27.05.2021 - 11:59 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ungewöhnliche Suchaufträge für den Klärwärter in Waldsassen

Georg Ernstberger ist bei einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet worden. In der kleinen Runde erzählte er auch von Kuriositäten in den 36 Jahren in der Kläranlage.

Nach 36 Jahren Klärwärtertätigkeit in Diensten der Stadt Waldsassen ging Georg Ernstberger in den Ruhestand. Bei der Abschiedsfeier waren (von links) Bürgermeister Bernd Sommer, Stadtbaumeister Hubert Siller, Georg Ernstberger, Nachfolger Sven Ollermann, Personalratsvorsitzende Inge Frank und Klärwärterkollege Thomas Werfl dabei.
von hmrProfil

Nach 36 Jahren Tätigkeit in der Kläranlage Waldsassen scheidet der gelernte Elektriker und gebürtige Münchenreuther Georg Ernstberger Ende Juli aus dem Dienst der Stadt Waldsassen aus. Ernstberger trat seine Stelle 1985 bei der Stadt Waldsassen in der Kläranlage an und betreute zusammen mit Thomas Werfl, der sieben Jahre später hinzukam, die 1965 erbaute Anlage insgesamt 36 Jahre lang.

Stadt stellt Personal

In dieser Zeit wurde die Abwasserbeseitigungsanlage mehrfach auf den neuesten Stand gebracht. Seit 1997 wird die Kläranlage von der Firma Südwasser betrieben, das Personal wurde jedoch immer von der Stadt Waldsassen gestellt. Ab Januar 2024 geht der Betrieb wieder in die alleinige Verantwortung der Stadt Waldsassen über.

„29 gemeinsame Jahre des Teams Ernstberger/Werfl zeugen davon, dass es auch innerbetrieblich gepasst hat“, erklärte Bürgermeister Bernd Sommer bei der Feier in der kleinen Runde. "Vergelt's Gott für deine treuen Dienste und die gute, verantwortungsvolle Arbeit in dieser anspruchsvollen Tätigkeit."

"Die Arbeit erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch große Sorgfalt in der Überwachung und Dokumentation sowie der Auswertung der Abwasserproben.“

Stadtbaumeister Hubert Siller

Sommer verwies darauf, dass ein hohes Maß an Technologieverständnis und Kenntnisse in der Labor-Analyse wie auch in der Elektronik für die Arbeit in der hochmodernen Kläranlage notwendig seien. "Die Arbeit erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch große Sorgfalt in der Überwachung und Dokumentation sowie der Auswertung der Abwasserproben“, ergänzte Stadtbaumeister Hubert Siller. Personalratsvorsitzende Inge Frank dankte Georg Ernstberger im Namen des Personals der Stadt Waldsassen für sein Engagement und wünschte eine schöne und lange Ruhestandszeit.

Auch unangenehme Dinge

Georg Ernstberger bedankte sich für die wohlwollenden Worte und konnte so manche Besonderheit aus seiner langjährigen Klärwärtertätigkeit berichten. So hätten schon Bürger angerufen und gefragt, ob er nicht den beim Händewaschen in den Abfluss gelangten Ehering oder das versehentlich in die Toilette gefallene Sparbuch finden könne. Derartige Suchaktionen seien aber nicht von Erfolg gekrönt gewesen, erzählte Ernstberger. Er gab auch zu, „dass man auch mal unangenehme Dinge erledigen müsse“.

Der Nachfolger des Ruheständlers, Sven Ollermann, ist ausgebildeter Elektroniker und wird bereits seit über einem Jahr eingearbeitet, um alle jahreszeitlichen Besonderheiten und Abläufe im Klärwerkbetrieb kennenzulernen. Zusammen mit dem noch einige Jahre verbleibenden Thomas Werfl werde mit Ollermann ein reibungsloser Übergang in der Aufgabenbewältigung gewährleistet, so die Verantwortlichen.

Hintergrund:

Gasturbine erzeugt Strom für Eigenbedarf

Bürgermeister Bernd Sommer und Stadtbaumeister Hubert Siller berichteten am Rande des Treffens, dass der Betrieb der Kläranlage seit vielen Jahren problemlos und von der Öffentlichkeit zumeist fast unbemerkt laufe. „Jedoch ist die Abwasserbeseitigung genauso wichtig wie die Wasserversorgung“, erklärte Sommer.

  • Die Bevölkerung wurde bei der Gelegenheit aufgerufen, keine Speisereste, Farben, Fette, Öle, feuchte Tücher oder sonstigen Abfall in das Abwasser zu geben. Dies alles, so Sommer, müsse "mühsam herausgefiltert und kostenintensiv gesondert entsorgt werden".
  • Besonders Fett behindert die Arbeit der Bakterien enorm und verursacht große Probleme.
  • Hingewiesen wurde auf die Investitionen von 1,23 Millionen Euro für die Abwasserbeseitigung.
  • Eine weitere Neuerung ist die Gasturbine. Sie wandelt das durch die Klärprozesse erzeugte und in einem riesigen Behälter gesammelte Gas in elektrischen Strom um und deckt einen Teil des enormen täglichen Strombedarfs der Kläranlage.

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