17.07.2020 - 11:54 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Ebnethaus gehoben – Glück soll weiterhin Stammgast sein

Beim ehemaligen Gasthaus Ebnet am Marktplatz – dort, wo in früheren Tagen gerne ein zünftiger Früh- oder Dämmerschoppen stattfand – wurde nun das Grundgerüst für ein neues Dach gehoben.

Bürgermeister Josef Beimler und Zimmerermeister Andreas Altmann (Vierter von links, in Zimmererkleidung) sprechen beim Gründungsfest des Ebnet-Hauses einen Richtspruch.
von Franz VölklProfil

In Waldthurn gab es Grund zu feiern: Für das leerstehende Ebnethaus Marktplatz 13 wurde im Rahmen des Förderprogramms „Innen statt Außen“ das Hebfest abgehalten. Ziel des großen Marktprojektes ist es, Leerstände im Zentrum des Ortes zu beseitigen. Speziell hierbei sollen sechs Wohnungen samt Parkmöglichkeiten erstellt werden. Den Richtspruch sprach Andreas Altmann, Zimmerermeister der Weidener Zimmerei Andreas Rank: „Das Glück es soll hier Stammgast sein und Zwietracht kehre nie hier ein“, passte zum ehemaligen Traditionswirtshaus. Der in Littenhof wohnende Handwerker ist privat zweiter Bürgermeister der Gemeinde Schmidgaden und erinnerte so auch an die Zeit, in denen Stammgäste dort ihr „Schafkopfglück“ fanden.

Bei der Fachtagung des Amtes für ländliche Entwicklung stellte vor über zwei Jahren Staatsministerin Michaela Kaniber das Förderprogramm „Innen statt Außen“ vor. Dort wurde von Zuschusssätzen von 90 Prozent für die Beseitigung von Leerständen gesprochen – im Gegenzug muss sich der Markt verpflichten, während der Bindungsfrist der Zuschüsse (zwölf Jahre nach Fertigstellung) keine Bauleitplanungen für neue Baugebiete durchzuführen. Der Markt Waldthurn ist danach sofort in die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern entsprechender Leerstände bzw. vom Leerstand bedrohter Gebäude eingestiegen. Das Ebnet-Anwesen Marktplatz 13 hatte die Marktgemeinde Waldthurn erworben, grundsaniert, renoviert und soll schließlich für die sechs Mietparteien mit „bezahlbaren Wohnungen“ inklusive der Parkmöglichkeiten bezugsfertig sein.

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Bürgermeister Josef Beimler begrüßte als Oberhaupt der Marktgemeinde und Hausherr des neuen Anwesens die Gäste, Pfarrer Norbert Götz sprach mit den Anwesenden ein Gebet. Der Waldthurner Architekt Rudi Meißner erwähnte die geschichtlichen Hintergründe des Hauses, welches erstmals 1630 erwähnt wurde und Teil des „denkmalgeschützten Ensembles Marktplatz“ ist. Im Mai 2019 sei die Baugenehmigung samt Abbruch erteilt worden, die Gesamtkosten dürften sich auf 1,6 Millionen Euro belaufen, die Fertigstellung sei Mitte 2021 anberaumt. Der Planer referierte kurz über die zeitlichen baulichen Abläufe und die durch den Bau entstehende Belebung des Ortskerns.

Baudirektor Georg Braunreuther vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) meinte, durch die Förderung könne eine gewisse Stärkung im Rahmen der Dorferneuerung des ländlichen Raums erfolgen. Vitale Dörfer und ländliche Strukturen sollen auf die Zukunft vorbereitet werden. Das Programm „Innen statt außen“ sei gerade für Waldthurn ideal und soll die Gemeinden dabei unterstützen, Leerstände im Ortsinnern zu beseitigen sowie Lebensraum für Jung und Alt entwickeln. Das Projekt „Marktplatz 13“ sei nach dem Gesundheitszentrum ein weiteres größeres Projekt.

Laut Braunreuther sei nach der Verkündung des Projekts der Waldthurner Bürgermeister sofort darauf angesprungen. Nach dem Gebäude Marktplatz Nummer 2 (früheren Gloser- und danach Beimlerschlosser Anwesens) und den Marktplatz Nummer 13 sollen noch weitere Projekte folgen, meinte er zu den anwesenden Markträten Kerstin Duric, Maria Greim, Michael Steiner, Georg Bocka, Johannes Weig und zweitem Bürgermeister Roman Bauer, drittem Bürgermeister Hans-Peter Reil sowie Architekt Meißner und dessen Mitarbeiterin Petra Reil. Schließlich kam es, wie es kommen musste, dem Waldthurner Rathauschef wurde traditionsgemäß eine Wasserdusche verabreicht.

Bürgermeister Josef Beimler bei der traditionellen "Wasserdusche" beim Hebfest des alten Ebnethauses.
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