20.09.2019 - 09:05 Uhr
WaldthurnOberpfalz

"Sifferten Sepp" verursacht Stau in Waldthurn

Am Donnerstagabend kommt es in der Vohenstraußer Straße in Waldthurn zu Verkehrsbehinderungen. Zahlreiche Menschen stehen nämlich Schlange, um Josef Müllner, der mit Pauken und Trompeten 80. Geburtstag feiert, zu gratulieren.

Josef Müllner (vorne, Fünfter von links) feiert mit vielen Gästen seinen 80. Geburtstag
von Franz VölklProfil

Schon am Nachmittag war der ehemalige Pfarrer von Waldthurn, Andreas Renner, zusammen mit Pfarrhaushälterin Hilde Gratzl von Haselbach bei Schwandorf angereist, um die besten Wünsche zu überbringen und über vergangene Zeiten zu plaudern. Welch unglaubliche Wertschätzung der "Siffertn Sepp", der nach dem Lebensmotto „Was auch kommt, ich gebe nie auf!“ lebt, in und um Waldthurn erfährt, war an diesem Tag augenscheinlich.

Unter seinem eigentlichen Namen Franz Josef Müllner kennt ihn fast niemand. Alle rufen ihn Josef Müllner oder eben "Siffertn Sepp". Im Frühjahr ehrte ihn Bischof Rudolf Voderholzer für sein verdienstvolles Wirken in der Kirchenmusik. Georg Schmidbauer beglückwünschte den Jubilar im Namen des Kirchenchors, den Müllner viele Jahre leitete und auch heute noch beim Friedhofgesang vorsteht.

„Wenn das Ehrenamt ein Gesicht hätte, würde in Waldthurn der Siffertn Sepp hervorschaun“, meinte Bürgermeister Josef Beimler bewundernd. Dem ehemaligen Kapellmeister gratulierten die beiden Töchter Jutta und Lisa, sowie die fünf Enkel Julian, Jonas, Max, Magdalena, Annelie sowie viele Nachbarn, Freunde, Verwandte und seine Schwester Maria. Das Ja-Wort gab der in Waldthurn geborene Müllner im Oktober 1969 seiner Ehefrau Maria (geborene Müller) auf dem Fahrenberg. Schwer getroffen war er, als seine Frau im Dezember 2015 verstarb.

Bereits als zehnjähriger Bub verschrieb er sich seiner Leidenschaft, der Musik. Er erlernte Trompete, Akkordeon und Geige. Nach dem Waldthurner Heimatfest 1992 übernahm er die Leitung der traditionsreichen Trachtenkapelle Müllner von seinem Onkel, dem Turner Sepp. Vor mehr als fünf Jahren gab er sein Amt in jüngere Hände.

Nach der Schule erlernte Müllner 1954 das Maurerhandwerk und wechselte 1968 als Betriebsmaurer zum Staatsgut nach Almesbach. Krankheitsbedingt musste er nach 17 Jahren Betriebszugehörigkeit vorzeitig in Ruhestand gehen.

Trachtenkapelle, Kirchen- Frauen-, Kinder und Jugendchor standen unter seinem Dirigat. Hinsichtlich seiner Verdienste um das Kulturleben in der Region erhielt er im Jahr 2010 die hohe Auszeichnung als Kulturpreisträger des Landkreises Neustadt/WN.

Gerne führt der sympathische Mann von seinem Balkon aus einen kleinen Plausch. Die Trachtenkapelle mit Vorsitzenden Thomas Bergmann, der Kirchenchor mit Manuela Grünauer und der gemischte Chor tonART mit Christoph Pausch brachten am Jubeltag vor dem Haus „ein Standerl“. Kita-Chefin Sonja Kick und ihre Stellvertreterin Martina Lorenz gratulierten, und der Kinderchor Cantkids gab zu Ehren seines ehemaligen Leiters tags darauf eine Probe seines Könnens.

Gesang- und Orchesterverein, FSV, OWV, Freien Wähler und Feuerwehr entsandten jeweils ihre Führungskräfte, um den Neuachtziger die besten Glückwünsche zu übermitteln. Auch Pfarrer Norbert Götz, der nach eigenem Bekunden als er vor zwei Jahren nach Waldthurn kam, als einen der ersten Einheimischen den Siffertn Sepp kennengelernt hatte, wollte ebenfalls seinem Nachbarn gratulieren. Für den Pfarrgemeinderat wünschte PGR-Sprecherin Birgit Bergmann Gottes Segen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.