch nicht zu Ende, denn in Weiden sollen in den nächsten Jahren zusätzliche 300 Stellen in einer Außenstelle des Landesamtes für Finanzen geschaffen werden.

Hintergrund:

"Optimale Ergänzung" zur OTH Weiden

"Es war unser Ziel, die volle Bandbreite der Aus- und Weiterbildung in der nördlichen Oberpfalz möglich zu machen", zeigt sich Tirschenreuths Landtagsabgeordneter Tobias Reiß stolz. Das Ausbildungszentrum in Waldsassen dürfe man nicht nur für sich alleine betrachten. "Es ist uns gelungen, die Einrichtung eines Studiengangs für Geomatik und Landmanagement an die OTH Weiden zu holen, jetzt folgt in Waldsassen ein Aus- und Weiterbildungszentrum als optimale Ergänzung", unterstreicht der Politiker. Von der unteren Qualifikationsebene bis zum Bachelor-Studium bieten sich nun vielfältige Möglichkeiten.

Das ehemalige Altenheim St. Maria an der Egerer Straße in Waldsassen.
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (links) kümmert sich um die Umsetzung der Behördenverlagerung. Unterstützung bekommt er vom Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Fraktion im Landtag, Tobias Reiß, der die Zusammenarbeit der örtlichen Akteure und mit der Staatsregierung vorbereitet hatte.

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