08.11.2019 - 18:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

15-monatiger Streit um Handreiniger-Häuschen in Weiden zu Ende

Der Beschluss zum Abriss fiel vor nahezu 15 Monaten. Zweimal wurde er erneuert. Doch das Handreiniger-Häuschen in der Kurt-Schumacher-Anlage trotzte allen Angriffen. Jetzt aber scheint das Ende nah zu sein.

Leuchtend weiß präsentiert sich nur diese Seite des umstrittenen Handreiniger-Häuschens im Park. Die Zukunft ist eher schwarz. Mitte nächster Woche kommt der Abrissbagger.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Wie die Verwaltung am Freitag mitteilte, rückt Mitte nächster Woche die Moosbacher Firma Hierold an, um das umstrittene Gebäude abzureißen. Drei Wochen sind für die Abbrucharbeiten vorgesehen. Die Baustellenzufahrt erfolgt über die Kurt-Schumacher-Allee. Deshalb kann es während der Bauzeit zu Verkehrseinschränkungen in dem Bereich kommen. Die Stadt bittet um Verständnis.

Im Ferienausschuss des vergangenen Jahres war alles klar: Das „uansehnliche“ Häuschen, das für dunkle Ecken sorge, wird abgerissen, der Spielplatz möglicherweise erweitert. Rund zehn Monate später stand das Handreinigerhäuschen immer noch. Auch nach einem zweiten und dritten Abriss-Beschluss, inzwischen im Bauausschuss, machte das Gebäude keine Anstalten zu weichen. Bei der SPD vermutete Fraktions-Vize Hildegard Ziegler schon, die Verwaltung wolle vielleicht gar nicht handeln.

Diese zeigte sich „entsetzt“ über den geplanten Abbruch und stufte die laut SPD verdreckte, versaute und versiffte Hütte als „unentbehrlich“ ein. Überraschende Unterstützung kam plötzlich von der CSU, die dem Häuschen durchaus gute Bausubstanz bescheinigte und eine Sanierung vorschlug. Wenn’s geht, auch gern mit Terrasse. Um diese Meinung zu unterstreichen, hatten quasi über Nacht unbekannte Geister die Fassade auf einer Seite in strahlendes Weiß getaucht. Und nach einem Jahr der Diskussion stellte sich plötzlich heraus, dass in dem Häuschen die gesamte elektrische Steuerung der Parkanlagen zusammenläuft. Und Baudezernent Oliver Seidel erinnerte daran, dass die Handreiniger einen Aufenthalts- und die Gerätschaften einen Abstellraum bräuchten. Nach Meinung der CSU sollte ein detaillierter Kostenvergleich zwischen Abbruch und Sanierung erarbeitet werden.

Unterdessen sah sich Kriminalhauptkommissar und Bürgermeister Jens Meyer mit den Fachleuten des Bauhofs den Tatort genauer an. Sein Fazit: „Für den Schandfleck brauchen wir keinen Planer, wir brauchen einen Bagger.“ Alle waren sich einig, die Probleme lösen zu können. So sei es möglich, die Versorgungsleitungen in einem Revisionsschacht neu zu erstellen. Und es gebe schon ein Angebot der Zimmerer-Klasse der Europa-Berufsschule, einen Pavillon als Aufenthaltsraum für die Stadtreiniger zu bauen.

Baudezernent Seidel bezifferte inzwischen die Abbruchkosten auf 30000 Euro. Die Planung zur Erweiterung des Spielplatzes sei in Arbeit. Und mit den Fertigteil-Garagen auf dem Lohmer-Grundstück sei auch eine provisorische Unterbringung der Gerätschaften für die Handreiniger gefunden. Dass die Diskussion über 15 Monate so ausuferte, konnte Stefan Rank gar nicht verstehen. So etwas macht den Bürgerlisten-Stadtrat ganz narrisch. „Man bekam fast den Eindruck, wir wollten den Bauhof abreißen.“

Kommentar:

Aus dem Häuschen

Beim ersten Beschluss im August 2018 konnte man meinen, den hat die Verwaltung nicht einmal ignoriert. Lange zehn Monate war der Abriss des Handreiniger-Häuschens im Stadtpark kein Thema. Nichts geschah. Es bedurfte im Sommer dieses Jahres zweier weiterer Beschlüsse und langer Diskussionen, bis der versiffte Schandfleck am Kinderspielplatz Mitte nächster Woche nun doch endgültig beseitigt werden soll. Wir können’s noch gar nicht richtig glauben. Aber noch steht das Häuschen.

von Volker Klitzing

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