19.07.2020 - 14:08 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Paneuropa-Tage: "Den europäischen Geist lebendig halten"

Ein Teil der 46. Paneuropa-Tage ging auch in Waldsassen in der Basilika und der Klosteraula über die Bühne. Dabei gab es ein besonderes Geschenk für Bernd Posselt, Präsident der Paneuropa-Union Deutschland.

Luis-Andreas Hart (vorne, Zweiter von links) überreichte an Bernd Posselt (links) eine Madonnenfigur, die Stadtpfarrer Thomas Vogl nach dem Gottesdienst segnete.
von Redaktion ONETZProfil

Die 46. Paneuropa-Tage der Paneuropa-Union Deutschland starteten am Freitag in der Freiheitshalle Hof. Das Samstagsprogramm führte die internationalen Teilnehmer am Nachmittag in die Waldsassener Basilika zu einem Gottesdienst.

Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl sprach in seiner Predigt sowohl das geografische als auch das politische Verständnis Europas an. In Erinnerung an seine Jugendzeit in seinem Geburtsort Neukirchen beim Heiligen Blut, die er am damaligen Eisernen Vorhang durchlebte, spannte er den Bogen zu seiner nunmehr 16-jährigen Wirkungsstätte als Stadtpfarrer von Waldsassen. Weil es seinerzeit gefährlich und verboten war, die Grenze zum Nachbarland Tschechoslowakei zu überschreiten, war es für den Theologiestudenten ein beeindruckendes Erlebnis, als nach der Grenzöffnung 1990 erstmals böhmische Wallfahrer zur Gottesmutter mit dem gespaltenen Haupt in seinen Heimatort pilgerten.

Jetzt lebe er zwar wieder an der Grenze, jedoch nahe am Mittelpunkt Europas. Der in der Basilika aufbewahrte "geschändete Christus von Wies" solle nicht nur als Sühnemal für die damalige Schandtat dienen, sondern auch als Erinnerung und Mahnmal für die Verpflichtung, die europäische Gemeinschaft der Freiheit, des Friedens und des Rechts zu bewahren. "So wie im Evangelium das Gleichnis vom Sauerteig den ganzen großen Teig durchsäuert, so sollen sich auch die Menschen von Europa mitnehmen lassen und den europäischen Geist lebendig halten", schloss der Pfarrer.

Madonnenfigur für Bernd Posselt

Im Anschluss an den Gottesdienst segnete Pfarrer Vogl eine Madonnenfigur. Diese überreicht Luis-Andreas Hart mit einer ausführlichen Laudatio an den Präsidenten der Paneuropa-Union Deutschland, Bernd Posselt, zum Dank für dessen jahrelangen Bemühungen um die europäische Idee. Der „Neustart Europas“ kann laut Hart nur gelingen, "wenn er auf Basis des paneuropäischen christlichen Wertegerüstes basiert". Mit Blick auf die Madonnenfigur meinte er: "Europa stand schon immer unter dem besonderen Schutzschirm Mariens."

Paneuropa-Union-Präsident Bernd Posselt ist auch immer wieder mit Vorträgen in der Region unterwegs:

Weiden in der Oberpfalz

Beim Empfang in der Klosteraula freute sich Bürgermeister Bernd Sommer, dass auch Waldsassen als Teil des grenzüberschreitenden Oberzentrums mit Eger im Programm der Paneuropa-Tage berücksichtigt worden war. Bernd Posselt betonte, dass die Klosterstadt der Paneuropa-Union seit Jahren verbunden sei. "Waldsassen verbindet die beiden Herzkammern Europas, nämlich Bayern und Böhmen", so der Sprecher.

Meilenstein für die europäische Idee

Europaabgeordneter Christian Doleschal lobte die Paneuropa-Union für das großartige Programm dieser Tage und stellte fest: "2004 ist diese Region mit dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union in das Herz Europas gerückt. Dies war ein Meilenstein für die europäische Idee." Als die Grenzen vor einigen Monaten plötzlich dicht waren, sei das ein Bild des Schreckens gewesen. Bezug nehmend auf die derzeitigen Verhandlungen wegen der Hilfsgelder seitens der EU, erachtete es Doleschal für enorm wichtig, dass auch die hiesigen Grenzregionen von diesen finanziellen Mitteln profitieren.

Unmittelbar nach dem Empfang reisten die Teilnehmer mit Bussen weiter nach Eger und Franzensbad. Die Europatage endeten am Sonntag mit der Bundesdelegiertenversammlung in Hof.

Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl zelebrierte den Festgottesdienst in der Basilika Waldsassen anlässlich der 46. Paneuropa-Tage.
Bürgermeister Bernd Sommer begrüßte die Teilnehmer der Paneuropa-Tage in der Klosteraula.
Bürgermeister Bernd Sommer (links) begrüßte Präsident Bernd Posselt (rechts) und die Teilnehmer der Paneuropa-Tage in der Klosteraula.
Europaabgeordneter Christian Doleschal dankte den Veranstaltern für das großartige Programm der Paneuropa-Tage.
Der Empfang in der Klosteraula bildete nach dem Festgottesdienst den Abschluss der Programmpunkte in Waldsassen.
Hintergrund:

Im Anschluss an die paneuropäische Liturgiefeier in der Basilika hieß Luis-Andreas Hart die Teilnehmer der 46. Paneuropa-Tage, darunter den Vertreter der tschechischen Regierung, Daniel Herman, herzlich willkommen und würdigte die großartigen Errungenschaften von Bernd Posselt als ihren Präsidenten: Aufgrund der intensiven Bemühungen Bernd Posselts „kam zum Gedenken des 25. Jahrestags des Falls des Eisernen Vorhangs der innerdeutschen Mauer am 3. November 2004 in das Grenzmuseum Schirnding auf dem Hart Werksgelände neben dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, drei weiteren Länderchefs, vor allem auch der tschechische Minister Daniel Hermann“, so Hart.

Zwei Jahre später sei es Bernd Posselt sogar gelungen, dass die tschechische Staatsregierung mit Daniel Herman zum 67. Sudetendeutschen Tag zum ersten Mal einen Vertreter entsandte und als enger Weggefährte von Otto von Habsburg ebnete Bernd Posselt auch den Weg dafür, dass durch die Enthüllung der Franz-Joseph-II.-Statue in Franzensbad durch Otto von Habsburg im Jahr 2004 eine gewaltige politische Dimension ausgelöst wurde.

Europa habe auch stets unter dem besonderen Schutzschirm Mariens gestanden: Die europäische Flagge mit den 12 Sternen der Muttergottes von Straßburg symbolisiere die Einheit, Solidarität und das christliche Wertegefüge Europas und auch die Wunder der Madonna von Fatima hätten letztendlich zum friedlichen Sieg über den Kommunismus geführt.

Die Lebensgeschichte seines Vaters Anton Hart, einem gläubigen Marienverehrer, sei ebenso paneuropäisches Zeugnis: So habe sein Vater, nachdem er wie durch ein Wunder den Kessel von Woronesch im Zweiten Weltkrieg überlebt hatte, nicht nur die Wallfahrtskirche Maria Loreto, eine Ruine, wieder aufgebaut, sondern nach der Zwangsenteignung seiner Tonwarenfabrik auch die zwei Werke Waldsassen und Schirnding, die für den Fortbestand der 350-jährigen Hart Keramik Tradition stehen. Das Credo von Anton Hart war stets geprägt von dem paneuropäischen-christlichen Wertegefüge: „Vom Herzen bin ich Europäer.“

In einem symbolischen Akt überreichte Luis-Andreas Hart die heilige Madonna von Fatima an Bernd Posselt. „Unsere paneuropäische Seherin und Schutzheilige, die Muttergottes von Fatima, möge dich auf deiner weiteren Mission für ein freiheitliches, von christlichen Werten geprägtes Europa begleiten, stärken und schützen. Sie lege ihren Schutzmantel über uns Paneuropäer", so Luis-Andreas Hart.

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