24.02.2021 - 16:51 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Storchennest in Waldsassen: Neuer Anlauf in drei Wochen

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Die Aktion wäre gut vorbereitet gewesen. Mit der Drehleiter der Feuerwehr hätten Bauhof-Mitarbeiter den neuen Weidenkorb für das Stochennest auf dem Dach des Finanzamts bringen wollen. Doch dann gab's ein Problem.

Ein imposanter Einsatz der Waldsassener Feuerwehr am Dach des Finanzamtes. Letztendlich musste die Aktion aber abgebrochen werden.
von Konrad RosnerProfil

Am Mittwoch pünktlich um 9.30 Uhr fuhr die Drehleiter der Waldsassener Feuerwehr mit Kommandant Tobias Tippmann über den Schwanenwiesen-Parkplatz in Richtung ehemaliges Abtschloss vor. Die Männer, bei der Stadt beschäftigt und bei der Feuerwehr aktiv, kamen in besonderer Mission: Sie sollten das alte Weidengeflecht auf dem Dach des Finanzamtes entfernen und das Gestell säubern. Im Anschluss daran sollte das neue Weidengeflecht nach oben transportiert und überm Dach platziert werden.

Die Drehleiter wurde von Kreisbrandmeister Wolfgang Fischer bedient. Im Korb der Drehleiter fuhren Kommandant Tobias Tippmann und Martin Stingl 21 Meter nach oben zum Storchennest auf das Dach nach oben. Unterstützt wurden beide noch von Michael Lochner und Benjamin Müller, die vom Inneren des Finanzamtes auf das Dach zum Storchennest stiegen.

Storchenkot und Äste

Das alte Weidengeflecht war schon ziemlich marode, die äußere Wand gar nicht mehr vorhanden. Der Boden war „verdichtet“ – mit Storchenkot und kleinen Ästen. Zweimal fuhr die Drehleiter nach oben, um die "Altlasten" runter auf den Boden zu bekommen.

Beim dritten Hochfahren der Drehleiter hatten Tippmann und Stingl auch das neue Weidengeflecht mit dabei. Zusammen mit Lochner und Müller wollten sie es oben in das Gestell montieren und befestigen. Doch plötzlich hallte es nach unten: „Das Netz passt nicht, wir bringen es nicht in den Korb, es ist zu groß“.

130 Zentimeter sind zu viel

Dies sorgte beim „Storchenbeauftragten“ Uwe Bauer und seiner Frau Regina für völliges Unverständnis. „Der muss passen“, hieß es. Vielleicht müsse der Korb in das Gestell ein wenig reingedrückt werden, so der Rat. Doch alles half nichts.

Bauers Frau holte schnell die Rechnung hervor. Darauf stand, dass das Geflecht einen Durchmesser von 130 Zentimeter habe. Dieses Maß habe sie aus einer älteren Bestellung her, damals sei ebenso ein 130 Zentimeter großes Nest eingebaut worden.

Herausschneiden geht gar nicht

Am Boden angelangt maß Regina Bauer nach. Dabei zeigte sich: Das Geflecht hatte einen Durchmesser von gut 140 Zentimeter, konnte also nicht passen. Ein gut gemeinte Ratschlag, wonach man ja aus dem Geflecht ein Teil rausschneiden könnte, damit es kleiner wird, half auch nicht weiter. Dies wäre, wie es hieß, aus handwerklicher Sicht nicht möglich.

Daraufhin wurde die Aktion abgebrochen. Der erfolgreiche Abschluss ist zunächst aufgeschoben. Dennoch dankten die Bauers allen Beteiligten für die Unterstützung – sei es mit Spenden oder durch Geräte und Maschinen.

Namentlich nennen Regina und Uwe Bauer die Belegschaft des Altenheims (Wohnbereich II), die Firma Leiß, Andreas Leiß und Max Malzer, Konrad Giehl, die Metzgerei „Thamanigl“ und die Firma Andörfer. Besonderes Lob galt der Waldsassener Feuerwehr unter Leitung von Kommandant Tobias Tippmann. Die Aktiven hatten die Aktion vorbereitet und alles im Vorfeld organisiert.

Auch in Vohenstrauß ist ein Storchennest vorbereitet

Vohenstrauß
Hintergrund:

Korbflechter nimmt zu großen Einsatz wieder zurück

  • Storchenbeauftragter Uwe Bauer rief noch an Ort und Stelle den Korbflechter Erich Backorf aus dem fränkischen Hallerndorf an, der diesen Korb in Handarbeit hergestellt hatte.
  • Letztlich einigte man sich, dass Backorf den Einsatz im Wert von rund 300 Euro zurücknimmt und innerhalb der kommenden drei Wochen einen neuen flechtet – dann mit einem Durchmesser von 120 Zentimeter.
  • Jetzt muss abgewartet werden, ob sich der Storch so lange Zeit lässt. Denn normalerweise kommt er Anfang März auf das Nest am Finanzamt angeflogen.
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