09.05.2019 - 10:10 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Stadtbrände eine große Herausforderung

Vor festlichen Tagen steht die Feuerwehr Waldsassen: Sie feiert 150-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird im August gewürdigt, diesen Samstag steht ein Festkommers mit der Ehrung treuer und verdienter Mitglieder auf dem Programm.

Die Mitglieder und Freunde der FFW Waldsassen haben sich Anfang April zum aktuellen Erinnerungsfoto für das große Jubiläum versammelt.
von Autor TMLProfil

Gegründet wurde die Wehr am 3. Juni 1869 im einstigen Rathaus und heutigen Stiftlandmuseum, vor allem durch die Initiative des Kaufmanns Josef Ziegler (1826 – 1888), der bei der Gründung 1869/70 und dann wieder von 1879 – 1888 als Kommandant verantwortlich zeichnete. Um 1860 war die Bildung der ersten Wehren auch in der Oberpfalz aktuell geworden, auch wegen zahlreicher verheerender Brandunglücke. Auch das Bezirksamt Tirschenreuth hatte mehrfach auf die Gründung hingewirkt und 1865 eine erste Feuerlösch-Ordnung erlassen.

Große Herausforderungen für die junge Wehr in der Klosterstadt bildeten in den Anfangsjahren die drei sogenannten „Stadtbrände“ von 1870, 1871 und 1880, wo große Teile der Innenstadt in Schutt und Asche sanken, die Gebäude aber auf den historischen Standorten alsbald wieder hergestellt wurden. Auch in Kondrau hatte 1873 ein Großbrand gewütet.

Daher hatte sich der Magistrat schon 1871 entschlossen, neben der Freiwilligen Feuerwehr auch eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen, auf die man erst 1922 verzichtet hat.

Im Frühjahr 1873 wurde der Ruf nach einer eigenen Fahne laut, was schließlich durch das Engagement der Frauen und Mädchen der Wehrmänner auch realisiert werden konnte. Die im Frauenkloster Waldsassen hergestellte Fahne wurde am 20. Juli 1873 geweiht; dabei erlebte die Wehr unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit ihr erstes, großes Fest. Zum 25. Gründungsjubiläum 1894 zählte die Wehr bereits 80 Aktive und war damit zu einer unentbehrlichen Organisation der Klosterstadt herangereift.

War man anfangs noch auf einige Brunnen und den früheren Mühlbach als Löschwasser-Reserven angewiesen, so verbesserte sich die Situation entscheidend, als 1910 die neue Hochdruckwasserleitung in Betrieb genommen wurde. Durch den Ersten Weltkrieg hatte auch die Feuerwehr erheblich zu leiden und musste 24 Kameraden beklagen, die gefallen oder vermisst waren. Stolz war man jedoch, als die Wehr 1928 ihren ersten Mannschaftswagen samt der Motorspritze erhielt und nun viel schneller und effektiver bei Bränden auftreten konnte. Gute Dienste leistete auch das im gleichen Jahr bezogene Feuerwehrgerätehaus am Johannisplatz, wo bekanntlich auch der Sanka und die Stadtpolizei stationiert waren.

Eine völlig neue Führungsstruktur bekam das Feuerwehrwesen zwischen 1939 und 1945: 1942 bildete die Wehr Waldsassen wegen der drohenden Luftangriffe zusammen mit einigen Nachbar-Wehren die sogen. Feuerwehr-Kompagnie „Fichtelnaab“. Im August 1942 in Betrieb genommen wurde das neue, schwere Löschfahrzeug. Es musste aber am 11. August 1943 nach Nürnberg abrücken, um dort nach einem schweren Luftangriff in der brennenden Innenstadt Löschhilfe zu leisten.

Dabei brachte auch der Zweite Weltkrieg für die Wehr wieder einen herben Rückschlag. Nach dem Zusammenbruch 1945 erfolgte auch bei der Feuerwehr der kontinuierliche Neuaufbau und bemühte man sich in der Folgezeit, sukzessiv auch die erforderlichen, technischen und räumlichen Einrichtungen sowie den nötigen Fahrzeugpark bereit zu stellen.

Höhepunkte im Leben der Wehr bildeten schließlich mit einer gewissen Regelmäßigkeit die Jubiläumsfeste, vor allem in den Jahren 1929, 1939, 1949 und 1968. Unvergessen sind nicht zuletzt auch die beiden letzten großen Fest-Anlässe, so im Juli 1993 die Feier des 125-jährigen Gründungsjubiläums mit der Weihe der neuen Fahne und im August 1999 die Einweihung des neuen, modernen Feuerwehrgerätehauses Bahnhofstraße 33 und der Einzug darin.

Dank der unablässigen Bemühungen des Vorstands, der Kommandanten und der führenden Mitarbeiter ist es seither gelungen, die Wehr auf einen universalen Stand zu bringen, um vor allem den gestiegenen technischen Anforderungen gerecht zu werden. Wichtige Beiträge dazu leisten das moderne Gerätehaus, der aktuelle Fahrzeug- und Gerätebestand, die engagierte Jugendarbeit und nicht zuletzt die stete Aus- und Fortbildung der Aktiven. Gleichzeitig ist es gelungen, auch das gesellschaftliche Engagement der Wehr auf ein hohes Niveau zu führen.

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