05.08.2020 - 10:10 Uhr
WaldsassenOberpfalz

"Naturpackerl" und jede Woche Post

Umweltbildung in Zeiten von Corona – geht das überhaupt? Johanna Härtl, Leiterin der Umweltstation Waldsassen, gibt einen kleinen Einblick in die derzeitige Arbeit in der Einrichtung. Auch Angebote zum Ferienprogramm gibt es.

Bei der Umweltbildung in Zeiten von Corona setzt das Team der Umweltstation Waldsassen unter dem Dach der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen auch digitale Hilfsmittel ein.
von Redaktion ONETZProfil

"Wie soll das nur weiter gehen?", erinnert sich Johanna Härtl an Momente während des durch Corona bedingten Stillstands ab März. „Die Corona-Pandemie hat auch unsere Einrichtung sehr stark getroffen.“ Aus dieser Zeit entwickelten sich jedoch auch neue Ideen. "Neben den finanziellen Herausforderungen stand die Umweltstation Abtei Waldsassen vor der Herausforderung, wie man Umweltbildung in Zeiten von Corona durchführen kann", so die Leiterin in einer Pressemitteilung.

„Nicht nur uns selbst fehlte es, das Wissen über Kräuter, Garten, Natur und Co. weiter zu geben." Der Garten sei in dieser Zeit sehr still gewesen. "Auch den Kindern – beispielsweise der beiden Kindergruppen Gartenzwerge und Regenbogenbande – fehlten die regelmäßigen Treffen im Kloster- und Naturerlebnisgarten.“ Aus der Not heraus sei zusammen mit einem Team, bestehend unter anderem aus den Betreuerinnen und als Kooperationspartner der Geschichtspark Bärnau-Tachov, die Idee der Sommerakademie entstanden.

Virtuelle Brotzeit am Ende

Seit Anfang Juni erhalten die Kinder sogenannte „Naturpackerl“ zu verschiedenen Themen wie Biene, Ringelblume, Spitzwegerich, Wasser oder Bohne. Wöchentlich bekommen die Kinder Videos. Sie beginnen mit einer Meditationseinheit, bevor es eine kurze Theorieeinheit gibt: Darin wird erklärt, wie man etwa die Ringelblume erkennt oder welche Heilwirkungen diese hat, um dann in die Praxis überzuleiten. Da wird dann gezeigt, wie man einen Stechmonsterroller, Früchtewasser oder eine Ringelblumenbutter macht.

Am Ende eines Naturpackerls gibt es, so wie es eigentlich bei den realen Treffen auch der Fall gewesen wäre, eine „virtuelle“ Brotzeit. Hierfür können sich die Kinder manchmal im Kloster- und Naturerlebnisgarten ein Kräutersalz oder Honig abholen. Zusätzlich bekommen sie wöchentlich per Post immer die Infos per Steckbrief zugeschickt oder auch weitere Utensilien wie Lupe oder die Rohstoffe für den Stechmonsterroller.

Neues Terrain

„Wir alle, die hier bei diesem Projekt mit arbeiten, haben ein neues Terrain betreten. Keiner hat sich vorher viel Gedanken darüber gemacht, wie man Videos dreht, auf welche Dinge man dabei achten muss und wie man natürlich die Videos schneidet und bearbeitet“, erzählt Johanna Härtl. „Auch wenn hin und wieder nicht alles mit der Technik glatt läuft, wir können so mit den Kindern in Kontakt bleiben und erhalten auch Rückmeldung und freuen uns, dass alle so toll mitmachen." Wertvoll seien die Erfahrungen, wie sich die digitale Welt sinnvoll in der Umweltbildung einsetzen lässt. Die anfängliche Skepsis habe sich zum Positiven gewandelt.

Auch im diesjährigen Modellprojekt der Umweltstation ging es trotz Corona-Pandemie weiter. Es liegt ein Schwerpunkt auf die regionalen Superfoods, ob wildwachsend oder einheimisch produziert. Videospots zum Thema werden regelmäßig auf den bekannten Plattformen veröffentlicht.

Die Umweltstation ist bereits für ihre Arbeit im Bereich der Umweltbildung ausgezeichnet worden

Waldsassen
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Ferienprogramm der Umweltstation

Die Umweltstation Abtei Waldsassen bietet kurzfristig zusätzliche Angebote in den Sommerferien an, da geplante Kurse wie „Kochen mit Kindern“ ausfallen müssen. Neu mit dabei ist etwa eine Wanderung mit Picknick am Montag, 10. August, gespickt mit Rätseln und Aufgaben entlang des Weges, Wald und Wild erleben (Freitag, 28. August) oder die kleine Pilzschule (1. September). Nähere Informationen: www.kubz.de

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