23.09.2019 - 11:57 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Die Wiesn zu Gast in Waldsassen

Das Bierfass auf der Bühne ist sogar eine Stunde früher angezapft worden als beim großen Vorbild in München. „Wir in Waldsassen sind halt schneller“, meinte dazu Bürgermeister Bernd Sommer augenzwinkernd.

"Die Wiesn zu Gast in Waldsassen" lautet die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Waldsassen mit Bildern von Jürgen Klein (rechts stehend): Bei der Vernissage ging's bei Bier und Blasmusik zünftig zu.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Die Wiesn zu Gast in Waldsassen" - so der Titel der aktuellen Ausstellung mit Fotos von Jürgen Klein. 62 teils großformatige Aufnahmen laden bis 20. Oktober zum Bummel durch das größte Volksfest der Welt ein. Zum Auftakt am Samstag gab's Bier und Blasmusik. Die "Bayerisch-Böhmischen" spielten auf der Bühne vor den Aufnahmen mit den Masskrügen an der Wand tüchtig auf.

An den weiß-blau gedeckten Tischen mit Körbchen voller Brezen saßen viele gut gelaunte Besucher, die größtenteils in Dirndl und Lederhose gekommen waren. Unter den Gästen waren auch Mitglieder des Fotoclubs Arzberg, denen Jürgen Klein angehört. Souverän erledigte seinen Job Bürgermeister Bernd Sommer, der mit wenigen gekonnten Schlägen den Zapfhahn in die Öffnung des Fasses trieb und die Ausstellung mit dem Ruf "Ozapft is" eröffnete. "Auf eine friedliche Kunshaus-Wiesn", sagte Sommer, als er mit Jürgen Klein auf ein Gelingen der Präsentation anstieß. "Ich bin ja nicht so der Biertrinker", verriet Jürgen Klein im Gespräch mit Oberpfalz-Medien über die Bilder, die bei den Oktoberfesten 2017 und 2018 entstanden sind - nachdem er 2014 vom Münchener Umland ins Stiftland gezogen war. In Waldsassen hat Klein zusammen mit seiner Frau Andrea eine neue Heimat gefunden. Für die Fototouren auf der Theresienwiese, die von früh bis spät dauerten, hatte sich Jürgen Klein jeweils in Erding bei seinem Schwager einquartiert.

"Jeder sieht das auf seine eigene Sichtweise", sagt Klein über die vielen Eindrücke, die bei einem solchen Rundgang auf den Besucher wirken. So sind es für Jürgen Klein weniger die großen Übersichten in den, so Klein, "dampfigen" Bierzelten, die Jürgen Klein bei der Suche nach Motiven inspirieren.

Es geht mehr um Details

Dem früheren Mitarbeiter eines großen Münchener Verlags geht es eher um die unscheinbaren Details: Die mehr oder weniger gefüllten Masskrüge, Bilder von Fahrgeschäften und von den prächtig geschmückten Pferdegespannen und vor allem Menschen. Eine Serie etwa zeigt junge Oktoberfest-Besucherinnen. Im Treppenaufgang ein Blickfang ist die Dame, die nach den Worten von Jürgen Klein schon seit vielen Jahren beim Umzug auf einem der Gespanne der Brauereien mitfährt, immer im gleichen Fest-G'wand.

Auf drei Etagen sind die Wiesn-Bilder zu sehen, für ein besonderes Motiv hat Jürgen Klein den Ehrenplatz ganz oben im Kubus reserviert - die Gedenkstätte, die an das Wiesn-Attentat vom 26. September 1980 erinnert. Auf dieses Bild ging Klein auch in seiner kurzen Ansprache ein und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass bei der "großen" Wiesn in München alles friedlich verlaufen wird.

Von einer "ungewöhnlichen Ausstellung" sprach bei der Eröffnung Wolfgang Horn. "Das ist unser Beitrag zur Nachhaltigkeit", sagte der Kunsthaus-Vorsitzende: "Wir fahren nicht nach München, sondern bringen das Oktoberfest nach Waldsassen."

Spenden für Hospizverein

Vorm Anzapfen freute sich Bürgermeister Bernd Sommer darüber, "dass diese Idee geboren ist" und unterstützte den Spendenaufruf von Jürgen Klein kurz zuvor: Er stellt den Erlös aus dem Verkauf der Bilder dem Hospizverein Amberg für die Kinderhospiz-Einrichtung zur Verfügung. Die Ausstellung ist bis zum 20. Oktober jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Bürgermeister Bernd Sommer füllte nach dem Bierfass-Anstich die ersten Krüge. Von links Wolfgang Horn, Werner Müller und Jürgen Klein.
Jürgen und Andrea Klein zusammen mit den beiden Vorsitzenden des Vereins "Kunsthaus Waldsassen", Wolfgang Horn (links) und Markus Braun.
"Die Wiesn zu Gast in Waldsassen" lautet die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Waldsassen
Die "Bayerisch-Böhmischen" spielten bei der Vernissage zünftig auf.

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