05.06.2020 - 11:21 Uhr
WaldsassenOberpfalz

"Parkplatz Nord" beim Kloster Waldsassen der nächste Streich

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Das Haus St. Gertrud in Waldsassen ist schon seit November vergangenen Jahres eingeweiht, die Bewohner fühlen sich inzwischen recht wohl dort. Im Mühlenviertel des Klosters Waldsassen wird aber weiterhin gebaut.

Zurzeit wird der Außenbereich vorm Haus St. Gertrud neu gestaltet
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Zurzeit werden die Außenanlagen vor dem inzwischen sanierten Gebäudekomplex unterhalb der Zisterzienserinnen-Abtei in Waldsassen gestaltet. Der Platz unmittelbar neben der Wondreb war viele Jahre lang nur geschottert und diente als Parkfläche - vor allem beliebt bei Kirchenbesuchern und bei Gästen des Hauses St. Joseph.

Auf dem Vorplatz von St. Gertrud werden künftig nur mehr Stellplätze für die Katholische Jugendfürsorge (KJF) als Trägerin der Behinderten-Betreuungseinrichtung sowie für Gäste verfügbar sein. Ersatzweise werden aber auch Stellflächen entstehen - hinter der Mauer auf der anderen Seite der Brauhausstraße.

"Im Anschluss an den Bau der Außenanlagen, die im Oktober fertig sind, kommt dann noch der ,Parkplatz Nord' dazu", informiert Äbtissin Laetitia Fech über das nächste Vorhaben. Als eigenen Bauabschnitt will Äbtissin Laetitia Fech die Anlage der Parkflächen in Angriff nehmen. Die Neugestaltung wird in enger Abstimmung mit der Stadt Waldsassen geplant und schrittweise verwirklicht.

Sr. Sophia Schlembach hat den Zeitplan klar vor Augen: Dieses Jahr im vierten Quartal soll die Eingabeplanung fertig sein und die Ausschreibung folgen, im nächsten Jahr startet dann der Bau. "Wir sind dankbar, dass das zusammen mit der Stadt geht", sagen die Äbtissin und Sr. Sophia über das Konzept, das gemeinsam mit der Kommune verwirklicht werden soll.

Nach wie vor geplant ist der Steg von der Brauhausstraße über die Wondrebaue hinüber zum Festplatz. Er wird mittelfristig die bevorzugte Parkfläche für Besucher der klostereigenen Einrichtungen sein. Die Ordensfrauen sind dankbar über diese Lösung, die der Zisterzienserinnen-Abtei sehr entgegenkommt. "Wir müssten ja 80 bis 90 Stellplätze nachweisen", rechnet die Äbtissin vor: Parkflächen werden gebraucht für Schule, Gästehaus und die KJF, außerdem kommt noch die Umweltstation dazu. "Wenn der Laden läuft, sind Parkplätze Mangelware in Waldsassen", sagt Sr. Sophia.

Der Bericht über die Einweihung des Hauses St. Gertrud

Waldsassen

Dennoch wird ein großer Teil des Bedarfs an Stellplätzen auf klostereigenem Gelände entstehen - eben vor dem Haus St. Gertrud und weitere hinter der Klostermauer, wo jetzt noch das alte Werkstattgebäude der Hausmeister steht. Es wird abgerissen; ersatzweise sind Garagen fürs Kloster und dahinter eine Parkbucht mit 25 bis 30 Plätzen geplant. Diese seien gedacht vor allem für Gäste des Hauses St. Joseph und für Kirchenbesucher am Sonntag.

Hintergrund:

Flossenbürger Granit und Lamberts-Glas

"Mein Traum, den Mühlbach zu beleben, muss ich begraben", sagt Äbtissin Laetitia Fech über die Neugestaltung der Außenanlagen beim Mühlenviertel. Traurig ist sie aber nicht deswegen. Denn dafür wird später ein Brunnen aus Flossenbürger Granit mit einem kleinen Wasserlauf die Außenanlage bereichern. Ermöglicht wird dies von der Katholischen Jugendfürsorge und der Glashütte Lamberts. "Wir selbst hätten das nicht mehr finanzieren können", ist die Äbtissin glücklich über die Unterstützung.

Dankbar ist Äbtissin Laetitia Fech, dass auch dieser Abschnitt der Generalsanierung noch gelungen ist. "Das ist schon wieder so ein Zeichen", sagt die Ordensfrau über ihr tiefes Vertrauen, dass der Herrgott es schon wieder gut werden lassen würde - seit dem Beginn der Generalsanierung 1995. Sr. Laetitia ist sich auch dessen bewusst, dass die Voraussetzungen für derartige Projekte künftig nicht besser werden. "Wenn wir nicht schon im Januar ausgeschrieben hätten, wäre es wahrscheinlich schwierig." Nun aber sei alles schon, so die die Ordensschwester, "festgezurrt" gewesen.

Die Äbtissin hatte im Frühjahr noch bei der Regierung angefragt, "ob ich überhaupt noch anfangen darf in der jetzigen Zeit". Die Antwort aus München sei unmissverständlich gewesen. "Sie müssen anfangen, weil sonst das Fördergeld verfällt."

Im Blickpunkt:

Ziegel aus den 60er- und 70er Jahren

"Nach langem Hin und Her dürfen wir es jetzt abbrechen", freut sich Äbtissin Laetitia Fech über die Erlaubnis des Landesamts für Denkmalpflege für die Beseitigung der alten Hausmeister-Werkstätten unmittelbar an der Klostermauer, entlang der Brauhausstraße im Mühlenviertel-Bereich. Es sei der Nachweis gelungen, "dass es ein Bau aus den 70er Jahren ist", so die Äbtissin und ist froh darüber, dass sie das Gebäude nicht sanieren lassen muss. "Das spart uns natürlich Kosten." Früher waren die Experten stets davon ausgegangen, dass das Gebäude deutlich älter wäre; vielleicht durch einen Zahlendreher, wie vermutet wird. Jedenfalls waren die Ziegel der alten Werkstatt angebohrt worden: Die Untersuchung des Mauerwerks hat die Denkmalschützer offenbar überzeugt. "Wir haben herausbekommen, dass es Ziegel aus den 60er und 70er Jahren sind", so die Äbtissin. Außerdem waren im Rathaus noch die Pläne für den Bau vor gut 50 Jahren gefunden worden. "Jetzt dürfen wir das alte Gebäude beseitigen. Aber die Klostermauer bleibt", erklärt Sr. Sophia, die Baufachfrau im Konvent.

Die Werkstatt im Klosterhof wird für den Bau von Parkplätzen abgerissen.
Die frühere Hausmeisterwerkstatt (rechts, hinter der Klostermauer) darf nun abgerissen werden. Probebohrungen haben gezeigt, dass das Gebäude deutlich jünger ist als früher angenommen.
Die alte Hausmeisterwerkstatt in der Brauhausstraße hinter der Klostermauer wird abgerissen.

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