18.09.2020 - 10:57 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Tipps zum Wohnen im Alter zu Hause

"NEUN2727 – gut leben im Waldthurner Land" hat seit März coronabedingt pausiert. Zum Neustart gibt es einen Vortrag von Wohnberaterin Anita Busch vom Landratsamt Tirschenreuth.

NEUN2727-Koordinatorin Doris Völkl begrüßt Paula Schäffler und Referentin und Wohnberaterin Anita Busch (von links)
von Franz VölklProfil

„Wir freuen uns, dass wir nach Monaten zu einer Art von Normalität unter veränderten Bedingungen zurückkehren“, freute sich NEUN2727-Koordinatorin Doris Völkl zu Beginn des Herbst/Winterprogramms 2020. „Wir, Bürgermeister Josef Beimler und die beiden Ärzte Dr. Nikolaus Globisch und Dr. Johannes Weig haben es uns hinsichtlich der Weiterführung des Programms nicht leicht gemacht“, meinte Völkl weiter. Das ausgearbeitete Hygienekonzept habe man mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.

Gut leben im Waldthurner Land geht weiter

Waldthurn

So durften lediglich 17 Frauen und Männer zum Startschuss mit dem Thema „Wohnen im Alter Zuhause“ mit Wohnberaterin Anita Busch vom Landratsamt Tirschenreuth Treffen kommen. Sie hatte die Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten Paula Schäffler mit in das Waldthurner Gesundheitszentrum gebracht. „Wir in Tirschenreuth sind mit dem Beratungsprogramm für Ältere bayernweit einzigartig“, erklärte die Beraterin. Das Angebot der Kommunalen Wohnberatungsstelle des Landkreises Tirschenreuth beinhaltet seit sechs Jahren die „Kommunale Wohnberatung“ telefonisch oder per E-Mail sowie Hausbesuche und die Musterwohnung am Rosenweg 10 in Tirschenreuth.

Auch digitale Wohnberatung

Seit vier Jahren sind ehrenamtliche Wohnberater im Netzwerk „Daheim“ unterwegs und seit 2018 gibt es die digitale Wohnberatung und Bildungsangebote für Ältere zur Digitalisierung. Hierbei ist auf der Webseite unter www.digitale-wohnberatung.bayern ein virtueller Rundgang möglich. Die Wohnberatungsstelle bietet Hilfe bei der Entscheidungsfindung, hält eine Musterwohnung mit barrierefreien Elementen vor, um Techniken und Hilfsmittel funktionsgerecht zu demonstrieren. Termine für die Besichtigung der Musterwohnung sind nach Terminvereinbarung unter der Rufnummer 09631/88-427 auch für Bürger aus dem Landkreis Neustadt/WN möglich.

„Wir zeigen Ihnen auf, wie altersgerechtes Wohnen aussehen kann, damit Sie möglichst lange selbstständig Zuhause wohnen können“, erklärte die Expertin. Oft zwinge eine plötzliche Erkrankung zum Handeln, die Räume müssten dann für die künftige Nutzung mit einem Rollator oder einem Rollstuhl entsprechend umgestaltet werden. Dabei erstrecke sich der Handlungsbedarf häufig auch auf den Eingangsbereich und das Treppenhaus. Hier könnten Liftanlagen, Geländer und mobile oder stationäre Rampen helfen. In der Wohnung und beim Terrassenausgang können vorhandene Barrieren mit Gummimatten überbrückt werden. Um Stürze zu vermeiden, sei eine ausreichende Beleuchtung der Räume nötig. Stolperfallen sind oft schmale Treppen mit geringer Auftrittsbreite an der Innenseite der Treppe. Durch einen Bewegungsmelder sollte die Beleuchtung von Treppen eingeschaltet werden, ein doppelter Handlauf der ebenfalls beleuchtet ist wäre eine sinnvolle und kostengünstige Ergänzung.

Flure seien oft zu schmal und dunkel, Flächen sind oft zugestellt und bieten wenig Haltemöglichkeiten und keine Sitzgelegenheiten.

Problembereich Bad

Offenliegende Kabel auf dem Boden und lose Teppiche sollten unbedingt vermieden werden. Für Ältere aber auch für Rollstuhlfahrer werde der Badbereich oft zum Problem. Durch Badanpassung wurden durch die Tirschenreuther Wohnberaterin Lösungsansätze zum barrierefreien Umbau aufgezeigt.

Ein bodengleicher Wasserablauf für den Duschbereich und Schiebetüren oder Raumspartüren könnten hier mehr Platz schaffen - Badewanneneinstiegshilfen oder -lifter seien eine gute Alternative.Als kleine Helfer im Alltag empfahl Anita Busch Fenstergriffverlängerungen, Schlüsselfinder, Türgongverstärker, besondere Trinkbecher und Teller sowie ergonomisch geformtes Besteck. Ein erstauntes Raunen ging durch den Raum, als die Referentin einen Gehhilfehalter vorführte. Busch sprach auch über die Technik der Türkommunikation und erklärte verschiedene Smartphone-Technologien.

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