10.09.2019 - 16:29 Uhr
Oberpfalz

Wander-Routen durch die Oberpfalz für Anfänger und Geübte

Wer die Wanderstiefel schnürt, tut einiges für seine Gesundheit. Von der Birgland-Route bis zum Goldsteig bietet die Oberpfalz schöne Routen für Anfänger und geübte Wanderer.

von Doris MayerProfil

Die Oberpfalz zu Fuß erkunden? Warum nicht! Direkt vor unserer Haustüre liegen wunderbare Landschaften, die nur darauf warten, von uns - gerade im Spätsommer und im Herbst - entdeckt zu werden. Wenn wir zu Fuß unterwegs sind, können wir die kleinen Schönheiten am Wegesrand und fantastische Aussichten viel intensiver wahrnehmen.

Ausrüstung:

Die gute Nachricht ist: Teile der Ausrüstung für das Wandern im Oberpfälzer Hügelland hat man häufig zu Hause. Dazu gehören: Festes Schuhwerk oder Wanderschuhe, möglichst schon eingelaufen; Funktionsunterwäsche und -socken (wenn vorhanden), dem Wetter angepasste Kleidung (vorzugsweise Funktionskleidung), Rucksack mit Getränken (pro halbem Tag ein bis eineinhalb Liter), kleine Snacks oder eine Brotzeit (in Abhängigkeit der Länge oder Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke), eventuell Sonnencreme und -brille, Mückenspray, kleines Erste-Hilfe-Set, Taschentücher und/oder Toilettenpapier, Bargeld/EC-Karte und ein Handy mit vollem Akku.

Vor der Tour:

geeignete Strecke aussuchen und Freunde motivieren, mitzukommen. Gemeinsam macht es doppelt Spaß. Die An- und Abfahrt mit ÖPNV oder Auto planen. Falls ein Gasthausbesuch geplant ist, vorher anrufen und reservieren. Dann kann es schon losgehen.

Hier ein paar Ideen, wie Sie den nächsten sonnigen Sonntag im Freien verbringen können:

Wie wäre es zum Einstieg mit einer Rundwanderung um den Großen Rußweiher bei Eschenbach? Hier lockt eine Vogelbeobachtungsstation. So wird auch für mitwandernde Kinder die Spannung aufrechterhalten. Die Wege sind leicht begehbar und die Strecke von rund fünf Kilometern ist in eineinhalb Stunden gut zu schaffen. Gastronomische Angebote am Wegesrand motivieren zusätzlich. Dazu gibt es je nach Bedarf noch Variationsmöglichkeiten. Der Info-Point am "Hexenhäusel" stellt Karten und Informationen bereit.

Die Rundwanderung vom Klosterdorf Speinshart über den Barbaraberg zum Rauhen Kulm und über die Himmelsleiter zurück bietet auf rund 16 Kilometer reizvollem Gelände viel zu entdecken. Für die Wanderung sollten vier Stunden und 45 Minuten eingeplant werden. Am Wegesrand trifft man auf die Hl. Catharina, später erreicht man die Wallfahrtskirche am Barbaraberg. Dann geht es weiter zum Basaltkegel "Rauher Kulm", auf dem ein Aussichtsturm in die Höhe ragt. Von dort aus lässt sich weit über das oberpfälzische Hügelland schauen, sofern das Wetter es zulässt. Am Fuße des Rauhen Kulms zeugen Ausgrabungen von einer sehr frühen Besiedlung. Gastronomische Angebote laden zu einer Einkehr ein. Über die Himmelsleiter führt dann ein Weg zurück nach Speinshart, wo man den Tag im Klostergasthof ausklingen lassen kann.

Birgland-Runden: Wer fränkisch-bäuerliche Kulturlandschaften, kleine Dörfer und Einsamkeit mag, ist im Amberg-Sulzbacher Land gut aufgehoben. Eine große Runde von fast 27 Kilometern beginnt bei Schwend, führt in einem großen Bogen nach Poppberg, wo das Gasthaus "Schloss" zur Einkehr einlädt. Weiter der Birgland-Runde folgend wird kurz vor Troßalter auf den Weg mit dem Roten Punkt abgebogen. Wendepunkt ist bei Fürnried. Hier kommt der Wanderer wieder auf die Markierung "Birgland-Runde", der er nun weiter folgen sollte. Ein Abstecher zum Bärenfelsen sorgt für einen wunderschönen Ausblick, bevor man sich auf den Rückweg nach Schwend macht.

Die kleinere Süd-Runde von 18 Kilometer mit etwa viereinhalb Stunden Gehzeit startet ebenfalls bei Schwend. Der erste Teil der Route bis zum Gasthaus "Schloss" in Poppberg folgt ebenfalls dem Wegweiser "Birgland-Runde". Der Rückweg wird abgekürzt und führt durch Hainfeld zur AS68, wo man rechts abbiegt. An Burkhardshof vorbei kreuzt man die Autobahn und kommt geradewegs wieder nach Schwend.

Wie wäre es mit einem Fernwanderweg? Der Goldsteig - in neun Etappen von Marktredwitz nach Waldmünchen - bietet sich dafür perfekt an. Ausführliche Informationen dazu gibt es im Internet auf www.goldsteig-wandern.de. Hier findet man auch Details zu grenzüberschreitenden Wanderungen.

Auf tschechischer Seite: Die Goldsteig-Parallele"Zlata Stezka"ist ebenfalls beschrieben. 289 Kilometer Strecke laden zum Wandern ein. Zusammen mit den angrenzenden Wanderwegen aus Deutschland finden Wanderer 2200 Kilometer Wege in Ostbayern und Böhmen vor. An 13 Punkten sind die Routen auf der deutschen und der tschechischen Seite verbunden. Dazu sorgt ein gutes Beschilderungssystem für Überblick während der Wanderungen.

Genauso wie am Nurtschweg, der charmanten Alternative des Goldsteigs, direkt an der tschechischen Grenze entlang. Hier startet man in Waldsassen und kann in sieben Tagen Waldmünchen im Bayerischen Wald erreichen. Ausführliche Informationen zu den Etappen gibt es ebenfalls im Internet, zum Beispiel auf www.goldsteig-wandern.de.

Das Hobby Wandern kann man in jedem Alter ausüben. Ähnlich wie langsamer Dauerlauf stärkt das Wandern das Herz-Kreislaufsystem. Die Fettverbrennung wird angekurbelt, wobei Übergewichtige besonders profitieren. Da eine Wanderung oft über mehrere Stunden geht, ist sie besonders effektiv. Der Bewegungsapparat, besonders die unteren Extremitäten, wird gestärkt, dabei Knie und Hüftgelenke entlastet. Die regelmäßige, moderate Bewegung wirkt sich positiv bei Diabetes aus und stärkt das Immunsystem. Interessant für ältere Menschen ist, dass die neuromuskuläre Koordinationsfähigkeit verbessert und damit das Sturzrisiko vermindert wird. Die körperliche Leistungsfähigkeit bleibt optimal erhalten.

Doch auch die Seele profitiert. Durch die vermehrte Bildung und Ausschüttung bestimmter Botenstoffe und Hormone steigert sich das Wohlbefinden. Negative Gefühle werden reduziert. Der Blick auf die freie Natur führt zur Reduktion von Stress.

Geschichte:

Fortbewegung

Knochenfunde belegen, dass die Urmenschen bereits vor 1,5 Millionen Jahren (beziehungsweise bis zu 3 Millionen Jahren) dazu in der Lage waren, über längere Strecken aufrecht zu gehen. Die Fortbewegung auf zwei Beinen scheint also zu unserem Menschsein zu gehören. Erst seit dem Mittelalter, um 1300 nach Christus, existieren Aufzeichnungen von Menschen, die über Wanderungen nach unserer heutigen Definition berichten. (myd)

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