21.06.2020 - 14:34 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Roter Teppich und offene Tore für neue Ärzte

"Ich habe auch keine Lösung", erklärte Bürgermeister Bernd Sommer, als er in der jüngsten Sitzung des Stadtrats auf die Veränderung einging: Kinderarzt Dr. Bernd Seybold geht in Ruhestand, einen Nachfolger gibt es bis dato keinen.

Die medizinische Versorgung in Waldsassen war in der jüngsten Sitzung wieder einmal Thema im Stadtrat.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Ich habe auch keine Lösung", erklärte Bürgermeister Bernd Sommer, als er in der jüngsten Sitzung des Stadtrats auf die Veränderung einging: Kinderarzt Dr. Bernd Seybold geht in Ruhestand, einen Nachfolger gibt es bis dato keinen.

"Da wird den Menschen erst bewusst, was man an solchen Institutionen hat", sagte Sommer über die neue Situation. Dabei werde schnell in der Bevölkerung der Ruf "Macht's mal" laut - mit der Konkretisierung "Stadt, mach' mal".

Der Bürgermeister stellte klar, dass man im Rathaus für die ärztliche Versorgung nicht zuständig sei: Sommer verwies konkret auf die Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigung "mit all ihren Organisationen". Der Ärzte-Nachwuchs sei in der Anzahl ein Problem, so Sommer. Er hoffte auf Besserung, wollte aber darauf auch nicht tatenlos warten.

"Wenn sich Ärzte - einzelne oder mehrere - für Waldsassen interessieren: Die Stadtverwaltung steht bereit", warb Sommer unverblümt für die Qualitäten der Klosterstadt als Arbeits- und Wohnort. "Wir würden uns einbringen, wo wir uns kommunalrechtlich einbringen dürfen", sicherte das Stadtoberhaupt bestmögliche Unterstützung zu und meinte, es seien oft die Rahmenbedingungen ausschlaggebend: "Wir machen die Tore auf, wir rollen den Roten Teppich aus." Einzelheiten müssten dann im Stadtrat beraten werden. Sommer erklärte, dass dies bereits in der Vergangenheit an anderer Stelle öfters schon getan worden sei. "Auch das muss einmal gesagt werden." Möglicherweise gelinge es noch, gemeinsam eine Nachfolgelösung auf den Weg zu bringen.

"Es ist wirklich höchste Zeit", meinte Helmut Zeitler. Ihm waren die Zuständigkeiten durchaus bewusst, andererseits fragte der SPD-Stadtrat: "Was ist es uns als Stadt wert, den Kinderarzt zu halten?" Zeitler verwies auf das Beispiel Kemnath. "Vielleicht könnte man dort Tipps und Tricks erfahren und Informationen einholen, was die gemacht haben." Kemnath habe drei Jahre gebraucht, bis sich ein Kinderarzt niedergelassen habe.

"Ich kann keinen Kinderarzt backen", sagte Sommer dazu und riet zur Vorsicht: Es dürften keine Erwartungen geweckt werden, die sich seitens der Stadt dann nicht erfüllen ließen. "Natürlich stehen wir in Kontakt", sagte Sommer mit Blick auf Kemnath. Doch am Ende sei immer die Initiative von Ärzten ausschlaggebend. "Die müssen sich selbst vernetzen", so Sommer: Wenn ein Arzt einem anderen die Position darlege, dann habe dies eine andere Wirkung als die Aussage eines Bürgermeisters. "Wir sind da nah dran."

Kinderarzt Dr. Seybold geht in Ruhestand

Waldsassen

Ich kann keinen Kinderarzt backen.

Bürgermeister Bernd Sommer

Bürgermeister Bernd Sommer

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Keine Wartelisten für Kinderhausplätze

Helmut Zeitler (SPD) hinterfragte im Hinblick auf den neuen Einschulungskorridor, der dieses Jahr erstmalig gültig sei, die verfügbaren Kapazitäten. Ein dritter Kindergarten werde ja schon errichtet. Katja Bloßfeldt (CSU) meinte, dass die verfügbaren Plätze nach aktuellem Stand wohl knapp würden. "Aber es gibt keine Wartelisten", ergänzte Bernd Sommer.

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Grünabfall-Anlieferung: Bezahlen mit Punktekarte

Seit Beginn der landesweiten Beschränkungen wegen der Coronoa-Pandemie war die Barzahlung eingestellt worden, aus hygienischen Gründen. Doch die bisher praktizierte Regelung, dem Personal bei der Grünabfall-Anlieferung unkompliziert die Gebühren direkt in die Hand zu geben, war in der Vergangenheit von der überörtlichen Rechnungsprüfung bemängelt worden. „Wir müssten dort ein Kassensystem einführen“, informierte Bürgermeister Bernd Sommer in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Dort verständigten sich die Fraktionen auf die Umstellung auf ein Bezahlsystem mit Punktekarten. An der Höhe der Vergütung müsse aber nichts geändert werden, wie es hieß.

Pro Kubikmeter angeliefertes Material werden 7 Euro fällig; entsprechend kosten 0,25 Kubikmeter angelieferten Grünguts 1,75 Euro. Ausgegeben werden Karten für 1,25 Kubikmeter (fünf Punkte für 8.75 Euro), für zweieinhalb und für fünf Kubikmeter. Die Tickets werden vom Aufsichtspersonal entsprechend der angelieferten Menge entwertet. „Ich zähle auf die Ehrlichkeit der Bürger“, sagte Sommer im Hinblick auf die Gebühren, die seit März angefallen wären – und nicht bezahlt wurden. Diese könnten „nachentrichtet“ werden, so Sommer, beim Erwerb der Punktekarten. Sie sind ab Mitte Juli in der Bürger-Info im Rathaus erhältlich. Und wer dem Personal an der Sammelstelle Trinkgeld zukommen lasse wolle, könne über ein dafür aufgestelltes Sparschwein oder einen anderen Behälter erledigen.

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