15.09.2021 - 11:18 Uhr
WaldthurnOberpfalz

40 Jahre Dorferneuerung in Bayern: Erste Oberpfälzer Jubiläumslinde in Waldthurn gepflanzt

Im Zuge der Aktion „40 Dorflinden für 40 Jahre Dorferneuerung“ kommt in Waldthurn die erste Dorflinde für die Oberpfalz in die Erde. Es folgen noch sechs weitere in anderen Orten.

40 Jahre Dorferneuerung – in Waldthurn wird die erste Jubiläumslinde von insgesamt sieben Linden unter der Federführung von Baudirektor Georg Braunreuther (Vierter von links) vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gepflanzt.
von Franz VölklProfil

Die Trachtenkapelle Waldthurn spielte unter Leitung von Kornelia Kraus schmissig auf, und Bürgermeister Josef Beimler begrüßte die Ehrengäste zum Festakt, unter ihnen eine große Delegation des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) mit Redner Baudirektor Georg Braunreuther. Grund der Zusammenkunft war, dass in Waldthurn die erste Oberpfälzer Jubiläumslinde für 40 Jahre Dorferneuerung in Bayern gepflanzt wurde.

Beimler betonte, dass die Dorferneuerung ein Segen für den ländlichen Raum, für die Region und auch für die Marktgemeinde Waldthurn sei. Hier habe man vor 19 Jahren damit begonnen und dabei eine Vielzahl an Maßnahmen umgesetzt. Mehrere leerstehende Gebäude am ensemblegeschützten Marktplatz wurden umgestaltet und mit Leben erfüllt, das historische Lobkowitzschloss wird saniert. Die in Waldthurn gepflanzte Dorflinde am ehemaligen Schwesternheim benötige noch etwas Wasser, stehe aber als Ankerpunkt für die dörfliche Gemeinschaft für Frieden, Heimat, Eintracht und Gerechtigkeit.

ALE-Baudirektor Georg Braunreuther berichtete, dass die Dorferneuerung trotz des Alters von 40 Jahren als dynamisches Programm sich ständig weiterentwickele. Die Dorferneuerung sei seit Jahrzehnten das zentrale Programm zur Stärkung der ländlichen Kommunen und zur Unterstützung der am Dorf lebenden Menschen.

Begonnen hat alles am 19. Mai 1981: An diesem Tag war der historische Beschluss durch den Bayerischen Landtag, der die Grundlage für die Förderung der ländlichen Gemeinden ist. Damals ging es hauptsächlich noch um bauliche und agrarstrukturelle Maßnahmen. Die Gestaltung von Straßen und Plätzen, Belebung der Ortskerne, Wasserrückhalt stehen beispielsweise heute im Fokus. Wichtig sei dabei die Bürgerbeteiligung: „Bürger tragen nachhaltige Ergebnisse bei entsprechender Beteiligung besser mit – Mitmachen können ist somit ein wichtiger Faktor.“

In den letzten 40 Jahren haben einige Gemeinden von der Dorferneuerung profitiert, es wurden laut Braunreuther circa 5,4 Milliarden Euro in bayerische Dörfer investiert. Die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen von mehr als 1,3 Millionen Menschen hätten sich spürbar verbessert. In der Oberpfalz profitieren aktuell 290 Dörfer in 162 Dorferneuerungen. "Um die Erfolgsgeschichte sichtbar zu machen, haben wir die schöne Linde gepflanzt."

Im Oktober 2021 werden sechs weitere Dorflinden in Gailsbach (Landkreis Regensburg), Ursensollen (Landkreis Amberg-Sulzbach), Vorbach (Landkreis Neustadt/WN), Gleißenberg (Landkreis Cham), Kemnath/Buchberg und Kirchenreinbach (beide Landkreis Amberg-Sulzbach) gepflanzt.

Altes Waldthurner Schwesternheim erhält nach Sanierung den Segen

Waldthurn

"Um die Erfolgsgeschichte sichtbar zu machen, haben wir die schöne Linde gepflanzt."

Georg Braunreuther, Baudirektor beim Amt für Ländliche Entwicklung

 

 

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