26.02.2020 - 17:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Analog und kreativ: Jana von Janso und Jakob Mühlbauer im "Analogen Anker" in Weiden

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Sie haben ihren Traum verwirklicht, sagen Jana von Janso und Jakob Mühlbauer. In ihrem Laden in Weiden, dem "Analogen Anker" in der Asylstraße, erzählen sie, was sie dabei antreibt.

von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Ihr Traum: Mit eigenen Händen etwas herstellen, das verkaufen und den Leuten Freude machen. Mühlbauer drechselt Lampen und Windlichter, von Janso filzt Blumen und Hüte. Leben können beide nicht davon. Mühlbauer hat nebenbei noch drei andere Jobs, von Janso einen Nebenjob und einen Ehemann, der mit verdient. Nur so können die beiden ihre Familie mit Kindern ernähren. Trotzdem sagen sie, leben sie im Luxus. "Ich kann das tun, wozu ich Lust habe", sagt von Janso.

Der Liebe wegen in die Oberpfalz

Die gelernte Holzbauingenieurin kam der Liebe wegen in die Oberpfalz. In Weiden an der VHS hat sie vor 13 Jahren einen Filzkurs besucht. "Da hat mich das Filzfieber gepackt", sagt sie und seitdem nicht mehr losgelassen. "Mich fasziniert, wie man aus Wollfasern, Seife und ein paar Handbewegungen so verschiedenste Sachen schaffen kann", und deutet auf gefilzte Blumen, Taschen und Hüte. Sie kenne einige die davon leben könnten. "Aber das ist ein hartes Business. Wenn man jedoch Spaß dran hat, stört das nicht." Beide haben ihre Werkstätten im Laden. Im Keller hat Mühlbauer seine Drechselbank stehen. Da er auch noch als Baumpfleger arbeitet, findet er seine Hölzer meist bei der Arbeit. Den Birkenstamm, den er gerade einspannt, hat er von einem Freund geschenkt bekommen. Was dabei rauskommt, weiß er noch nicht so genau. "Das Holz sagt mir, was es am Ende sein will." Besonders interessant findet er Fehlstellen im Holz, Unreinheiten. "Das ist auch das, was den Charakter eines Menschen ausmacht", sagt er. Eine hauchdünne Lampe fertigt er aus dem Birkenstamm, durch die Maserungen schimmert das Licht.

Nur Handgemachtes im Laden

Nur Handgemachtes stellen die beiden im Laden aus, da haben sie feste Prinzipien. "Es sollen Produkte mit Charakter sein", sagt Mühlbauer. "Und wir verwenden nichts, was nicht vergeht", fügt von Janso hinzu. Selbstgedruckte Bücher verkaufen sie noch, bemalte Steine oder Glasketten. Auf Kunsthandwerkermärkten lassen sie sich ungern blicken. Man gehe in der Masse unter, die Leute schätzten die Dinge nicht mehr wert, außerdem gehe beim Transport so viel kaputt. Auch mit Onlineshops haben sie schlechte Erfahrungen gemacht.

Sie wollen sich auf ihren Laden komzentrieren, den immer mehr Leute entdecken. "Viele, die hierher kommen, fragen, warum wir nicht in Berlin oder München sind. Aber wir wollen nicht anderen hinterher rennen, sondern selber was aufbauen. Und wir wollen hier in Weiden sein", erzählt Mühlbauer.

Filzblumen im Café entdeckt

Wie man seine Träume verwirklicht? "Man darf sich nicht verstecken, sondern zeigen, wie man ist. Es gibt viele, die sehr viel können, aber das nur im stillen Kämmerlein machen", sagt Mühlbauer. "Geht einfach den Weg. Einfach Schritt für Schritt weitergehen." Wenn sich keine Widerstände bildeten, solle man weitermachen. Und irgendwann gebe es auch eine Bestätigung. Die hat von Janso kürzlich wieder erfahren, als der BR bei ihr anrief. In einem Café in Parkstein hat eine Regisseurin, die gerade einen Film über die nördliche Oberpfalz macht, ihre Filzblumen entdeckt. Das Team filmt kurzerhand auch noch Mühlbauer und den gesamten Laden. "Die waren so begeistert, die wollten gar nicht mehr gehen."

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