„Eigentlich hätte Bischof František Václav Lobkowicz bei unserem Heimatfest und 800. Geburtstag im Jahr 2017 die Festmesse in der Pfarrkirche St. Sebastian zelebrieren sollen. Leider musste er schon damals aus gesundheitlichen Gründen absagen“, sagte der Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler.
Der Waldthurner Rathauschef verfolgte seit der Erkrankung des Geistlichen im Jahr 2016, den Gesundheitszustand des Bruders von Jaroslav Fürst von Lobkowicz. Der tschechische Bischof František Václav Lobkowicz ist vergangene Woche im Alter von 74 Jahren am Donnerstag nach langer Krankheit im Spital seiner Bischofsstadt Ostrava-Opava verstorben. Er hatte sich in seit einiger Zeit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
„Ich habe Bischof Lobkowicz vor fünf Jahren im März 2017 im tschechischen Karlsbad getroffen“, berichtete Hans Härtl, Grenadierschreiber der „Hochfürstlich Lobkowiczischen Grenadier Garde und der Gefürsteten Grafschaft Sternstein“. Härtl erinnert sich, dass er damals zusammen mit seiner Frau Erika und einer Waldthurner Abordnung dort hingefahren sei, um den Bischof offiziell zu bitten, den großen Festgottesdienst zum Waldthurner Jubiläum zu zelebrieren. „Unsere Grenadiergarde trauert um den Mann, der auch unsere Fahne geweiht hat.“
Bischof František Václav Lobkowicz war der erste Bischof der 1996 errichteten Diözese Ostrau-Troppau. Er stammt aus Pilsen, wo er am 5. Januar 1948 als eines von fünf Kindern des Fürsten Jaroslav Claude Lobkowicz und seiner Gattin Gabriela geboren wurde. Der geistliche Würdenträger war der Bruder von Fürst Jaroslav von Lobkowicz aus dem tschechischen Krimice bei Pilsen.
Bischof Lobkowicz studierte Theologie in Leitmeritz (Litomerice) und während des Prager Frühlings 1968/69 in Innsbruck. Die Priesterweihe empfing er am 15. August 1974 in Prag. Papst Johannes Paul II. ernannte Lobkowicz zum Titularbischof von Catabum Castra und zum Weihbischof in der Erzdiözese Prag. Die Bischofsweihe empfing er am 7. April 1990 in Prag, wo er bis 1996 wirkte. Nach Errichtung der Ostrau-Troppauer Diözese wurde er am 30. Mai 1996 zu deren erstem Ordinarius ernannt.
Aus Geschichte der Familie Lobkowicz
- 1666 bis1807 regieren die Lobkowitzer Waldthurn
- Fürst Wenzel Eusebius von Lobkowicz (1609 – 1677) verheiratet mit Fürstin Auguste Sophie von Lobkowicz, Herzogin zu Sagan, die das neue Herrschaftsgebiet Neustadt/WN-Waldthurn ins Herz geschlossen hatte
- 1666 Bau eines Schlosses in Waldthurn als Sommersitz
- Durch den Aufschwung des Ländchens entsandt der Spruch „Wenn einer vom Himmel fällt und er fällt ins Waldthurner Ländchen, so hat er nichts eingebüßt“
- Förderin der Wallfahrten zum Fahrenberg und der dortigen Kirche durch die Fürstin, obwohl sie Protestantin war













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.