19.11.2019 - 18:00 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Fahrenberg Waldthurn: Skilift bald auch im Sommer in Betrieb?

Wird man künftig im Sommer den Fahrenberg mit dem Skilift hinauf und dem Mountainbike hinunter fahren können? Das wurde in der Vergangenheit schon mehrfach diskutiert – und verworfen. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß.

Der Skilift am Fahrenberg könnte künftig auch in den Sommermonaten betrieben werden, um Mountainbiker auf den Berg zu bringen. Zumindest ein Aspekt, an dem die Umsetzung in der Vergangenheit gescheitert ist, fällt inzwischen weg.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Bei einer Vermieterversammlung zum Thema Tourismus in Waidhaus war das Thema Mountainbike-Strecken aufgetaucht. Josef Hösl aus Reinhardsrieth hatte bemängelt, eine solche Strecke fehle weit und breit. Waidhaus' Bürgermeisterin Margit Kirzinger deutete daraufhin an, für den Fahrenberg sei in naher Zukunft ein neuer Versuch angedacht. Dabei könne eventuell der Skilift genutzt werden. "Es gibt einen neuen Vorstoß, aber es dauert noch", kommentierte sie.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler Überlegungen, den Fahrenberg-Lift im Sommer für Mountainbiker freizugeben. "Die Winter sind nicht mehr so rosig. Wenn die so bleiben, rechnet sich der Lift nicht mehr. Ein Sommerbetrieb wäre eine Möglichkeit, den Lift auszulasten und den Fahrenberg als Tourismusziel und Naherholungsgebiet zu erhalten." Die Vision: Menschen fahren mit dem Lift den Berg hinauf und auf einer Downhill-Strecke mit dem Mountainbike herunter.

Altes Thema neu aufgelegt

Neu ist die Idee nicht: Schon vor rund zehn Jahren und zuletzt 2017 wurde darüber diskutiert. Laut Klaus Nigg, Vorsitzender des TV Vohenstrauß, der den Skilift betreibt, ging die Initiative vor zehn Jahren von seinem Verein aus. Die rund 850 bis 900 Meter lange Downhill-Strecke hätte parallel zur Skipiste durch das von oben gesehen links liegende Waldstück verlaufen sollen. Der Verein habe die Sache jedoch fallen gelassen, weil Behörden und Anlieger das Projekt nicht unterstützten.

Da die Anlage im Wasserschutzgebiet lag, habe das Wasserwirtschaftsamt Bedenken wegen Kettenöl im Boden und der Hindernisse, die gebaut hätten werden sollen, geäußert. Zumindest diese Bedenken dürften heute keine Rolle mehr spielen. Laut Pleysteins Bürgermeister Rainer Rewitzer gibt es das betreffende Wasserschutzgebiet im Bereich Skipiste nicht mehr.

Die Umsetzung der Downhill-Strecke scheiterte in der Vergangenheit laut Bürgermeister Beimler auch an anliegenden Landwirten. Sie haben auf einem Feld- und Waldweg zwischen Bibershof und Oberbernrieth, der die Pist kreuzt, Fahrrecht. Auch für die aktuelle Idee müsse daher ein Kompromiss gefunden werden. Beimler nennt als Beispiel die Öffnung der Downhill-Strecke an den Wochenenden im Sommer mit einer alternativen Route für die Landwirte, während diese unter der Woche den Weg wie gewohnt nutzen könnten.

"Planen von Jahr zu Jahr"

Nigg zeigt sich überrascht, dass das Thema erneut auf der Agenda steht. Es sei immer wieder mal über den Sommerbetrieb des Lifts gesprochen worden. "Wir sind dabei, wenn ein vernünftiges Konzept vorgelegt wird", kündigt er an.

Derzeit könne der Verein nur "von Jahr zu Jahr" planen, auch wenn der letzte Winter eine "sehr gute Saison" gewesen sei. Mehr als 50 Tage sei der Lift in Betrieb gewesen. Die drei Personen, die den laufenden Betrieb an der Kasse, dem Ein- und Ausstieg betreuen müssen, arbeiten ehrenamtlich.

"Wenn der Lift läuft, wird er angenommen. Aber wir brauchen Schnee oder Kälte, damit wir den Hang beschneien können." Ein Sommerbetrieb habe daher betriebswirtschaftlich eine große Bedeutung: "Wenn der Klimawandel weitergeht, kann es sein, dass der Skilift nur aufrechterhalten werden kann, wenn man von der reinen Winter-Nutzung wegkommt."

Hoffen auf Fördergelder

Bei der Umsetzung der Idee hofft man auf Fördergelder. Claudia Prößl, Sprecherin des Landratsamtes Neustadt, bestätigt: "Die neu gegründete ILE Naturpark Oberpfälzer Wald hat die Erstellung eines Konzeptes in Auftrag gegeben." Laut Bürgermeister Beimler soll es auch das Thema Sommerbetrieb am Fahrenberg behandeln. In der ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung, siehe Kasten) sind elf Gemeinden vertreten, darunter Waldthurn, Vohenstrauß und Pleystein als am Fahrenberg liegende Gemeinden.

Vor Fertigstellung des Konzeptes könne allerdings keine Förderung beantragt werden, erklärt Prößl. Konkrete Pläne sowie einen Kostenrahmen können daher weder sie, noch Beimler nennen. "Wir wollen nun Ideen sammeln und schauen, was rauskommt", so Beimler.

Klaus Nigg schöpft neue Hoffnung, weil der Vorstoß durch die Unterstützung mehrerer Gemeinden nun auf eine breitere Basis gestellt sei als früher. Voraussetzung seien jedoch nach wie vor erfolgreiche Verhandlungen mit den Landwirten, so Nigg. Ähnlich äußert sich Bürgermeister Beimler: "Ich schätze die Chancen sehr gut ein. Aber wir müssen mit den Landwirten sprechen. Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander."

Vohenstrauß
Info:

ILE Naturparkland

Der Zusammenschluss von elf Gemeinden zur ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) Naturparkland ist im Juli 2019 aus der früheren Tourismusgemeinschaft Naturparkland Oberpfälzer Wald (bekannt als "Die elf Freunde") entstanden. Beteiligt sind die Kommunen Eslarn, Floß, Flossenbürg, Georgenberg, Leuchtenberg, Moosbach, Pleystein, Tännesberg, Vohenstrauß, Waidhaus und Waldthurn. Erster Vorsitzender ist der Eslarner Bürgermeister Rainer Gäbl.

Die Lenkungsgruppe in der ILE Naturparkland - bestehend aus Vertretern der Kommunen, des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz sowie des Landkreises Neustadt - hat das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) im Februar in Auftrag gegeben. Mit ihm soll die Weiterentwicklung der Region vorangetrieben werden. Nur noch kurze Zeit können die Kommunen ihre Projektideen einreichen.

Das Amt für Ländliche Entwicklung fördert und begleitet die Gemeinden, um gemeinsam Projekte zu realisieren. Die Fördermittel kommen von Freistaat und Bund.

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