15.09.2021 - 10:38 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Altes Waldthurner Schwesternheim erhält nach Sanierung den Segen

Das ehemalige Schwesternheim in Waldthurn ist mit dem kirchlichen Segen seiner neuen Bestimmung zugeführt worden. Darüber sind die Bürger sehr froh, denn für das Gebäude gab es auch schon mal den Vorschlag, es abzureißen.

Bürgermeister Josef Beimler (rechts) freut sich über die gelungene Sanierung des ehemaligen Schwesternheims und den Erhalt des vom Waldthurner Künstler Hans Malzer erstellten Außenreliefs des Heiligen Josef.
von Franz VölklProfil

„Vor Jahren gab es sogar den Vorschlag, dass man das Schwesternheim abreißen solle, was ein großer Fehler gewesen wäre“, sagte Bürgermeister Josef Beimler bei der Segnung und offiziellen Bestimmungsübergabe des energetisch sanierten ehemaligen Schwesternheims. Beim Festakt waren Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung und auch Bürgermeisterkollegen aus der Region nach Waldthurn gekommen.

Beimler erinnerte an den Bau des Schwesternheims von 1963 bis 1964, bei dem Landwirte aus der Region mit ihren Fahrzeugen beim Transport von Sand und Aushub beteiligt waren. Der damalige Pfarrer Max Meindl war „Bauherr“, und das Schwesterheim sei ein Teil von Waldthurn geworden. Meindl verkaufte damals die Grundstücke an der „Hofzeil“ an die Gemeinde und finanzierte so das neue Schwesternheim. Geweiht wurde es dem Heiligen Josef, der gebürtige Waldthurner Künstler Hans Malzer, der heute in Augsburg lebt, hat das heute noch am Haus befindliche Relief mit dem Heiligen Josef erstellt. „Er ist sehr erfreut, dass dieses Kunstwerk auch nach der Sanierung noch erhalten geblieben ist“, sagte Architekt Rudolf Meißner.

Im Jahr 2012 wurden die Schwestern ins Mutterhaus nach Oberzell zurückberufen, das Gebäude nutzt nun auf Erbpacht die Gemeinde. Nach der Sanierung bietet es für die Musikgruppen Platz als Proberaum, es beherbergt die Musikschule Karl, und der Oberpfälzer Waldverein hat hier ein sehenswertes Heimatmuseum eingerichtet.

Meißner erläuterte die baulichen Maßnahmen hinsichtlich des energetischen Aspekts: Eine kleine Nahwärmeversorgung ist im Untergeschoss des ehemaligen Schwesternheims unterbracht und versorgt zusätzlich das Rathaus und das Lobkowitzschloss mit Wärme. Geschichtlich nicht alt, aber trotzdem historisch sei dieses Gebäude mit der hier repräsentierten Kunst an der Außenseite.

Ehrenbürger Pfarrer Andreas Renner (1970 bis 2000 Pfarrer von Waldthurn) konnte aus terminlichen Gründen der Einladung zum Festakt nicht nachkommen, schrieb aber eine Brief. Hierin erinnerte er an die Zeit der Oberzeller Schwestern in Waldthurn und seine damit verbundenen Erinnerungen an das ehemalige Schwesternheim. Gottesdienst in der Hauskapelle, Feiern, Besprechungen, alljährliche Josefsfeier und das große Glück, das die Waldthurner mit den Oberzeller Schwestern hatten. Pfarrer Norbert Götz segnete schließlich das Gebäude, Marina Daubenmerkl sprach die Lesung. Zweiter Bürgermeister und Vorsitzender des OWV Roman Bauer sagte, dass das Gebäude ein Glücksgriff für den OWV sei, hier das Museum unterzubringen. Ohne Bauhof sei der Umzug vom damals alten Rathaus (heute Hostauplatz) mit dem Museum nicht möglich gewesen. „Ihr habt beispielsweise die alten Webstühle im alten Rathaus abgebaut und hier wieder aufgebaut.“

Dritter Bürgermeister Hans-Peter Reil sprach für die Trachtenkapelle Waldthurn. Es sei ein Segen, dass man hier einen Probenraum habe, denn die Musik erfreue die Herzen der Menschen. Stefan Karl sprach für die Musikschule und dankte für die gute Aufnahme als „Auswärtige“ in Waldthurn. „Musik wird in Waldthurn immer hochgehalten, und wir sind verpflichtet, dass die Jugendliche in die Musikwelt eintreten können.“

Kunterbunte Landkultur mit Trachtenkapelle

Waldthurn

„Vor Jahren gab es sogar den Vorschlag, dass man das Schwesternheim abreißen solle, was ein großer Fehler gewesen wäre.“

Bürgermeister Josef Beimler

 

 

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