22.05.2019 - 12:02 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Socken stricken für die Jurte

Die evangelische Gemeinde Waldsassen hat ihre neue Errungenschaft für den Pfarrgarten feierlich eingeweiht. Mit Gottes Segen soll die Jurte zum Ort der Begegnung werden, besonders für die Jugend.

Pfarrerin Stefanie Schön und Diakon Fritz Lieb sprachen den Segen für das Zelt und alle, die sich dort begegnen werden.
von Ulla Britta BaumerProfil

Was für ein schöner Gottesdienst, wenn gleichzeitig die Sonne warm auf den Rücken scheint und die Vögel in den Bäumen zwitschern. So erlebten Waldsassener Gläubige die Einweihung einer exotischen Anschaffung, die im Garten der evangelischen Gemeinde seit kurzem für Gesprächsstoff sorgt.

Bei dieser Neuerung handelt es sich um eine Jurte, die von einem Mitglied der Kirchengemeinde gespendet wurde. Dieses traditionelle Zelt der Nomaden ist besonders verbreitet in der Mongolei, Kirgisistan und Kasachstan. Was aber hat Gott mit einer Jurte zu tun? Und wieso wollen die evangelischen Frauen Socken für die Jurte stricken?

Ungezwungene Treffen

Diese und andere Fragen wurden geklärt, als bei schönstem Sonntagswetter besagte Jurte eingeweiht wurde. Pfarrerin Stefanie Schön und Diakon Fritz Liebl luden zum Mitsingen ein, begleitet vom evangelischen Familienchor.

"Auch Gott hat eine Weile in einem Zelt gelebt", leitete Schön ihre Worte zur Verbindung des Glaubens mit diesem mongolischen Zelt ein. Ihre Geschichte reichte zurück bis in die Zeit, als die Bibeltexte Realität waren. Damals habe König David die Bundeslade in ein Zelt gebracht. Es sei getanzt worden, das Zelt wurde zum Ort der Begegnungen. So solle es auch in Waldsassen nun sein. Die Jurte solle als Ergänzung zu den bestehenden Einrichtungen einladen zu ungezwungenen Treffen von Erwachsenen wie Kindern. Jeder dürfe kommen und einkehren, so die Pfarrerin, die nur eine Bedingung daran knüpfte: "Jeder, der die Jurte betritt, möchte vorher seine Schuhe ausziehen, soweit ihm das möglich ist." Vom Schuhe ausziehen bis zu gestrickten Socken ist der Weg nicht mehr weit: Nach dem Segen baten Hannelore Chrobok und Wilhelmine Doll die strickfreudigen Frauen in der Gemeinde, für die Jurte-Nutzer Socken zu fertigen. Die beiden Mitglieder der AG Jurte, denen die Anschaffung des Zeltes zu verdanken ist, haben sich jede Menge Gedanken gemacht über die zukünftige Nutzung - vom Kindergottesdienst über Meditation, Schweigestunden, Lesungen oder zwanglose Treffen bis hin zum Einbezug der Jurte in den evangelischen Stiftlandtag. Pfarrerin Schön lud die Anwesenden ein, eigene Ideen einzubringen, für die man immer offen sei.

Spannende Neuerung

Nach dem Gottesdienst gab es für die Initiatoren und Helfer beim Zeltaufbau kleine Geschenke sowie für die Gäste einen kleinen Imbiss und Sekt. Auch Bürgermeister Bernd Sommer, der zur Einweihung gekommen war, schaute sich in dem großen Zelt um und freute sich über diese spannende Neuerung in der Stadt.

Das Zelt ist ab sofort jeden Donnerstag ab 16.30 Uhr geöffnet. Andere Veranstaltungen in der Jurte werden rechtzeitig angekündigt, so die Verantwortlichen.

Bei herrlichem Sonnenschein erlebten die Gläubigen einen friedvollen Gottesdienst unterm freien Himmelszelt.
Gemeinsam vollzogen Pfarrerin Stefanie Schön und Diakon Fritz Liebl die feierliche Einweihung des Zeltes.
Hannelore Chrobok und Wilhelmine Doll (von links) berichteten darüber, wie die Jurte ins Pfarrgemeinde-Geschehen einbezogen werden soll. Die beiden Initiatiorinnen sind nun Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Jurte".
Socken stricken für die Jurte: Das wünscht sich Hannelore Chrobok, die gemeinsam mit Wilhelmine Doll (von links) dafür verantwortlich zeichnet, dass die Jurte aus der Mongolei nun im Waldsassener Pfarrgarten steht.
Der Familienchor begleitete den Gottesdienst mit modernen und klassischen Kirchenliedern.
Nach dem feierlichen Akt stieß Pfarrerin Stefanie Schön (links) mit den Gästen in der Jurte auf viele Begegnungen im Zelt an.
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