07.12.2018 - 09:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Auch Udo will den Donald

In der aktuellen Ausstellung "Den Ton treffen" mit Arbeiten von Irene Schleicher im Kunsthaus Waldsassen ist "Donald, der Narzisst" ein besonders begehrtes Objekt. So sehr, dass die Skulptur Nr. 3 gleich dreimal verkauft ist. Ein Exemplar erhält auch ein bekannter Rockmusiker.

Irene Schleicher mit der Skulptur "Donald, der Narzisst".
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Ich hatte in der Aufregung der Vernissage vergessen, den Punkt zu kleben", erzählt Irene Schleicher, weshalb sie jetzt von der Skulptur aus Ton, Eisen und blattvergoldetem Alu in nächster Zeit zwei weitere Exemplare anfertigen muss. Zuerst wollte eine Familie aus der Oberpfalz Irene Schleichers Antwort auf US-Präsident Trump: Nach dessen Wahl vor annähernd zwei Jahren ließ sich die in Köglitz bei Kemnath lebende Künstlerin zu der Skulputur mit dem Zitat aus Nietzsches Zarathustra: "Sonne, was wärst Du ohne mich, wenn Du mich nicht bescheinen könntest" inspirieren. "Das Werk ,Der Narzisst' passt zu Trump." Interessantes Detail am Rande: Die Scheibe war früher eine Topfabdeckung, die Alfons Schuhbeck zur Verfügung gestellt und die Irene Schleicher für das Objekt vergoldet hat.

Weil Irene Schleicher also vergaß, den Punkt - als Markierung für den Verkauf - zu kleben und "Donald" vermeintlich noch zu haben war, wurde er noch einmal nach Berlin verkauft: Von der Skulptur beeindruckt war Jochen Wolff. Der politisch interessierte Journalist aus Berlin hatte die Ausstellung in Waldsassen besucht. Wolff war einst beim Prager Frühling vor Ort und brachte damals die ersten Fotos nach Deutschland. Später war Wolff 20 Jahre lang Chefredakteur der "Super Illu" und erzielte damit große Erfolge.

Die Familie aus der Oberpfalz, die "Donald" zuerst wollte, trat aber zurück und will sich nun eine neue, ähnliche Skulptur anfertigen lassen. Doch nur ein weiterer "Narzisst" genügt nicht: Denn als ein Bekannter das Foto von "Donald" an Udo Lindenberg schickte, wollte der Rockmusiker die Skulptur ebenfalls haben. "Wir kennen den Udo schon einige Jahre", erzählt Irene Schleicher. Sie verrät, dass der Musiker Irene und Peter Schleicher im Gegenzug zu seinem Konzert in München und auf ein Kreuzfahrtschiff eingeladen hat, mit dem er mit seiner Band auf Reisen geht.

Irene Schleicher unterstreicht, dass die "weiteren Donalds" nicht dieselben werden, "denn es gibt keine Kopien". Die Aussage aber bleibe unverändert: "Donald, der Narzisst."

Die Ausstellung "Den Ton treffen" im Kunsthaus Waldsassen mit Bildern und Skulpturen von Irene Schleicher ist an diesem 2. Adventswochenende letztmals zu sehen - am Samstag und am Sonntag jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.