03.12.2018 - 17:37 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Auch Öko-Zoigl angedacht

Rund drei Stunden zerbrechen sich "Macher" in der Region den Kopf, was das Stiftland bereits für eine Öko-Modellregion hat und was noch fehlt. Klar ist nach der Besprechung: Das Kloster Waldsassen spielt eine zentrale Rolle.

Die Referenten und Verantwortlichen auf einen Blick, von links Christian Novak, Hans-Peter Schmucker, Kerstin Walch, Bürgermeister Roland Grillmeier und Dr. Robert Leiner.
von Josef RosnerProfil

Unerwartet groß war der Andrang im Jugendheim beim Informations- und Austauschtreffen für die Bewerbung des Stiftlands als Öko-Modellregion. Rund 80 Bürger verfolgten aufmerksam die Vorträge und brachten auch zahlreiche Anregungen mit ein.

IKOM-Vorsitzender Roland Grillmeier freute sich über das große Interesse und zeigte sich überzeugt, dass eine Bewerbung, als Öko-Modellregion anerkannt zu werden, durchaus Chancen hat. "Wir haben hier beste Voraussetzungen." Gleichzeitig bat er um Unterstützung. Nur gemeinsam könne dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden.

Gütesiegel erläutert

Christian Novak von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erzählte viel über das Gütesiegel "Staatlich anerkannte Öko-Modellregion", das an sechs Gebiete neu verliehen werden soll. Der Sprecher machte deutlich, dass die Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln steige und auch die Staatsregierung dafür einen guten Markt sehe. Die Förderdauer betrage maximal acht Jahre, dann sollten die Regionen finanziell auf eigenen Beinen stehen können. In Bayern gebe es bislang zwölf Öko-Modellregionen, darunter auch das Gebiet der "Steinwald-Allianz". Ziel sei es, so Novak, den ökologischen Landbau zu unterstützen. Bis zum 31. Januar 2019 müssten die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Das Ziel sei klar definiert. Es solle die Erzeugung von Öko-Lebensmitteln weiter vorangebracht werden. Leitender Baudirektor und stellvertretender Amtsleiter Hans-Peter Schmucker vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz freute sich, dass drei der bisherigen zwölf bayerischen Öko-Modellregionen in der Oberpfalz beheimatet sind. In einer Öko-Modellregion werde eine große Bandbreite an Projekten umgesetzt, angefangen von der Erzeugung bis hin zur Vermarktung. Wichtig sei die Verbindung von Regionalität und ökologischer Erzeugung.

Dr. Robert Leiner, der das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept für die IKom Stiftland erarbeitet hat, wird die Ausarbeitung des Bewerbungskonzeptes vornehmen. Er stellte auf der Veranstaltung die Ziele und erste Projektideen vor, die mit der Förderung unterstützt und auf den Weg gebracht werden sollen.

Bei der Entwicklung und Positionierung des Stiftlandes als "Erzeugerregion für gesunde Lebensmittel" sollen regionaltypische Bio-Produkte, die auf das Kloster Waldsassen zurückgehen, im Vordergrund stehen. Dazu zähle vor allem die Teichwirtschaft, die zudem das Selbstverständnis und das Landschaftsbild der Region präge. "Eine Förderung als Öko-Modellregion wäre für diesen Bereich ausgesprochen hilfreich, um die ökologische Teichwirtschaft im Stiftland auf den Weg zu bringen", meinte er.

Weitere Ansatzpunkte

Weitere Ansatzpunkte für Projekte ergaben sich bei den regionaltypischen Produkten Zoigl und Kartoffel. Zudem bieten die Themen Waldumbau, Biodiversität, Landschaftsentwicklung und Tourismus Anknüpfungspunkte für Projekte. Aus den Rückmeldungen der Teilnehmer wurde deutlich, dass diese Themen in das Bewerbungskonzept einfließen sollen, wenngleich das Thema Bio-Karpfen anders als das Thema Bio-Zoigl einen längeren Entwicklungsprozess erfordern wird.

Die Rückmeldungen zeigten weiter, dass die gemeinsame Vermarktung und der gebündelte Verkauf von Bio-Produkten im Stiftland wie auch in den größeren Städten und in den Metropolregionen im Bewerbungskonzept hervorgehoben platziert werden soll. Insgesamt herrschte große Zuversicht, dass das Stiftland mit seiner Bewerbung als Öko-Modellregion erfolgreich sein kann. Die Veranstaltung hat klar gezeigt, dass die Bewerbung breites Interesse hervorruft.

Rund achtzig Zuhörer waren ins Jugendheim gekommen, um sich aus erster Hand über die Bewerbung um eine Öko-Modellregion zu informieren. Aus der Versammlung ging klar der Auftrag hervor, sich darum auch zu bewerben.
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