Lennesrieth. Obwohl man den Langschläfer doch erheblich nass machte, hatte er es bei herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen relativ einfach. Vormittag waren die teilweise über 20 Pfingstschwanzfahrer noch brav bei der Flurprozession von Lennesrieth über Woppenrieth nach Waldthurn dabei. Danach marschierten sie aber sofort zum "Pfingstschwanz-Warmlaufen" ins Lennesriether Dorfwirtshaus "Zur Grünen Linde".
Viele Interessierte wollten den seit über 150 Jahren praktizierten alten Brauch sehen. Zuschauer und Einheimische erlebten wieder ihr traditionelles Brauchtum vor Ort und den Tanz des Pfingstschwanzes. Hinter vorgehaltener Hand wurde behauptet, dass der diesjährige arme Tropf ein Einheimischer direkt aus Lennesrieth sei. Die Junggesellen präsentierten ihren sehr kontaktfreudigen und gelenkigen Faulpelz, der zu den Schifferklavierklängen von Jonas Kraus und Florian Stahl auf dem Dorfplatz tanzte.
Der Leinensack verhüllte wie üblich die Identität des "faulen Sacks", der an diesem Tag trotz des grandiosen Wetters einfach nicht aus den warmen Federn gekommen war. Mit großem Geschrei und vielen ausgelassenen Juchzern wurde er filigran von Alexander "Luki" Lukas durch das Dorf gesteuert und vor jedem Haus vom geschmückten Mistkarren geholt. Die jungen unverheirateten Begleiter forderten vor jedem Haus den Pfingstschwanz auf, im Takt der mitgeführten Goisln, feuchtfröhlich zu tanzen.
"Pfingstschwanz, Oarschdorm, bist heit Nacht ins Bett eigfrorn. Warst eiher aufgestandn, was das a niat worn. Oier und Schmolz hein mer gern, Kraut und Fleisch essmer gern. Alleluja, Alleluja, da Pfingstschwanz is dou", schrien die Begleiter aus Leibeskräften vor jedem Haus.
Viele junge Mädchen und Burschen waren mit kleinen Eimern und Wasserpistolen bewaffnet und nässten aus sicherer Entfernung mit viel Spaß den armen Tänzer ein. Des einen Freud ist des andern Leid, so manch kleine Burschen verstanden allerdings den Spaß nicht immer und drückten sich eng an den Papa.
Die Schaulustigen meinten es gut mit der ledigen Burschenschar und rückten so manchen Euro für die Pfingstschwanzkasse heraus. Nach dem Tanz ging es ins Dorfwirtshaus, wo der schöne Brauch traditionell sein Ende findet.













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