19.02.2020 - 08:54 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Wasserschutz wird in Waldthurn großgeschrieben

Seit 16 Jahren gibt es die Kooperationsvereinbarung zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung im Wasserschutzgebiet. Am Montag trafen sich die Vertreter der Fachstellen und Landwirte im Rathaus zum Gespräch.

Zum Gespräch treffen sich Vertreter der Fachstellen, Landwirte, Bürgermeister Josef Beimler (Zweiter von rechts) und, die für das Ressor Wasserschutz verantwortliche, Christine Griesbach (rechts). Franz Fehnl (Dritter von rechts) und Hans Winter (Vierter von rechts wurden verabschiedet. Ihre Nachfolger, Christian Grimm (links) und Klaus Gieler (Fünfter von rechts), bringen sie zum Kennenlernen mit.
von Tanja PflaumProfil

Bürgermeister Josef Beimler stellte die Runde kurz vor: Franz Fehnl und Christian Grimm (Wasserwirtschaftsamt Weiden), Martin Schreyer (AELF Weiden), den Wasserberater Michael Lukas (AELF Amberg), Hans Winter (Geschäftsführer BBV Weiden), Klaus Gieler (BBV Weiden) und die Landwirte Franz Lukas, Johann Beer und Markus Waldhier. „Wir haben eigentlich alles erreicht, was wir erreichen wollten“, stellte Beimler hinsichtlich der vorliegenden Zahlen bezüglich der Nitratwerte im Wasserschutzgebiet fest. Natürlich versuche man alles, um die Werte weiter zu verbessern. Zum dortigen Tiefbrunnen merkte er an, dass der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat, diesen weiter zu betreiben.

Christine Griesbach, zuständig für den Wasserschutz in Waldthurn, stellte die Zahlen, die durch Bodenbeprobung festgestellt wurden, für das Jahr 2019 vor. So lag der Gesamt Nmin-Wert bei durchschnittlich 68,19 Kilogramm pro Hektar – wobei natürlich die beprobten Früchte (Silomais, Kartoffeln, Raps oder Futtererbsen) unterschiedliche Werte aufwiesen. Den Vergleich der Früchte mit und ohne Zwischenfruchtanbau hatte sie in einem Diagramm vorbereitet.

Martin Schreyer merkte an, dass die Werte 2019 deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr – trotz des trockenen Wetters. Der Versuch einer Maisuntersaat sei leider nicht so ganz geglückt. Man muss weiter überlegen, was man verbessern könne, ist aber dabei immer vom Wetter abhängig. „Der Wassernitratwert geht tendenziell nach unten“, freute sich Schreyer. Das sei das Verdienst der betroffenen Landwirte im Wasserschutzgebiet. „Sie investieren Zeit, Geld und Arbeit – das muss auch honoriert werden“, fordert der Pflanzenfachberater. Michael Lukas zeigte sich ebenfalls erfreut, dass die Werte kontinuierlich gesunken sind – auch in den letzten beiden „schwierigen“ Jahren.

Franz Fehnl begrüßt, dass „etwas gemacht wird“. Der Nitratwert von knapp 40 Milligramm pro Liter beim Tiefbrunnen sei zwar niedrig, aber doch immer noch zu hoch. „Die Gemeinde muss weiter ihre Hausaufgaben machen und dranbleiben“, fordert Fehnl. Hans Winter erinnerte daran, dass man die Thematik miteinander in Angriff nehmen muss, sonst funktioniere es nicht. „Diese Zusammenarbeit ist das Erfolgsgeheimnis der Kooperation“, ist er sich sicher. Waldthurn sei hier ein Vorreiter und kann vieles an andere Kommunen weitergeben.

Man dürfe allerdings keine Wunder erwarten und muss aus jedem Versuch etwas lernen, betont Winter. Auch die Landwirte meldeten sich zu Wort und gaben ihre Erfahrungen weiter. Landwirt Franz Lukas sieht ein Problem darin, dass viele das Thema nicht verstehen, aber mitreden wollen und wünscht sich mehr Objektivität der Medien. Bürgermeister Beimler sieht auch Probleme darin, dass man nicht auf fachlicher Ebene miteinander spricht. So „strafe“ zum Beispiel die CO2-Steuer eigentlich den gesamten ländlichen Raum – und nicht nur den Landwirt. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land werden nicht aufgegriffen.

Im anschließenden „Deckelungsgespräch“ wurde unter anderem beschlossen den Nmin-Wert auf 55 Milligramm pro Hektar festzulegen.

Fehnl merkte an, dass es wichtig ist, dass Gemeinde und Landwirte zusammenarbeiten und mit dem Wert „leben können“. „Es nützt nichts, wenn man Werte festlegt, mit denen die Landwirte nicht arbeiten können!“, ist er sich sicher. Beimler bedankte sich noch einmal bei den Landwirten und den Vertretern der Fachstellen für die gute und konstruktive Zusammenarbeit.

Abschließend verabschiedete der Waldthurner Rathauschef Hans Winter und Franz Fehnl mit einem kleinen Geschenk. Beide hatten ihre „Nachfolger“ gleich mitgebracht. So wird sich Klaus Gieler in die Materie Winters einarbeiten und Christian Grimm übernimmt die Aufgaben Fehnls, der in den Hochwasserschutz wechselt.

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