02.10.2019 - 09:25 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Stätte der Andacht

Die Waldsassener Kaufmannsehefrau Anna Rockstroh hat 1904 die Idee, eine Nachbildung der Grotte von Lourdes in Waldsassen zu errichten. Ein Jahr später wird die Stätte bereits eingeweiht.

von Ulla Britta BaumerProfil

Die in der Nähe des Klostergutes Mitterhof bei Waldsassen gelegene Lourdesgrotte bildet inmitten der Natur eine vielbesuchte Stätte des Gebetes und der Andacht. Wie ihr weltberühmtes Vorbild, die bekannte Wallfahrtsgrotte von Massabielle in Lourdes (Südfrankreich), so erfreute sich auch unsere Grotte von Anfang an einer großen Beliebtheit.

Seitlich erhöht prangt die unverwechselbare Marienfigur der Unbefleckten Empfängnis, welche 1858 dem frommen Landmädchen Bernadette Soubirous 18 Mal erschienen sein soll und woraus sich schließlich der große Wallfahrtsort Lourdes entwickelt hat. Im Laufe der Zeit entstanden auch Nachbildungen dieser Gnadenstätte.

So trug im Sommer 1904 die Waldsassener Kaufmannsehefrau Anna Rockstroh, geborene Grabinger (1869 bis 1935) der Leitung des Waldsassener Klosters ihren Plan vor, auf Klostergrund, und zwar an der in der Nähe des Mitterhofes gelegenen Anhöhe, eine solche Grotte zu errichten. Anna Rockstroh als begeisterte Marienverehrerin und Pilgern stiftete dazu 4000 Mark. Trotz anfänglicher Skepsis der Amtskirche wurde das Projekt schließlich genehmigt. Die Grotte konnte im Sommer 1905 gebaut werden. Den Bauplan dazu hatte der aus Waldsassen stammende Architekt Josef Ochsenmayer, Nürnberg, gefertigt. Die Einweihung der Gotte am Sonntag, 29. Oktober 1905, gestaltete sich zu einem festlichen Ereignis für die zahlreichen Teilnehmer.

Die Grotte wurde jahrzehntelang vom Kloster betreut. 1978 übernahmen Mitglieder der örtlichen Kolpingsfamilie diese Aufgabe. In den vergangenen Jahrzehnten erfuhr die Grotte auch stets eine zeitgemäße Instandhaltung und Verbesserung. An der Grotte finden mehrmals im Kirchenjahr Andachten und Gottesdienste statt.

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