02.05.2021 - 12:33 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Die Tradition lebt: In Waldsassen steht ein Maibaum

Nach einjähriger Pause steht am Johannisplatz in Waldsassen wieder ein Maibaum. Statt den Maibaumfreunden übernehmen diesmal aber vier Bauhofmitarbeiter. Dabei gibt es Unterstützung von einem Experten.

von Josef RosnerProfil

Da war Karlheinz „Tschieberl“ Hoyer in seinem Element: Auch wenn die Corona-Pandemie ein Hinaufhieven des Maibaums mit menschlicher Kraft verhinderte, gab er trotzdem seine Kommandos. Diesmal an vier Bauhofmitarbeiter, die Bagger und Lader bedienten. „Ziel war es, die Tradition nicht sterben zu lassen“, erklärte der Zweite Bürgermeister und Organisator.

Der 24 Meter lange Fichtenbaum war bereits am Donnerstagabend im Kapplwald abgesägt und geschält worden. Der Spender wollte namentlich nicht genannt werden. Am Freitagmorgen brachten die Bauhofmitarbeiter den Baum auf den Johannisplatz, wo sie ihn mit den Kränzen, der Spitze und nicht zuletzt mit der Bayernfahne schmückten. Um 10 Uhr begann das Aufstellen. Hoyer dirigierte die Stadtmitarbeiter und hatte auch den einen oder anderen lockeren Spruch parat. Benjamin Müller im Bagger sowie Michael Lochner, Wolfgang Fischer und Max Friedl war es eine Freude, den Frühlingsboten in die Höhe zu hieven.

Kurz schauten ein paar Waldsassener vorbei, die zufällig den Johannisplatz passierten. Der 79-jährige Hoyer erklärte, dass dies schon der 15. Maibaum sei, den er federführend mit aufstelle. „Nur langsam, nicht hudeln“, versuchte er die Stadtarbeiter zu bremsen, als sie einmal allzu forsch an die Tat schritten.

„Nur langsam, nicht hudeln.“

Karlheinz „Tschieberl“ Hoyer zu den Bauhofmitarbeitern

Nachdem der Maibaum in die dafür eigens geschaffene Öffnung am Johannisplatz eingeführt war, wurde der stattliche Baum verkeilt und festgemacht. Fast meinte man, der Bauhof hat dieses Prozedere schon zig mal durchgeführt, so selbstverständlich lief alles ab. Als der Baum gesichert war, bat Karlheinz Hoyer zu einer kurzen Brotzeit mit ein paar Leberkässemmeln und etwas zum Trinken, aber kein Bier, wie er ausdrücklich betonte. „Dies geht heute auf die Kosten der Stadt“, sagte der Zweiter Bürgermeister, nachdem er kurz zuvor ein paar Telefonate geführt hatte.

Zum Schluss brachten die Bauhofmitarbeiter die Zunftzeichen am Maibaum an sowie die von Martina Ernst neu gestalteten Spruchtafeln. Im unteren Bereich des Maibaum wurden noch stählerne Eisen befestigt. Nun steht der Frühlingsbote mindestens bis Anfang Juli.

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