Passend zur November-Depression eröffneten die Katholische Erwachsenenbildung unter Leitung von Peter Schönberger, Hospizverein und Malteser in der Regionalbibliothek mit einem launigen Vortrag über Todesanzeigen die Karikaturenausstellung „Sie hat mir der Himmel geschickt“, die sich mit Sterben, Tod und Trauer beschäftigt.
Der Kommunikationsexperte Matthias Nöllke hat Traueranzeigen gesammelt und in drei Büchern veröffentlicht. Seine Überzeugung: Über Todesanzeigen könne man viel über den Verstorbenen erfahren. Todesanzeigen übten auf viele Menschen eine ungeheure Faszination aus, ist sich der Autor sicher. Die Lektüre erlaube nicht nur den Abgleich mit den eigenen Lebensdaten, sie vermittle auch ungewöhnliche und unterhaltsame Einblicke in das Leben der anderen.
Beispielsweise über verdiente Mitarbeiter („Schädlingsbekämpfer Horst L.: Er hat gekämpft und doch verloren.“) oder („Und am Anfang war er so beliebt“). Egal ob Jecken aus dem Rheinland oder Gastwirte, die ein 08/15-Lokal geführt hätten: Nöllke fand zu allen Zugang. Er und Christian Sprang haben Tausende Todesanzeigen zusammengetragen.
So zeige auch der dritte Band – „Ich mach mich vom Acker“ – der großen Todesanzeigen-Trilogie komisch, skurill, rührend und ehrlich zugleich, wie man seiner Überzeugung nach heute lebt und stirbt. Ähnlich wie bei den Karikaturen zeichnet Nöllke ein ungewöhnliches Bild vom Umgang mit Tod und Sterben, das beim Betrachter zu tröstender Erkenntnis führen kann.













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