16.01.2020 - 08:28 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Entrümpeln im Kopf wie im Keller

Der Start in das neue Jahresprogramm von NEUN2727 - gut leben im Waldthurner Land glückt sehr ordentlich: Die Teilnehmer müssen sich nämlich mit dem Wegwerfen und Behalten beschäftigen.

Kathrin Karban-Völkl (rechts) gibt Tipps zum Entrümpeln.
von Franz VölklProfil

Schon nach einigen Minuten schickte am Dienstagabend Kathrin Karban-Völkl aus Kemnath die Teilnehmer des NEUN2727-Kurses „Das Leben entrümpeln – Gedanken vom Wegwerfen und Behalten“ in die „Heiligen Räume“ vieler Menschen, in den eigenen Keller. Koordinatorin Doris Völkl begrüßte die vielen Teilnehmer zum Start des diesjährigen NEUN2727-Projekts.

Natürlich war dieser Gang in den Keller, von der Referentin mit vielen Entrümpelungstipps begleitet, nur gedanklich durch jeden Einzelnen zu vollziehen. Oft stünden schon am Abgang zur Treppe wichtige Sachen, welche man dort hinstellt, um sie in die „Heiligen Hallen“ am tiefsten Punkt des Hauses zu transportieren und dort zu archivieren. „Warum heilig? – weil dies alles Schätze sind, die aufbewahrt werden müssen“, meinte die Religionspädagogin. Sie sprach an diesem Abend nicht nur über die Entrümpelung des Hauses, sondern auch die der Seele und des Herzens.

Man müsse sich bewusst machen, dass man ganze 20 Prozent des Kleiderschrank-Inhalts zu 80 Prozent trägt. „Geben Sie die Kleidung weg für andere, die sie brauchen." „Schauen Sie in ihre Örtlichkeiten von Ansammlungen, angefangen vom Schrank mit den vielen Winterjacken über die gesammelten Blumenvasen bis hin zu den mehrreihigen Marmeladen-Gläsern und der proppenvollen Gefriertruhe“.

Die Expertin in Sachen „Ordnungmachen“ empfahl zu entrümpeln, wenn man Lust darauf habe und für eine angenehme Entrümpelungs-Atmosphäre zu sorgen. Und die Dinge, die weg sollen, gleich in einen undurchsichtigen Müllsack stecken. Entrümpeln solle man nur alleine oder zusammen mit einem Menschen, dem das Entrümpeln nicht schwerer fällt als sich selbst. Für den Anfang drei bis vier alte Blumentöpfe wegwerfen sei „Entrümpeln für Anfänger“.

Aus der Hospizarbeit habe man die Erfahrung, dass Menschen die wissen, dass sie nicht mehr lange leben, das Bedürfnis auszuräumen haben. „Trauern sie keinerlei Gegenständen nach – aus den Augen aus den Sinn. Entrümpeln Sie ohne schlechtes Gewissen. Denken sie daran – Gerümpel braucht Platz, im Keller, am Speicher und auch in der Seele.“

Entrümpeln gelte aber nicht nur für Gegenstände: "Zu 80 Prozent machen wir uns Sorgen um Kleinigkeiten, nur zwei Prozent sind echte, begründete Sorgen", fuhr die Mutter von vier Kindern fort. "Also: Weg mit den Sorgen, positiv denken", ermutigte sie. "Hör auf, dich über Menschen zu ärgern, die du nicht magst. Halte Kontakt mit Menschen, die der Seele gut tun." Vor dem Einschlafen sollte man an Schönes denken. Den Sinn des Lebens finde man nicht in negativen Gedanken, "sondern im Vertrauen, dass da einer ist (Gott), der mich liebt, selbst in der dunkelsten Stunde".

Aufgeräumt außen sei aufgeräumt innen und man habe dann viel Raum und Platz zum Träumen. "Das wünsch ich dir - Raum zum Träumen" hieß das Lied, das die Besucher zusammen mit der Gestaltpädagogin mit Gitarrenbegleitung sangen. „Schließe ab mit dem, was war, sei glücklich mit dem, was ist und offen für das, was kommt“, so ihre abschließende Entrümpelungsbotschaft für die Seele.

Am Dienstagnachmittag, 21. Januar, bietet das Waldthurner NEUN2727-Programm zwei Kurse „Bewegung für die grauen Zellen“ mit Daniela Thoma (15 Uhr oder 16 Uhr) an. Anmeldung jeweils bei der Marktgemeinde unter 09657 9220350.

Info:

Drei wichtige Fragen zum Entrümpeln

Drei Fragen, die laut der Referentin Kathrin Karban-Völkl ungemein helfen, sicher und konsequent zu entrümpeln: 1. Habe ich gewusst, dass ich diese zur Entrümpelung anstehende Gegenstand noch habe? 2. Habe ich ihn in den letzten drei Jahren benutzt? 3. Werde ich bei kritischer Betrachtung den Gegenstand in den nächsten drei Jahren benötigen?

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