09.03.2020 - 15:52 Uhr
WaldthurnOberpfalz

ÖDP will vier Kreistagsmandate

Der ÖDP-Landesvorsitzende Klaus Mrasek aus Amberg schaute beim Kreisverband Weiden Neustadt/WN vorbei. Kreis- und Bezirksvorsitzender Christian Wallmeyer stellte die Herausforderungen des Wahlkampfes in der Nordoberpfalz vor.

ÖDP-Landesvorsitzender Klaus Mrasek (links) hofft mit Kreistagsspitzenkandidatin Barbara Kindl und Kreisvorsitzendem Christian Wallmeyer am Sonntag auf ein gutes Ergebnis.
von Externer BeitragProfil

Zunächst freute er sich, dass die ÖDP nun auch für den Stadtrat in Weiden sowie die Kreistagswahl in Tirschenreuth antritt. Für den Neustädter Kreistag sei das erklärte Ziel, die vorhandenen drei Mandate auf vier auszubauen, was angesichts des Rückenwindes vom Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gelingen könnte.

Das wichtigste Thema für die Nordoberpfalz sei aktuell der Widerstand gegen den geplanten Süd-Ost-Link. Der habe nichts mit der Sicherstellung der Stromversorgung in Bayern zu tun, hier gehe es nur um ein steuerfinanziertes Subventionsprojekt für die großen Stromversorger zur Erweiterung des europäischen Stromhandels.

Weitere Punkte seien seien die sinnvolle Erweiterung des Baxis unter Einbeziehung der Stadt Weiden, sowie der Vorrang für regionale Wertschöpfung bei allen kommunalen Entscheidungen. Ein maßvoller Ausbau der regionalen Windkraft werde befürwortet, sofern vorrangig Bürgerenergiegenossenschaften zum Zuge kämen. Ebenso sei die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene seit langem eine Forderung der ÖDP, allerdings dürfe dies nicht ohne Lärmschutz geschehen.

Landesvorsitzender Mrasek ging auf das Motto „Weniger ist mehr“ und die Belastungsgrenzen der Erde ein. Er machte dies konkret am „Welterschöpfungstag“ fest, dem Tag, ab dem die Menschheit weltweit mehr natürliche Ressourcen verwendet als auf der Erde in diesem Jahr nachwachsen können. Dieser Tag fiel erstmals im Jahr 1971 mit dem 21. Dezember ins laufende Jahr. 2019 fiel dieser Tag auf den 29. Juli. "Das heißt, der Mensch braucht sehr bald zwei Planeten, um seinen Lebensstil aufrechterhalten zu können." Dies sei zurückzuführen auf die industrielle Ausbeutung der letzten 50 Jahre und das damit verbundene exponentielle Wachstum.

Auch der von vielen Seiten vorgeschlagene „Green New Deal“, also grünes Wachstum mit 100 Prozent erneuerbaren Ressourcen und ohne Abfall löse das Problem nicht.

Der Begriff der Suffizienz, was Begrenzung, Genügsamkeit und Reduzierung bedeute, tauche leider in der öffentlichen politischen Diskussion nicht auf. Die ÖDP sei die einzige Partei, die diesen Begriff in ihrem Parteiprogramm habe. Das Umsetzen von Lösungsansätzen müsse aber vor Ort geschehen, daher trete die ÖDP im Kommunalwahlkampf ganz konkret dafür ein, dass der Flächenfraß eingedämmt werde, indem nicht ständig neue Gewerbegebiete ausgewiesen würden, öffentliche Bauten in Holzbauweise errichtet und über erneuerbare Energien versorgt würden. Den Individualverkehr mit immer größeren Fahrzeugen gelte es zu bekämpfen, betonte Mrasek.

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