25.01.2019 - 16:45 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Stabwechsel im Forstbetrieb

Eigentlich wollte er mit zwei lachenden Augen in den Ruhestand gehen. Weil er bei seiner Verabschiedung aber so viel Lob erhielt, war dann doch ein weinendes Auge dabei: Ein, zwei Tränchen der Rührung konnte Gerhard Schneider nicht unterdrücken.

Wechsel auf dem Chefsessel des Forstbetriebs Waldsassen. Sitzend von links, Norbert und Sabine Zintl sowie Gerhard und Doris Schneider. Sehen von links, Reinhardt Neft, MdL Martin Schöffel, Landrat Wolfgang Lippert sowie die Bürgermeister Bernd Sommer und Roland Grillmeier.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Nach 26 Jahren in leitenden Positionen im Forstdienst und nach fast 40 Jahren als Förster wechselt der Chef des Forstbetriebs Waldsassen der Bayerischen Staatsforsten, Gerhard Schneider, Anfang Februar in den Ruhestand. Ihm folgt der 56-jährige Norbert Zintl nach, der künftig die Verantwortung für die 23 000 Hektar Staatswald in dem Zuständigkeitsbereich übernimmt.

Staatsforsten-Vorstand Reinhardt Neft würdigte Gerhard Schneiders Leistungen. Er lobte, dass es ihm stets gelungen sei, sich nicht nur um den Wald zu kümmern, sondern auch die Menschen mit einzubeziehen. Norbert Zintl könne sich auf einen bestens aufgestellten Forstbetrieb mit einem kompetenten und motivierten Team freuen.

Gerhard Schneider stammt aus Mittelfranken, hat in München Forstwissenschaften studiert und ist seit 1980 im Staatsdienst tätig. Über Stationen an der damaligen Oberforstdirektion Regensburg und als Leitungskraft am Forstamt Dinkelsbühl kam er als Leiter des damaligen Forstamts nach Mitterteich.

Nach der Zusammenlegung der Forstämter Mitterteich und Waldsassen leitete Schneider das neue Forstamt Waldsassen und nach der Forstreform im Jahr 2005 den neu gegründeten Forstbetrieb Waldsassen. Schneider betonte: "Ich gehe mit einem guten Gefühl und dem Wissen, dass der Forstbetrieb bei meinem Nachfolger in guten Händen ist."

Vertrautes Terrain

Norbert Zintl betritt mit der neuen Aufgabe vertrautes Terrain. Nach dem Studium der Forstwissenschaft war er als Referendar in Waldsassen tätig, von 2005 bis 2009 war er stellvertretender Betriebsleiter in Waldsassen: "Ich bin nicht nur mit den Wäldern der Region vertraut, sondern kenne auch die hiesigen Kollegen", sagte Zintl. Er freue sich auf die neue Aufgabe: "Es war immer mein Traum, einen Forstbetrieb zu leiten. Dass das jetzt in der Heimat der Fall ist, freue ihn ganz besonders. Sein Ziel sei es, die hervorragende Arbeit seines Vorgängers fortzuführen. Als größte Herausforderungen für die Zukunft sehe er die durch Stürme und Borkenkäfer bedingten erhöhten Schäden im Wald und den demografischen Wandel im Forstbetrieb. In den kommenden Jahren werden weitere qualifizierte Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Diese gelte es adäquat zu ersetzen, um den Wald auch weiterhin zum Wohle von Mensch und Natur zu bewirtschaften.

Hohes Niveau

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Ernährung, Landwirtschaft, Forsten, MdL Martin Schöffel, bescheinigte dem Forstbetrieb Waldsassen einen hervorragenden Ruf. Die letzte Inventur habe gezeigt, dass hier mehr Zuwachs als Entnahme zu verzeichnen sei.

Nicht zuletzt sei das auch ein Verdienst des bisherigen Leiters Gerhard Schneider. Dieser habe somit dazu beigetragen, die "Sparkasse" der Staatsforsten auf einem hohen Niveau zu halten. Schneider sei es immer gelungen, die Interessen der Forstwirtschaft und die der Gesellschaft unter einen Hut zu bringen.

Fast 60 Mitarbeiter

Schneider sei immer ein hervorragender Wirtschafter, wie auch ein Verfechter von Ökologie und Naturschutz gewesen. Er habe viel Verständnis für Leute aufgebracht, die den Wald aus einem anderen Blickwinkel sehen. Seinem Nachfolger Norbert Zintl wünschte der Sprecher viel Glück für die Führung des mittelständischen Unternehmens mit fast 60 Mitarbeitern. Der dem Klimawandel geschuldete Waldumbau werde künftig die größte Herausforderung der Forstwirtschaft sein.

Landrat Wolfgang Lippert dankte Schneider vor allem dafür, dass er bestrebt gewesen sei, große Teile der erwirtschafteten Gewinne in der Region zu halten. Dabei erinnerte an Projekte wie das Bundesnaturschutz-Großprojekt Waldnaabaue, diverse Lehrpfade und die Unterstützung beim Ausbau des Radwegenetzes. Die Zusammenarbeit mit dem Forstbetriebsleiter sei immer problemlos gewesen. Lippert ist überzeugt, "dass auch sein Nachfolger Norbert Zintl dicke Bretter bohren wird".

Der Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer sah in Gerhard Schneider einen hervorragenden Betriebsleiter wie auch einen überzeugten Hüter der Natur. Dank zollte er dem ausscheidenden Forstmann für 250 Kilometer Wanderwege und 66 Kilometer Loipen.

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