17.06.2020 - 14:45 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Sommer: Freibad-Öffnung "die richtige Entscheidung"

Seit einer Woche hat die Saison im Egrenisbad in Waldsassen begonnen. "Es klappt ganz gut", zog Bernd Sommer jetzt eine erste Bilanz. Der Bürgermeister nannte auch den Grund für den Betrieb unter schwierigen Bedingungen.

In der öffentlichen Sitzung des Stadtrats ging Bürgermeister Bernd Sommer noch einmal auf die Öffnung des Egerensisbads in Corona-Zeiten ein.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Mit der Entscheidung pro Öffnung des Freibads solle ein nicht organisierter Ansturm auf Badeseen vermieden werden. "Dort macht es jeder so, wie er möchte." Abstandsregeln und Hygienebestimmungen würden dort wohl in keinster Weise eingehalten.

Sommer ging in der Sitzung des Stadtrats noch einmal auf das Schutz- und Hygienekonzept für die Freibad-Öffnung während der Corona-Pandemie ein.

Das Schutz- und Hygienekonzept für das Egrensisbad

Waldsassen

"Wir haben festgestellt, dass wir nicht alles anbieten können", verriet Sommer. Die Freigabe von Rutsche und Sprungturm hätte die Kosten extrem in die Höhe getrieben. Denn für jede Einheit sei eigenes Aufsichtspersonal nötig. "Aber gar nichts zu tun, weil man nicht alles machen kann, ist der falsche Weg."

Vereine und Schulen

Bis zu 300 Besucher könnten gleichzeitig im Bad sein. Damit werde auch Vereinen und den Schulen die Nutzung des Bades ermöglicht. Aus dem Ordnungsamt wurden laut Sommer zwei zusätzliche Leute für den Dienst im Freibad abgestellt.

"Wir testen das gerade aus", erklärte Sommer über das weitere Vorgehen. Denn an Tagen etwa mit weniger schönem Wetter werde wohl die zuerst geplante Menge an Personal gar nicht benötigt. Montags sei das Egrensisbad komplett geschlossen, "damit wir auch bei den Schwimmmeistern mit der Arbeitsschutzverordnung hinkommen".

"Wir sind da ganz gut auf dem Weg", sagte Sommer und ging auch auf die Kosten ein. Natürlich bedeute die Öffnung unter den besonderen Bedingungen einen finanziellen Mehraufwand. Aber es sei kein zusätzliches Personal erforderlich, lediglich eine Umschichtung habe es gegeben. "Finanziell ist es drin im Haushalt und personell haben wir es im Kreuz."

Die Sommerferien

Sommer hoffte, dass sich in nächster Zeit noch einige Kommunen für die Öffnung ihrer Freibäder entscheiden. "Denken wir mal an die Sommerferien", so Sommer im Hinblick auf die vielen Familien, die dieses Jahr in der Folge der Corona-Pandemie nicht verreisen könnten.

Vor diesem Hintergrund sei das Freibad für die Einheimischen in der Region, aber auch für Gäste eine willkommene Möglichkeit zur Freizeitgestaltung. "Ich denke, es war die richtige Entscheidung", sagte Sommer und verwies auf die "durchwegs mehr als positiven" Rückmeldungen der Gäste im Egrensisbad.

Infobox:

Mehrkosten sollten überschaubar bleiben

„Wie viele Badegäste und wie viele Einnahmen wir letztendlich haben, müssen wir schauen“, war Bernd Sommer zuversichtlich, dass die Mehrkosten im Rahmen bleiben. „Es wird wohl am Ende wie nach einer Saison sein, die wettertechnisch nicht so prickelnd war.“ Man spreche aber nicht von zusätzlichen Kosten in Höhe von sechsstelligen Summen. 2019 entstand beim Betrieb des Egrensisbads ein Defizit von 235.000 Euro, im Jahr 2018 waren es rund 212.000 Euro.

Stadtrat:

Bürgermeister steht zu negativen wie zu positiven Entscheidungen

Bei besonderen Entscheidungen des Bürgermeisters wie etwa der Öffnung des Freibads wäre es gut, wenn die Fraktion nicht davon aus der Zeitung oder in sozialen Medien erfahren würde, regte Monika Gerl an. Damit erinnerte die SPD-Sprecherin an eine Bitte in der Besprechung der Fraktionschefs vor der Sitzung. Bernd Sommer wiederholte seine Antwort beim Vorab-Gespräch. Die Öffnung des Freibads sei ja ohnehin bereits geplant gewesen. „Ich nutze meine Kompetenzen aus“, so Sommer. Er vermelde gerne positive Nachrichten und trage als Bürgermeister auch die „etwas schwierigeren Entscheidungen“: „Da duck’ ich mich auch nicht weg und sag’, das muss jetzt der Stadtrat entscheiden.“ Das konkrete Thema wäre durchaus eines für den Stadtrat gewesen, auch weil es darum gehe, dem Bürgermeister den Rücken zu stärken. Andererseits wäre die Zeit dafür knapp geworden. Künftig werde er aber die Vorsitzenden über besondere Entscheidungen schriftlich informieren.

„Das regt mich auf“, erklärte Karlheinz Hoyer: „Woanders werden Straßengräben gemäht. Und bei uns bleibt am Friedhof das Gras stehen“, wünschte sich der CSU-Rat eine Verbesserung. Darum kümmern könnte sich etwa ein geringfügig beschäftigter Mitarbeiter. Bernd Sommer meinte dazu, er bekomme inzwischen mehr Beschwerden, dass zu viel gemäht werde als zu wenig, worauf Hoyer meinte: „Das waren bestimmt Bienenzüchter.“

Uwe Friedrich (Freier Wähler) ging kurz auf Verunreinigungen nach dem Unwetter am Sonntag im Ortsteil Schloppach ein. Wie es hieß, soll das Bauamt prüfen, wie Abhilfe geschaffen werden kann.

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